Pressemitteilung | Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)

GEW Bayern zur Sprachstandserhebung: Funktioniert in der Praxis nicht und belastet alle Beteiligten!

(München) - Die GEW Bayern hat es bereits bei der überhasteten Einführung der sogenannten Sprachstandserhebung gewusst: mit dem Test ist ein unbeschreiblicher Zeitaufwand verbunden, der ins Leere führt, weil die darauffolgende Sprachförderung voraussichtlich im notwendigen Umfang nicht stattfinden wird. Sowohl Lehrkräfte als auch Erzieher*innen fehlen, die diese durchführen könnten.

Die Bildungsgewerkschaft GEW kritisiert, dass die Kolleg*innen alleingelassen werden und oftmals eine unnötige Stigmatisierung der zu testenden Kinder erfolgt. Auch die Beschäftigten in den Kitas demonstrieren gegen dieses Vorgehen. Was eigentlich gut gemeint ist, muss an der Realität scheitern.

„Aus der Praxis wissen wir, dass Eltern einerseits völlig überfordert sind mit dem, was da passiert, und andererseits ganz vehement gegen die Stigmatisierung ihrer Kinder eintreten“, sagt Kathrin Frieser, Lehrerin an einer Grundschule und Mitglied der GEW im Landesvorstand. Auch ihre Kollegin Kerstin Franke, für die GEW in der Landesfachgruppe Grund- und Mittelschulen tätig und an einer Mittelschule beschäftigt, weiß: „Bei Nichtbestehen wird den Kindern empfohlen in den Vorkurs Deutsch zu gehen. Was in der Praxis gut gemeint ist, wird oft nicht so wahrgenommen. Weitere Handlungsempfehlungen gibt es nicht. Das verunsichert alle Beteiligten.“

Nach Erhebungen der Gewerkschaft nimmt aktuell auch nur etwa ein Drittel bis die Hälfte der betroffenen Kinder an den Erhebungen teil. Dies liegt vor allem daran, dass Schreiben absolut unverständlich, im Sinne von bürokratisch und nicht in leichter Sprache, zugestellt werden oder erst gar nicht ankommen. Der hier betriebene wahnsinnige Aufwand, gerade auch in den Kitas, steht in keinerlei Relation zum praktischen Ertrag.

Die GEW hält fest: Die völlig überhastete Einführung hat nur Chaos verursacht und zu einer Mehrbelastung aller Beteiligten – also Eltern, Erzieher*innen, Schulleitungen und Lehrkräften – geführt.

Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Reifenberger Str. 21, 60489 Frankfurt am Main, Telefon: 069 78973-0

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