Pressemitteilung | Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (BREKO) - Hauptstadtbüro

fiberdays 25: Ausbau der digitalen Infrastruktur braucht unter neuer Bundesregierung höchste Priorität

(Frankfurt am Main) - Eine aktuelle Umfrage und aktuelle Zahlen aus dem Glasfaserausbau machen zum Start der Digital- und Glasfasermesse fiberdays 25 deutlich: Der weitere Ausbau der digitalen Infrastruktur braucht höchste politische Priorität und wirksame Maßnahmen.

Aktuelle Zahlen zum Stand des Glasfaserausbaus

Zum Start der Kongressmesse fiberdays 25 hat Prof. Dr. Jens Böcker aktuelle Zahlen zur Glasfaserverfügbarkeit in Deutschland vorgestellt. Demnach lag die Glasfaserausbauquote („Homes passed“) Ende 2024 bei 48,8 Prozent (22,5 Mio.) – ein Plus von 9,1 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Die auf tatsächlich angeschlossenen Haushalten („Homes Connected“) beruhende Glasfaseranschlussquote stieg auf 24,5 Prozent (11,3 Mio.) – ein Wachstum von 4,1 Prozentpunkten, gegenüber 2,5 Prozentpunkten im Jahr 2023. Mit einem Anteil von 61 Prozent der Homes Passed, 70 Prozent der Homes Connected und 77 Prozent der Homes Activated sind die Wettbewerber der Telekom weiter wesentliche Treiber des Ausbaus. „Der Glasfaserausbau kommt voran, sodass das politische Zwischenziel der alten Ampel-Regierung – 50 Prozent Glasfaserverfügbarkeit bis Ende 2025 – in jedem Fall erreicht wird. Die weitere Entwicklung des Ausbaus steht und fällt aber mit dem Investitionsklima. Auch die Politik muss hierfür investitions- und wettbewerbsfreundliche Bedingungen schaffen“, fasst Böcker das Update der BREKO Marktanalyse zusammen.

Bevölkerung und Wirtschaft: Neue Bundesregierung muss Ausbau der digitalen Infrastruktur priorisieren

Eine heute veröffentlichte Civey-Umfrage im Auftrag des Bundesverbands Breitbandkommunikation (BREKO) zeigt den akuten politischen Handlungsbedarf bei digitaler Infrastruktur aus Sicht der Allgemeinbevölkerung: Zwei Drittel der Befragten erwarten von einer neuen Bundesregierung, dass die Verbesserung der digitalen Infrastruktur (Glasfaser- und Mobilfunkausbau) mit hoher (41 %) oder höchster Priorität (26 %) vorangetrieben wird. Ein weiteres Ergebnis der repräsentativen Umfrage: Eine deutliche Mehrheit der deutschen Privathaushalte (59 %) hat den Eindruck, dass der Glasfaserausbau langsam oder gar nicht vorankommt. Nur drei Prozent meinen, es gehe schnell vorwärts.

„Statt große neue Visionen und Ziele auszurufen, sollten sich Union und SPD im Koalitionsvertrag auf wesentliche Maßnahmen für den weiteren Glasfaserausbau verständigen, die noch im ersten Jahr der neuen Regierung umgesetzt werden. Das fängt schon bei der Zusammenstellung der Ministerien an. Die übergeordneten Digitalthemen, zu denen auch die digitale Infrastruktur gehört, sollten in einem eigenständigen Ministerium gebündelt und dort aktiv gestaltet und nicht weiter als Anhängsel behandelt werden“, betont BREKO-Präsident Norbert Westfal.

Die Umfrageergebnisse unterstreichen, dass der Ausbau der digitalen Infrastruktur in einer neuen Bundesregierung hohe Priorität haben muss, konstatiert BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers: „Hohe Priorität haben vor allem drei konkrete Maßnahmen: Wir brauchen ein verbindliches, verbraucherfreundliches und wettbewerbsneutrales Konzept für das Infrastruktur-Upgrade von Kupfer auf Glasfaser, ein echtes Ausbaubeschleunigungsgesetz und einen konsequenten Bürokratierückbau“ Gleichzeitig betont Albers, dass auch die Telekommunikationsbranche ihre Hausaufgaben machen, die Vorzüge der Glasfaser noch besser kommunizieren und ihre Prozesse optimieren müsse. „Eine bundesweite Glasfaser-Imagekampagne würde das Engagement der Branche sinnvoll ergänzen und helfen, noch mehr Menschen den großen Mehrwert der Glasfaser zu vermitteln.“

Hessische Digitalministerin Sinemus setzt auf Digitalisierung der Verwaltungsverfahren
Mit Bezug auf das gastgebende Bundesland sagt die hessische Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus in ihrer Keynote zur Eröffnung der fiberdays: „Die Dynamik im Glasfaserausbau in Hessen bleibt hoch: Bereits drei Viertel aller Haushalte und nahezu alle Schulen und Krankenhäuser sind gigabitfähig angeschlossen. Um eine flächendeckende Versorgung bis 2030 zu erreichen, setzen wir auf digitale Planungs- und Genehmigungsverfahren, die diesen Prozess erheblich beschleunigen. Die Nutzung solcher Verfahren, wie dem Breitband-Portal, muss daher auch bundesweit verpflichtend werden.“

Zukunftssichere digitale Infrastruktur wichtig für KI-Entwicklung in Deutschland

Dr. Marc Scheufen vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) bekräftigt in seiner Keynote die hohe Relevanz des Glasfaserausbaus, insbesondere für die Nutzung Künstlicher Intelligenz: „Die digitale Glasfaserinfrastruktur ist das Rückgrat zur Hebung der enormen wirtschaftlichen Potenziale von KI. Ohne eine Beschleunigung des Ausbaus wird Deutschland und Europa den Anschluss an die globalen Vorreiter verlieren.“

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (BREKO) - Hauptstadtbüro, Matthias Schuchard, Pressesprecher(in), Invalidenstr. 91, 10115 Berlin, Telefon: 030 58580-410

NEWS TEILEN: