Kirsch: Maßstab muss der sozialverträgliche Umbau der Streitkräfte sein! / Vorstand des Deutschen BundeswehrVerbandes entwickelt Attraktivitätsagenda
(Bonn) - Die Bundeswehr steht vor der größten Umwälzung seit ihrer Gründung; die härtesten Einschnitte in der Struktur der Streitkräfte werden sich durch die beabsichtigte drastische Reduzierung des Personals ergeben. Dazu erklärt der Vorsitzende des Deutschen BundeswehrVerbandes, Oberst Ulrich Kirsch: "Offenbar hat sich selbst die Bundesregierung noch nicht so richtig vergegenwärtigt, welche dramatischen Entwicklungen sie mit ihren Sparbeschlüssen für die Streitkräfte ausgelöst hat - und welche sicherheitspolitische Folgen diese Beschlüsse für unser Land haben werden." Strukturen würden aufgebrochen, es werde wieder eine Standortschließungswelle rollen.
Der Deutsche BundeswehrVerband kann künftige Strukturentscheidungen nur mittragen, wenn sie durch soziale Rahmenbedingungen abgefedert werden.
Dazu entwickelt der DBwV-Bundesvorstand eine "Attraktivitätsagenda", mit der die nun anlaufenden Planungs- und Entscheidungsprozesse flexibel angepasst und konstruktiv gestaltet werden sollen. "Der sozialverträgliche Umbau der Streitkräfte und eine höhere Attraktivität des Dienstes müssen der Maßstab sein", erklärte Kirsch anlässlich einer Sitzung des DBwV-Bundesvorstandes in Bonn. Dazu gehörten neben Rechtssicherheit im Einsatz eine Verbesserung von Ausrüstung und Ausstattung und auch die verbindliche Umsetzung der Konzeption zur Vereinbarung von Familie und Dienst in den Streitkräften.
Zur Diskussion über die Zukunft der allgemeinen Wehrpflicht fordert Kirsch: "Schluss mit der verlogenen Debatte! Wer allerdings die Wehrpflicht aussetzt, schafft sie damit faktisch ab - ein großer Fehler.
Denn bei einer Veränderung der sicherheitspolitischen Lage lässt sich der Schalter zur Wiedereinsetzung der allgemeinen Wehrpflicht nicht so einfach wieder umlegen."
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher BundeswehrVerband e.V. (DBwV), Bundesgeschäftsstelle
Wilfried Stolze, Pressesprecher
Südstr. 123, 53175 Bonn
Telefon: (0228) 3823-0, Telefax: (0228) 3823-220
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