Weltgesundheitstag am 7. April: Mehr Geburtskliniken und Hebammen: SoVD fordert bessere Versorgung von Müttern und Säuglingen
(Hannover) - Die Versorgung von Müttern und Säuglingen in Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Das zeigt eine Stellungnahme der Regierungskommission zur Krankenhausversorgung. Anlässlich des Weltgesundheitstags am 7. April, der unter dem Motto „Gesundheit von Müttern und Neugeborenen“ steht, macht der Sozialverband Deutschland (SoVD) deutlich, dass die Situation für Betroffene aufgrund immer weniger Geburtskliniken und des Hebammenmangels in Niedersachsen zunehmend dramatischer wird.
Die Zahlen in Niedersachsen sind erschreckend: Zwischen 2002 und 2022 wurden fast 40 Prozent der Geburtskliniken geschlossen. Besonders betroffen sind dabei ländliche Regionen – die Landkreise Wesermarsch und Diepholz betreiben beispielsweise keine Kreißsäle mehr. „Das bedeutet, dass schwangere Frauen weite Wege in Kauf nehmen müssen. Gerade, wenn es um Risikoschwangerschaften geht, ist das ein unhaltbarer Zustand“, betont Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen. Die vorgegebene zumutbare Grenze von 40 Minuten Fahrzeit sei viel zu lang. „Wir brauchen einen Mindeststandard, der bei maximal 30 Minuten liegt. Bei risikoreichen Schwangerschaften muss der Weg noch kürzer sein“, fordert Swinke. Vor allem müsse verhindert werden, dass weitere Geburtskliniken geschlossen werden. „Hier sind gezielte Förderprogramme wichtig, besonders in strukturschwachen Regionen. Nur so kann die Qualität der Versorgung verbessert werden“, ergänzt er.
Auch beim Thema Hebammenversorgung sieht Niedersachsens größter Sozialverband dringenden Handlungsbedarf seitens der Politik. „Mittlerweile gibt es kein flächendeckendes Angebot mehr. Schwangere Frauen suchen oft sehr lange nach einer Hebamme, manchmal ohne Erfolg“, so der Vorstandsvorsitzende. Deshalb sei eine bessere Bezahlung von Hebammen dringend erforderlich und auch das Hebammenstudium müsse ausgebaut werden. „Es muss mehr Studienplätze geben, eine schnellere Anerkennung ausländischer Fachkräfte und eine gezielte Nachwuchsförderung“, erläutert Swinke. Es sei ein Armutszeugnis, dass Deutschland bei der Qualität in punkto Versorgung nach der Geburt in Europa nur im Mittelfeld liege und bei der Säuglingssterblichkeit sogar noch schlechter abschneide.
Quelle und Kontaktadresse:
(SoVD) Sozialverband Deutschland - Landesverband Niedersachsen e.V., Stefanie Jäkel, Pressesprecher(in), Herschelstr. 31, 30159 Hannover, Telefon: 0511 701480