„Demokratie- und Wertebildung in der Schule“
(Berlin) – Die Landeszentrale für Politische Bildung Sachsen-Anhalt (LpB), der Deutsche Lehrerverband (DL) und der Deutsche Philologenverband (DPhV) laden an diesem Freitag, 14.03.2025, zur Fachtagung „Demokratie- und Wertebildung in der Schule“, in der Stiftung Leucorea in Wittenberg ein.
Die Veranstalter freuen sich, dass Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff und Bildungsstaatssekretär Jürgen Böhm die Tagung eröffnen bzw. an den Gesprächsrunden teilnehmen werden.
Die Fortbildungsveranstaltung richtet sich an Lehrkräfte aller Fachrichtungen und Schulformen, um sie in ihrem Auftrag der Demokratie- und Wertevermittlung im Schulalltag zu stärken. Die Referentinnen und Referenten werden sich in ihren Vorträgen mit der Bedeutung des Neutralitätsgebots für die Schulen und mit der Bedeutung der Nachrichtennutzung von Jugendlichen beschäftigen. Die Gesprächsrunden der Veranstaltung greifen die aktuellen Herausforderungen und Umsetzungsmöglichkeiten an den Schulen im Umgang mit Extremismus und Vorurteilen auf und die Workshops thematisieren unter anderem Interkulturelles Lernen, wie man Fake News spielend begegnet und mit Verschwörungstheorien im Klassenzimmer umgeht.
Angesichts der aktuellen politischen Lage rückt die gesamtgesellschaftliche Aufgabe der Demokratiebildung und Wertevermittlung in den Fokus der Aufmerksamkeit – und die Rolle der Schulen in diesem Kontext. Was können Schulen in dieser Hinsicht leisten, wie können Lehrkräfte und alle anderen an Schulen tätigen Personen dieser Verantwortung nachkommen, welche Unterstützung ist notwendig?
Maik Reichel, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt erklärt dazu: „Demokratiebildung ist eine Daueraufgabe in jeder demokratischen Gesellschaft und Auftrag für all ihre Institutionen und Akteure. In jüngster Zeit gibt es immer wieder Versuche, diesen Ansatz zu diskreditieren. Aber wenn es um die Vermittlung von Demokratie und Grundrechten geht, sind wir nicht neutral. Gerade in Zeiten des digitalen Wandels und der grassierenden Fake News, angesichts von Extremismus und Gewalt bleibt es eine zentrale Aufgabe, den Schülerinnen und Schüler einen Kompass mitzugeben. Denn Kinder und Jugendliche brauchen Werte und Orientierung, um sich im Leben zurechtzufinden. Und diese Werte müssen erlebt und gelebt werden. Dazu wollen wir mit der Tagung einen Beitrag leisten.“
Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, weist auf die Rolle der Schulen in der Gesellschaft hin: „Schulen sind ein Spiegelbild der Gesellschaft und gleichzeitig die Werkstätten der Demokratie. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag für das gelingende Miteinander aller gesellschaftlichen Gruppen und vermitteln Wissen, um die nächste Generation von mündigen Bürgerinnen und Bürgern zu formen. Die jungen Menschen erleben im Schulalltag und Unterricht demokratische Inhalte und Strukturen. Aber auch alle anderen gesellschaftlichen Akteure und Institutionen in den Bereichen Politik, Wissenschaft und Kultur müssen diese Mission unterstützen! Zu diesem Netzwerk gehören Eltern, Vereine, Ausbildungsbetriebe, gesellschaftliche Institutionen, Kirchen und andere religiösen Gemeinschaften.“
Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, betont die Wichtigkeit von Fachunterricht und fundierter Lehrkräftebildung: „Lehrkräfte stellen sich ihrem Erziehungs- und Bildungsauftrag und damit der Aufgabe der Demokratie- und Wertebildung in der Schule. Angesichts der kontinuierlichen Kürzungen des Referendariats, eines zu hohen Stundendeputats, vieler zusätzlicher Aufgaben und Unterrichtsausfällen in fast allen Ländern stellt uns die Demokratiebildung an Schulen vor große Herausforderungen. Wichtig ist daher insbesondere eine fundierte Lehrkräfteausbildung – die Voraussetzung für einen guten Fachunterricht – beispielsweise in den Fächern Politik und Geschichte. Hier sehen wir großes Potenzial, um die Schülerinnen und Schüler zu befähigen, sich auf der Basis fundierten Fachwissens aktiv und kritisch mit politischen und gesellschaftlichen Prozessen auseinanderzusetzen.“
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Lehrerverband (DL), Dominicusstr. 3, 10823 Berlin, Telefon: 030 70094776