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Pressemitteilung

Wechsel von Köhler zur AOK / KV NW: Entscheidung akzeptieren – doch beim EBM handeln

(Stuttgart) – Die Kassenärztliche Vereinigung Nord-Württemberg fordert weiterhin einen Stopp des EBM 2000plus. „Der schon jetzt höchst umstrittene neue einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) kann unter keinen Umständen zum 1. Januar 2005 eingeführt werden. Wir müssen die Diskussion, die mit dem Wechsel des Hauptgeschäftsführers Dr. Andreas Köhler in den Vorstand des AOK-Bundesverbandes losgetreten wurde, dazu nutzen, jetzt nochmals entscheidende Weichen zu stel-len.“ Nach der Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden der KV NW, Dr. med. Werner Baumgärtner, besteht nun eine letzte Chance, die offensichtlichen Probleme des EBM 2000plus konstruktiv zu be-sprechen.

Die KV NW gibt zu Bedenken, dass Wechsel bei Spitzenmanagern in der freien Wirtschaft nichts Ungewöhnliches seien. Dass Dr. Andreas Köhler nun aber die Schuld für seinen Wechsel bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und auch bei den niedergelassenen Ärzten suche, sei nicht nachzuvollziehen. „Köhler war die treibende Kraft rund um den EBM 2000plus, er wurde vor neun Monaten zum Hauptgeschäftsführer der KBV ernannt“, führt Dr. Baumgärtner aus. „Unsere Ärzte werden sich heute zu Recht fragen, ob er selbst den Glauben an sein Werk verloren hat. Das ist für mich ein weiteres Indiz dafür, dass wir alle uns zur Verfügung stehenden Kräfte dafür einsetzen müssen, diesen EBM zum jetzigen Zeitpunkt aufzuhalten.“

Baumgärtner sieht seine kontinuierlich vorgebrachten Einwände gegen den EBM 2000plus bestätigt. Der EBM 2000plus verspreche eine Besservergütung ärztlicher Leistung, ohne dass die notwendigen Mittel dafür vorhanden wären. „Das Problem sind nicht die EBM-Strukturen an sich. Das Problem liegt vielmehr darin, dass man nicht alle Kraft daran gesetzt hat, schlüssig zu erläutern, wie die neuen Regelleistungsvolumen (RLV) ausgestaltet sind, wann sie kommen und wie die Mehrleistung von Ärzten vergütet werden soll.“ Da-mit, dass zunächst der EBM-Entwurf vorlag und erst hinterher die neuen Regelleistungsvolumen festgelegt wurden, habe man das Pferd von hinten aufgezäunt. „Wir müssen jetzt die Notbremse ziehen, den EBM in seiner jetzigen Form sofort stoppen und in Klausur gehen. Erst wenn endgültig klar ist, wie sich die neuen Regelleistungsvolumen tatsächlich auswirken werden, kann das Thema EBM 2000plus abgeschlossen wer-den.“ Ohne feste Vergütung durch Regelleistungsvolumen wird eine befriedigende Neuregelung der Vergütung ärztlicher Leistungen mittels EBM nicht gelingen, stellt die KV NW fest.

Quelle und Kontaktadresse:
Kassenärztliche Vereinigung Nord-Württemberg
Albstadtweg 11, 70567 Stuttgart
Telefon: 0711/78750, Telefax: 0711/7875274
E-Mail: info@kvnw.de
Internet: www.kvnw.de
(dvf)