2. Branchentreff Zeitarbeit der gesetzlichen Unfallversicherung VBG lockte etwa 180 Teilnehmer aus der gesamten Republik in den Landschaftspark Nord in Duisburg / Zeitarbeit in der Wirtschaftskrise
(Duisburg) - Die Diskussion über die heutigen Herausforderungen und Chancen der Zeitarbeit wollten sich etwa 180 Teilnehmer aus der Zeitarbeitsbranche nicht entgehen lassen.
Die Branche Zeitarbeit ist in den letzten zehn Jahren sehr stark gewachsen. So ist die Zahl der bei der VBG Versicherten aus der Zeitarbeit um 160 Prozent gestiegen (1998: 575 000, 2007: 1,5 Millionen). "Dass die Zahl der Unfälle nur etwa halb so stark gestiegen ist, können sich die Zeitarbeitsunternehmen, ihre Verbände und die VBG auf die Fahnen schreiben", kommentiert Manuela Gnauck-Stuwe, Zeitarbeitsexpertin der VBG. 2007 wurden bei der VBG etwa 114 000 Unfälle in der Zeitarbeit registriert (gegenüber 61 000 Unfällen 1998).
Die im Vortragsprogramm aufgeworfenen Fragen, ob Zeitarbeitnehmer öfter krank sind und ob gesunde Mitarbeiter ein Wettbewerbsvorteil sind, gaben Stoff für viele angeregte Gespräche. "Beim Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz ziehen wir mit den Verbänden der Zeitarbeit an einem Strang", so Prof. Dr. Ernst Haider, VBG.
Im Rahmen einer Podiumsdiskussion unter der Moderation von Conny Czymoch (PHOENIX), an der auch iGZ-Bundesgeschäftsführer RA Werner Stolz neben BZA-Hauptgeschäftsführer Ludger Hinsen, Nicole Heiden (AMP) sowie Dr. Manfred Fischer (VBG) teilnahm, wurde die aktuelle Branchensituation beleuchtet. Stolz be-richtete, dass nach Auswertung einer gerade durchgeführten Mitgliedsbefragung im Bundesverband die Krisenzeichen auch in der mittelständischen Zeitarbeitswelt angekommen seien. Gegenüber der iGZ-Dezember-Umfrage habe sich gezeigt: die Situation hat sich in der Fremd-/Eigeneinschätzung eklatant verschlechtert; es sind mehr Einsatzbranchen als noch im Dezember betroffen; 24 Prozent der Befragten gaben an, inzwischen Kurzarbeitergeld beantragt zu haben, wobei insbesondere in der Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit positive Erfahrungen gemacht wurden (unbürokratische, schnelle Abwicklung der Anträge) (Dezember: nur margi-nale KUG-Inanspruchnahme);die Umsatzentwicklungsprognose hat sich sehr einge-trübt und ist mit starker Skepsis verbunden.
Zusammen mit dem BZA-Vertreter lobte Stolz die politische Unterstützung der Zeitarbeitsbranche durch die Bundesregierung und insbesondere durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, wie sich gerade wieder beim "Konjunkturpaket II" gezeigt habe (u.a. Gleichbehandlung bei der Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld und Weiterqualifizierungsmaßnahmen. Nun komme es noch darauf an, dass endlich eine allgemeinverbindliche Lohnuntergrenze für Personaldienstleistungsanbieter eingeführt werde, damit Lohnunterbietungswettbewerbe zu Lasten der Staatskasse gerade im Helferbereich endlich der Vergangenheit angehören. "Kommt hier keine alsbaldige politische Lösung auf den Tisch, werde die Branche massiv Gegenstand von ideologischen Wahlkampfauseinandersetzungen, die abträglich für das Image seien", so der iGZ-Bundesgeschäftsführer. Die Vertreter der beiden großen Zeitar-beitgeberverbände appellierten an die AMP-Repräsentantin Nicole Heiden, sich mit ihrem Verband einer gemeinsamen, marktverträglichen Lösung nicht länger zu verschließen, weil sonst das Gesetz des Handelns von anderen übernommen und die Branche fremdbestimmt werde.
Stolz bedankte sich im Rahmen der Diskussionsrunde ausdrücklich bei Dr. Fischer für die Unterstützung der VBG, die bei der Ausbildung von Personaldienstleistungskaufleuten diverse Seminare zur Arbeitssicherheit anbietet und mit dazu beiträgt, dass die über 1200 Azubis auch bei diesem Lehrstoff qualifizierte Hilfen erhalten.
Quelle und Kontaktadresse:
iGZ Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e.V.
Wolfram Linke, Leiter, Presse
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