Pressemitteilung | Bundesverband Medizintechnologie e.V. (BVMed)

Welt-Stoma-Tag am 2. Oktober / BVMed setzt sich für individuelle Stomaversorgung ein

(Berlin) - Welt-Stoma-Tag am 2. Oktober / BVMed setzt sich für individuelle Stomaversorgung ein

Zum Welt-Stoma-Tag am 2. Oktober 2021 wünscht sich der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) mehr Aufklärung und Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse von Stomaträger:innen. In Deutschland gibt es derzeit rund 160.000 Menschen mit einem künstlichen Darm- oder Blasenausgang (Entero- oder Urostoma). "Da jedes Stoma individuell ist und sich ständig verändert, ist die Versorgung der Patient:innen besonders dienstleistungsintensiv. Die Auswahl der richtigen Produkte sowie spezialisierte Hilfsmittel-Leistungserbringer und Homecare-Versorger sind daher von großer Bedeutung für eine individuelle Stomaversorgung", so BVMed-Hilfsmittelexpertin Juliane Pohl. Mehr Informationen zum Thema gibt es unter www.faktor-lebensqualitaet.de.

Der diesjährige Welt-Stoma-Tag findet zum zehnten Mal statt und vereint alle Stomaträger:innen auf der ganzen Welt, um für mehr Aufmerksamkeit und Aufklärung in der Gesellschaft zu werben. Häufigste Ursache für ein Stoma sind Darm- oder Blasenkrebs sowie entzündliche Erkrankungen des Darms oder der Blase. Stomaträger:innen fordern eine gleichberechtigte Chance auf eine selbstbestimmte Teilnahme am sozialen Leben. Jeder Welt-Stoma-Tag steht unter einem Motto: In diesem Jahr liegt der Fokus auf den Rechten von Stomaträger:innen weltweit.

Das Bewusstsein für die eigenen Patient:innen- und Versichertenrechte nimmt zwar zu, dennoch sind die Prozesse und Ansprüche, beispielsweise im Genehmigungsverfahren, weiterhin nicht ausreichend transparent - wie auch das Bundesamt für Soziale Sicherung als Aufsicht über die bundesweiten Krankenkassen wiederholt feststellte. Intransparenz besteht auch weiterhin über die Versorgungsansprüche im Kontext der Hilfsmittelversorgung, obwohl der Gesetzgeber gerade die Informationspflichten der Krankenkassen ausgebaut hat. Die Kenntnis über die Rechte und Ansprüche sind jedoch essenziell bei der Ausübung des Wahlrechts und bei der Überprüfung der eigenen Versorgung.

Aktuell überarbeitet der GKV-Spitzenverband die Produktgruppe 29 Stomaartikel des Hilfsmittelverzeichnisses (HMV), das den Produkten auch die zum Hilfsmittel zugehörigen Leistungen definiert. Zur Sicherung der qualitativen Versorgung kommt es darauf an, dass diese Leistungen ausreichend abgebildet sind. Beratung, Einweisung und Unterstützung müssen bei Komplikationen mit dem Stoma in der Praxis und in der Häuslichkeit gesichert sein, so der BVMed.

Bei der Hilfsmittelversorgung eines operativ angelegten Darm- oder Blasenausganges können erhebliche Komplikationen wie Hautentzündungen und Undichtigkeiten auftreten, die bei einer unzureichenden Versorgung die Lebensqualität beeinträchtigen. "Extrem wichtig sind daher die hohen Anforderungen an die Hilfsmittel-Leistungserbringer, die sich mit Expertise und Fachwissen direkt an Patient:innen für eine optimale Versorgungsqualität einsetzen", heißt es in einem BVMed-Positionspapier zu "Anforderungen an die Stomaversorgung".

Der Einsatz der erforderlichen Stomaprodukte wird durch Therapiespezialisten von dem jeweiligen Leistungserbringer begleitet und ist mit intensiver Beratung und umfangreichen Dienstleistungen für die physische, psychische und soziale Rehabilitation der Betroffenen verbunden. "Nur durch die untrennbar mit dem Produkt verbundene Dienstleistung ist es möglich, Menschen mit einem künstlichen Darm- oder Blasenausgang die Teilhabe am aktiven Leben und Lebensqualität zu ermöglichen", erläutert die BVMed-Expertin Juliane Pohl.
Der BVMed repräsentiert über 230 Hersteller und Zulieferer der Medizintechnik-Branche sowie Hilfsmittel-Leistungserbringer und Homecare-Versorger. Die Medizinprodukteindustrie beschäftigt in Deutschland über 235.000 Menschen und investiert rund 9 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Der Gesamtumsatz der Branche liegt bei über 34 Milliarden Euro, die Exportquote bei 66 Prozent. Dabei sind 93 Prozent der MedTech-Unternehmen KMU. Der BVMed ist die Stimme der deutschen MedTech-Industrie und vor allem des MedTech-Mittelstandes.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband Medizintechnologie e.V. (BVMed) Manfred Beeres, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Reinhardtstr. 29b, 10117 Berlin Telefon: (030) 246255-0, Fax: (030) 246255-99

(mj)

NEWS TEILEN: