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Pressemitteilung

dbb-Bürgerbefragung 2019 / Die Politik ist gefordert: Schule muss raus aus den Negativschlagzeilen

(Berlin) - "Dass das Ansehen von Lehrkräften sinkt, verdanken sie den ungenügenden Gelingensbedingungen an Schule. Tagtäglich dürfen sie die Suppe auslöffeln, welche ihnen die Politik einbrockt. Nur noch gut zwei Drittel der Bevölkerung haben ein (sehr) hohes Ansehen von ihnen. Das ist der schlechteste Wert seit 2010 und ein Verlust von 5 Prozentpunkten im Vorjahresvergleich. Das wird zum einen dem tatsächlichen Engagement nicht gerecht und zum anderen ist es in Zeiten des Lehrermangels ein fatales Zeichen an Studieninteressierte. Die Politik muss endlich Wort halten. Wir brauchen endlich die Bildungsoffensive, die uns seit Jahren versprochen wird", fordert Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), mit Blick auf die Ergebnisse der dbb Bürgerbefragung 2019. Diese wurde von dem Dachverband des VBE, dem dbb beamtenbund und tarifunion, deren größte Fachgewerkschaft der VBE ist, bei forsa beauftragt.

Neben der Befragung zu Ansichten über den öffentlichen Dienst wurden die Bürgerinnen und Bürger auch zum Thema "Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst" befragt. 26 Prozent der Befragten gaben an, dass sie schon einmal beobachtet haben, dass Beschäftigte des öffentlichen Dienstes behindert, belästigt, beschimpft oder angegriffen wurden. Von diesen hat ein gutes Drittel (36 Prozent) Angriffe auf Lehrkräfte beobachtet. Von den 18- bis 29-Jährigen haben sogar 38 Prozent schon einmal einen Übergriff beobachtet, davon die Hälfte auf Lehrkräfte. "Das heißt: Jede fünfte Person zwischen 18 und 29 hat einen Übergriff auf eine Lehrkraft gesehen. Damit sehen wir unsere eigenen Befragungen unter Lehrkräften (2016) und Schulleitungen (2018) zum Thema Gewalt bestätigt. Damals konnten wir zeigen, dass jede fünfte Lehrkraft schon einmal Opfer psychischer und 6 Prozent der Lehrkräfte Opfer physischer Gewalt geworden sind", verweist Beckmann.

Eine der Hauptforderungen war damals wie heute, massiv in die Bildungsinfrastruktur zu investieren, um die aktuellen Herausforderungen, wie die steigende Heterogenität der Lerngruppen, die Inklusion und der schlechte Gesamtzustand der Schulgebäude bewältigen zu können. Kernforderung ist zudem, mehr Professionen in Schule zu bringen, damit Lehrkräfte unterstützt und entlastet werden und die Kinder und Jugendlichen optimal entsprechend ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten gefördert werden können. Deshalb setzt sich der VBE für die Einsetzung multiprofessioneller Teams ein.

"Außerdem bekräftigen wir unsere Forderung, dass Lehrkräfte besser gesetzlich geschützt bzw. Übergriffe auf sie härter bestraft werden müssen", erklärt Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE). Der damalige Bundesjustizminister Maas hatte 2017 einen Gesetzesentwurf zur Strafverschärfung bei Angriffen gegen Vollstreckungsbeamte eingebracht - und sich damit gegen einen deutlich weitergehenden Gesetzesentwurf, eingebracht von der damaligen Ministerpräsidentin Kraft aus NRW, durchgesetzt. Letzterer sah vor, den besonders geschützten Personenkreis auf alle Amtsträger auszuweiten. Hierfür hatte sich der VBE Bundesverband mit allen seinen Landesverbänden eingesetzt und mit Verweis auf die Studienergebnisse an die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder sowie an die Justizministerinnen und Justizminister der Länder geschrieben und um Unterstützung für den Gesetzesentwurf gebeten. Auch der Innenausschuss des Bundesrates hatte in seiner Ausschussempfehlung klar formuliert, dass im weiteren Gesetzgebungsverfahren Regelungen in den Gesetzesentwurf aufzunehmen sind, wonach der geschützte Personenkreis auf alle Amtsträger ausgeweitet werden sollte.

Beckmann betonte damals: "Der Staat muss alle Beschäftigten des öffentlichen Dienstes gleichermaßen schützen. Wer Angriffe je nach Beschäftigtengruppe bestraft, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, ein Ranking der Wertschätzung einzuführen." Mit Blick auf die neuesten Ergebnisse sagt der VBE-Bundesvorsitzende: "Einmal mehr kann gezeigt werden, dass Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst -leider- ein weit verbreitetes Problem ist. Der Gesetzgeber muss hierauf reagieren. Zudem bleiben wir natürlich bei unserer Forderung, dass jeder Übergriff zu dokumentieren ist und dass die Betroffenen im Falle eines Falles die volle Rückendeckung des Dienstherrn erhalten müssen."

Quelle und Kontaktadresse:
Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)
Anne Roewer, Pressereferentin
Behrenstr. 24, 10117 Berlin
Telefon: (030) 7261966-0, Fax: (030) 7261966-19
E-Mail: presse@vbe.de
Internet: www.vbe.de
(dvf, ds)