US-Zollerhöhungen und damit verbundener Handelskrieg mit der EU treffen deutsche Süßwarenindustrie erheblich
(Bonn) - Die von der US-Regierung beschlossene umfassende Erhöhung der Importzölle auf nahezu alle Warengruppen ("global tariffs") trifft auch die deutsche Süßwarenindustrie empfindlich. Direkt leiden die US-Exporteure unter der Maßnahme der US-Regierung, deren neuen Zollsätze von 20 % für Importe aus der EU kurzfristig in Kraft treten sollen. Denn die Preisaufschläge sorgen für Teuerungen auf Seiten der US-Partner. Da die EU-Kommission bereits harte Gegenmaßnahmen in Form von Zöllen unter anderem auf Agrarrohstoffe angekündigt hat, ist die Branche über das reine US-Geschäft hinaus betroffen.
"Die geplanten US-Zölle sind ein klarer Rückschritt für den transatlantischen Handel", erklärt Dr. Carsten Bernoth, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI). "Sie treffen die falschen Adressaten - nämlich eine Branche, die wichtige Rohstoffe wie Mandeln, Pistazien, Walnüsse, Cranberries und Erdnüsse in großen Mengen aus den Vereinigten Staaten bezieht." Bei Mandeln beträgt der Anteil der Vereinigten Staaten bei den Importen in die Europäische Union 92 %. "Mit den Zollerhöhungen schaden die USA nicht nur europäischen Herstellern, sondern auch den US-Partnern unserer Branche und ihrer eigenen Landwirtschaft", so Dr. Bernoth weiter.
Der BDSI tritt für einem generellen Kurswechsel in der Handelspolitik ein. "Wir setzen uns für fairen und freien Handel ein - sowohl gegenüber den USA als auch innerhalb der EU. Die europäische Zollpolitik, insbesondere bei Lebensmitteln, die Agrarrohstoffe wie Zucker, Milch oder Getreide enthalten, ist ebenfalls reformbedürftig", so Dr. Bernoth. "Protektionistische Maßnahmen auf beiden Seiten des Atlantiks gefährden Exporte und Arbeitsplätze, sowie die langjährigen Investitionen, welche die Unternehmen in den jeweiligen Märkten vorgenommen haben."
Die USA sind damit ein bedeutender Handelspartner. Auch wenn der Marktanteil deutscher Süßwaren in den USA vergleichsweise gering ist, genießen sie dort große Beliebtheit.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI), Solveig Schneider, Leiter(in) Kommunikation, Schumannstr. 4-6, 53113 Bonn, Telefon: 0228 26007-0