Kostenexplosion stoppt Magnetschwebebahn / VCD hoch erfreut über Aus für Transrapid
(Berlin) - Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) begrüßt das endgültige Aus für den Transrapid in Deutschland. Mit der jetzt an die Öffentlichkeit gelangten Kostenkalkulation für die knapp vierzig Kilometer lange Strecke zwischen der Stadt und dem Flughafen München von über drei Milliarden Euro bestätige sich der langjährige Vorbehalt des VCD gegen die viel zu teure Magnetschwebebahntechnik. Ähnliche Bedenken hatte auch der Bundesrechnungshof bereits 2002, als er die Münchner Transrapidstrecke wegen erheblicher Kostenrisiken aus volkswirtschaftlicher Sicht als deutliches Zuschussgeschäft einstufte.
Nun haben endlich auch die Unternehmen, die den Transrapid um jeden Preis bauen wollten, eingestanden, dass die Kosten für diese Technik immens sind und eine rentable Verwirklichung des Transrapid in Deutschland illusorisch ist. Über diese späte Einsicht freuen wir uns sehr", kommentiert der VCD-Bundesvorsitzende Michael Gehrmann die aktuelle Entwicklung. Damit sei der Weg endlich frei für preiswertere und sinnvollere Lösungen auf Basis der bewährten Rad-Schiene-Technik.
Aus Sicht des Umwelt- und Verbraucherverbandes VCD muss das vorrangige Ziel zukunftsweisender Verkehrspolitik sein, die vorhandenen öffentlichen Mittel so effizient wie möglich einzusetzen. Prestigeprojekte wie der Transrapid, Stuttgart 21 oder die Fehmarnbelt-Querung mit ihrer Hinterlandanbindung machten eine solche Politik jedoch schlichtweg unmöglich. Gehrmann: Die vielen hundert Millionen Euro an Steuergeldern, ohne die solche Mammutprojekte nicht zu verwirklichen sind, fehlen zwangsläufig an anderer Stelle. Sie gefährden so den notwendigen Ausbau des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs in der Fläche."
Der VCD fordert die Bundesregierung nach dem Scheitern des Transrapidprojektes auf, die 925 Millionen Euro, die der Bund maximal zum Bau des Transrapid beisteuern wollte, jetzt für die Stärkung des klima- und umweltschonenden Schienenverkehrs einzusetzen. Instandhaltung und Ausbau des Schienennetzes sind vordringliche Aufgaben des Bundes, wenn es um den Eisenbahnverkehr geht. Die freigewordenen Mittel sollte die Bundesregierung deshalb entsprechend nutzen", fordert Heidi Tischmann, Verkehrsreferentin des VCD.
Der Transrapid wurde einst konzipiert, um dem Flugverkehr in Deutschland und Mitteleuropa Konkurrenz zu machen. Doch schon Anfang der 1990er Jahre scheiterte das erste große Transrapidprojekt in Deutschland aus Kostengründen. Ursprünglich sollte die Magnetschwebebahn zwischen Hamburg und Berlin gebaut werden. Der Planungsprozess war bereits so gut wie abgeschlossen, als die Verwirklichung wegen explodierender Kosten gestoppt werden musste.
Tischmann: `Das Beispiel Hamburg´ Berlin zeigt par Exellence, dass der Transrapid in Deutschland völlig überflüssig ist. Heute gibt es eine optimale Bahnverbindung zwischen den beiden Städten, der Flugverkehr ist eingestellt. Auch europaweit gibt es ein gut ausgebautes Bahnnetz, auf dem Hochgeschwindigkeitszüge fast die Geschwindigkeiten des Transrapids erreichen."
Quelle und Kontaktadresse:
Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD), Bundesverband
Daniel Kluge, Pressesprecher
Kochstr. 27, 10969 Berlin
Telefon: (030) 2803510, Telefax: (030) 28035110
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