Pressemitteilung | Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein e.V. (SkF)

AGIA mahnt Handlungsbedarf bei der Unterstützung Allein- und Getrennterziehender an!

(Dortmund) - Anlässlich des am Freitag, 21.03.2025 stattgefundenen Fachtages zum Zehnten Familienbericht mit dem Schwerpunkt auf allein- und getrennterziehende Familien begrüßt die Arbeitsgemeinschaft Interessenvertretung Alleinerziehender (AGIA) die klare Analyse der Lebensrealitäten von Ein-Eltern-Familien und fordert die Koalitionär:innen dazu auf, diese Erkenntnisse in ihren Verhandlungen zwingend zu berücksichtigen.

20% aller Familien sind Ein-Eltern-Familien in denen 2,5 Millionen Kinder leben. Allein- und Getrennterziehende (insbesondere die Mütter) und ihre Kinder gehören nach wie vor zu den am stärksten armutsgefährdeten Bevölkerungsgruppen. Steuerliche Fehlanreize, mangelnde Kinderbetreuung und der nach wie vor bestehende Gender Care- und Gender Pay Gap führen zu ungleichen Verteilungen bei Betreuungs- und Erwerbszeiten und damit einer Verstetigung wirtschaftlicher und letztlich psychischer Problemlagen der Ein-Eltern-Familien. Eine faire Besteuerung und die Reform der Kindergeldanrechnung beim Unterhaltsvorschuss wären ein erster Schritt um Alleinerziehende zu entlasten. Darüber hinaus müssen Alleinerziehende bei der Rückkehr in Ausbildung und Erwerbsarbeit stärker mit bedarfsgerechten Angeboten gefördert werden.

Die existierenden Unterstützungsleistungen für Betroffene sind kaum überschaubar, zum Teil sehr hochschwellig, langwierig in der Bearbeitungszeit und damit alltagsuntauglich und ineffizient. Wir fordern daher dazu auf, den Gedanken einer zusammenfassenden Leistung zur Existenz- und Teilhabesicherung von Kindern wieder aufzunehmen.

Familienpolitische Maßnahmen müssen die Diversität und Lebensrealitäten von Familien berücksichtigen. Die automatische gemeinsame Sorge nach Trennung wird der Realität vieler Familien nicht gerecht. AGIA fordert eine bedarfsgerechte Prüfung im Einzelfall, insbesondere bei Konflikten oder Kommunikationsproblemen, um das Kindeswohl nicht zu gefährden. Ebenso müssen Umgangsmodelle flexibel und bedarfsorientiert gestaltet sein – insbesondere bei Gewaltvorgeschichte, großen Entfernungen oder ungleichen Betreuungsressourcen.

Der Zehnte Familienbericht hat die prekäre Situation von Allein- und Getrennterziehenden umfangreich dokumentiert. Wir fordern die Politik auf, diese Erkenntnisse und Problemlagen ernst zu nehmen und sich entschlossen für eine Verbesserung der Situation von Ein-Eltern-Familien einzusetzen.

Quelle und Kontaktadresse:
Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein e.V. (SkF), Agnes-Neuhaus-Str. 5, 44135 Dortmund, Telefon: 0231 5570260

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