Pressemitteilung | IG Metall - Industriegewerkschaft Metall

Zwickel: Deutsche sollten 20 Mark für Zwangsarbeiter spenden

(Frankfurt/Main) – Die IG Metall hat alle Bundesbürger zu einer Spende für die während des Nazi-Regimes in Deutschland tätigen Zwangsarbeiter aufgerufen. „Wenn alle erwachsenen Deutschen 20 Mark spenden würden, ergäbe das eine Milliarde Mark“, sagte der IG Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel am Dienstag in Frankfurt. Er unterstützte damit einen Aufruf des Schriftstellers Günter Grass, des Pädagogen Hartmut von Hentig und der Journalistin Carola Stern. Die Spenden für Zwangsarbeiter wären nach Auffassung von Zwickel nicht nur eine Geste zur Anerkennung der Leiden der Zwangsarbeiter, sondern auch ein deutliches Zeichen der Solidarität aller Deutschen mit den Zwangsarbeitern. Mit den 20-Mark-Spenden dürften aber nicht die Unternehmen „belohnt“ werden, die sich bisher nicht an der Entschädigung der Zwangsarbeiter beteiligt hätten. „Die Spenden der Bürger sollen den ehemaligen Zwangsarbeitern vielmehr zusätzlich zur Verfügung stehen“, sagte Zwickel. Entsprechende Spenden können unter dem Stichwort „Zwangsarbeiterentschädigung, BMF, Referat V B 2“ auf das Konto 3800 1060 der Bundeskasse Bonn bei der Landeszentralbank (BLZ 380 000 00) eingezahlt werden.

Die Unternehmen forderte der IG Metall-Vorsitzende auf, endlich die von ihnen für die Entschädigung der Zwangsarbeiter zugesagten fünf Milliarden Mark vollständig zur Verfügung zu stellen. Die bisherige Beteiligung der Unternehmen am Entschädigungsfonds bezeichnete Zwickel als Trauerspiel. Was als würdige und großzügige Geste der Versöhnung gedacht gewesen sei, drohe zur Pfennigfuchserei zu verkommen. Statt ein bis zwei Promille ihres Jahresumsatzes für die Entschädigung der Zwangsarbeiter zu zahlen, leugneten viele Firmen ihre Mitschuld und verhöhnten die Opfer ein zweites Mal.

Quelle und Kontaktadresse:
Industriegewerkschaft Metall (IGM) Lyoner Str. 32, 60528 Frankfurt Telefon: 069/66930 Telefax: 069/66932843

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