Pressemitteilung | Deutscher Reiseverband e.V. (DRV)

Busreise birgt Potential für Reisebüros / Ausschuss Bustouristik plädiert für intensive Zusammenarbeit

(Berlin) - Busreiseveranstalter und Reisebüros könnten noch intensiver zusammenarbeiten, um das Kunden-Potential effektiver und zum Vorteil für beide Seiten stärker zu erschließen. „Gerade in Zeiten sinkender Provisionen ist der verstärkte Verkauf von Busreisen für die Agenturen lukrativ und trägt zur Sicherung der wirtschaftlichen Existenz der Anbieter bei“, betont der Vorsitzende des Ausschusses Bustouristik im Deutschen ReiseVerband (DRV), Rainer Nyken. Durch höhere Reisepreise – besonders bei Rund- und Studienreisen – winken den Agenturen auch höhere Provisionen, regt Nyken an, mehr Busreisen zu verkaufen. Er appelliert an beide Seiten, stärker – zum gegenseitigen Vorteil – aufeinander zuzugehen. „Schließlich wird bereits jede sechste Busreise im Reisebüro gebucht“, verdeutlicht der Unternehmer.

Trotz aller derzeit drängenden Herausforderungen – etwa der Belastung durch steigende Energie- und Rohstoffkosten, der Umsetzung der EU-Feinstaubrichtlinie und der Abschaffung der Zwölf-Tage-Regelung bei den Vorschriften zu den Lenk- und Ruhezeiten – gelte es, im gesamttouristischen Kontext die Vorteile der Bustouristik zu erkennen und zu nutzen. Für Busreiseveranstalter bedeute dies, mehr aktuelle Trends (etwa die stärkere Nachfrage nach Erlebnistrips) aufzugreifen und nach neuen Wegen und Möglichkeiten für Busreisen zu suchen. Zur Unterstützung der Reisebüro-Mitarbeiter beim Verkauf von Busreisen weist Nyken auf vielfältige Vorteile und positive Argumente hin:

- Sicherheit und Umweltfreundlichkeit des Verkehrsmittels

- Hoher Sitzkomfort an Bord des Busses und zusätzliche Services (Abholung an der Haustür)

- Rundumbetreuung durch den Reiseleiter während der gesamten Reise

Höchstmaß an Beweglichkeit am Zielort oder den Zwischenstationen

- Reiseerlebnis in der Gruppe (kommunikativer Aspekt der Busreise) mit Möglichkeiten für individuelle Freizeitgestaltung im Programmablauf

- Hohe Qualität der Einzelleistungen

- Komplettpreise (auch Eintrittspreise für Sehenswürdigkeiten und Ausflüge sind bereits enthalten)

- Bequeme Gepäckbeförderung – der Koffer ist immer dabei

Erhebliche praktische Probleme bereitet der Busbranche derzeit die Umsetzung der EU-Feinstaub-Richtlinie. Laut DIHK-Saisonumfrage im Frühjahr 2008 leiden 43 Prozent der Omnibusunternehmen stark unter der Einführung der Umweltzonen in den Innenstädten. Über 20 Prozent ihres Fuhrparks erhielten keine Plakette. Die Mehrheit der Unternehmen geht davon aus, dass die Einführung der Umweltzonen Auswirkungen auf ihre Erträge haben wird. „Dies bedroht die wirtschaftliche Existenz zahlreicher mittelständischer Betriebe massiv, so dass viele Arbeitsplätze in Gefahr sind“, verdeutlicht Nyken.

Der DRV hat bereits vor zwei Jahren in einem Schriftwechsel mit dem Berliner Senat auf die Probleme im Zusammenhang mit der Einführung der zweiten Stufe des Luftreinhalteplans im Jahre 2010 aufmerksam gemacht und eine Sonderregelung für Reisebusse gefordert. „Für Reisebusse der Schadstoffklasse Euro III gibt es bis heute keine Rußpartikelfilter zur Nachrüstung“, wies Jörg Schaube, stellvertretender Vorsitzender des DRV-Ausschusses Bustouristik, kürzlich abermals bei einem Fachgespräch bei der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz in Berlin hin. „Es ist ein Unding, dass moderne Reisebusse, die nur wenige Jahre alt sind, ab 2010 nicht mehr in die Innenstädte fahren dürfen. Das ist für einige Busveranstalter existenzbedrohend. Hier brauchen wir längere Übergangsfristen“, so der stellvertretende Ausschuss-Vorsitzende.

Als grundsätzliches Problem erweist sich, dass die Entscheidung über die Einführung und Ausgestaltung von Umweltzonen in kommunaler Hoheit liegt und somit unterschiedliche Regelungen in den einzelnen Städten gelten. „Wir fordern hier praktikable und vor allem bundesweit einheitliche Regelungen“, drängt der Ausschuss-Vorsitzende Nyken. Dazu gehöre etwa eine zentrale Vergabestelle für die Plaketten.

Seit 1. Januar 2008 gibt es Umweltzonen in Deutschland. Bis zum jetzigen Zeitpunkt haben 13 deutsche Städte Luftreinhaltepläne festgelegt und entsprechend Umweltzonen eingerichtet, um die Schadstoffbelastung in ihren Innenstädten zu senken. 14 weitere werden zum 1. Oktober 2008 folgen – darunter München, Frankfurt am Main, Essen und Wuppertal. Mit dem 1. Januar 2010 soll es nach aktuellem Stand bundesweit insgesamt 36 Umweltzonen geben.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher ReiseVerband e.V. (DRV) Sibylle Zeuch, Pressesprecherin Albrechtstr. 10a, 10117 Berlin Telefon: (030) 28406-0, Telefax: (030) 28406-30

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