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Pressemitteilung

27.11.1999 00:45
IG BAU/Greenpeace e.V.

Wärmedämmung als Jobknüller

(Hamburg) - Die Umweltorganisation Greenpeace und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) haben am 26.11. in Hamburg eine Studie vorgestellt, die die großen Potenziale der Gebäudesanierung für den Klimaschutz und den Arbeitsmarkt eindrucksvoll belegt. Ein nationales Wärmeschutzprogramm für die Isolierung und Sanierung von Wohnungen kann bis zum Jahr 2020 die Emissionen des Treibhausgases Kohlendioxid im Gebäudebestand um insgesamt 58 Prozent senken (Vergleichsjahr 1999). Der Energieverbrauch der Gebäude wird dabei mehr als halbiert. Darüber hinaus würden dauerhaft mehr als 400.000 Arbeitsplätze in der Baubranche, im Handwerk und in anderen Wirtschaftszweigen entstehen.

Die Organisationen sehen die Studie des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie als klares Signal an die Bundesregierung, dass die Bausanierung ein Schwerpunkt künftiger Klimaschutz- und Arbeitsmarktpolitik werden muss. Jan Rispens, Klimaexperte bei Greenpeace: "Bundeskanzler Schröder kann auf einen Schlag zwei Ziele erreichen: einen Meilenstein für sein angekündigtes Klimaschutzprogramm setzen und 400.000 Arbeitsplätze schaffen. Also, ran an die Wärmedämmung!"

Holger Bartels, beim Bundesvorstand der IG BAU zuständig für Umweltpolitik, meint dazu: "Der Fall Holzmann zeigt, dass die Baubranche eine Zukunftsperspektive dringend benötigt. Ein nationales Wärmeschutzprogramm ist der richtige Weg und ein praktisches Beispiel für ein Bündnis für Arbeit und Umwelt". Greenpeace und die IG BAU suchen gemeinsam Wohnungsbaugesellschaften, die ihren Gebäudebestand entsprechend sanieren wollen.

In der Studie mit dem Titel "Gebäudesanierung - Eine Chance für Klima und Arbeitsmarkt" wurde ein Wärmeschutz-Szenario mit dem Szenario "Weiter wie bisher" verglichen. Im Wärmeschutz-Szenario werden jährlich etwa doppelt so viele Wohnungen saniert wie heute. Die für das Programm notwendigen Mehrinvestitionen von 15 Milliarden Mark jährlich werden fast ausschließlich durch die Wohnungseigentümer finanziert. Um diese Investitionen für sie interessant zu machen, sollte der Staat die Maßnahmen fördern. Das Bundesbauministerium könnte einen Teil der Fördergelder vom Neubau- in die Altbausanierung umleiten. Bei entsprechender Änderung des Mietrechts sind die Mieter vor erhöhten Warmmieten geschützt.

Durch die positiven Auswirkungen des Programms auf dem Arbeitsmarkt würden die staatlichen Sozialausgaben sinken und die Steuereinnahmen steigen, wodurch der Staat in der Gesamtbilanz nur unwesentlich belastet würde. "Eine Unterstützung in der Altbausanierung ist wesentlich wirksamer für den Klimaschutz und bringt deutlich mehr Arbeitsplätze als im Neubau", betont Holger Wallbaum, Koordinator des Projektes am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie.


Quelle und Kontaktadresse:
IG-BAU / Greenpeace Pressekontakte:
Rückfragen bitte an Jan Rispens (Greenpeace)
Tel. 0171 - 8780- 820 oder 040-30618-326
Holger Bartels (IG Bau)Tel. : 0171- 8353026 oder 069-95737-135
Pressestelle, Holger Wallbaum (Wuppertal Institut)
Tel. : 0202-2492-171 (ab Montag)
E-Mail: presse@greenpeace.de
Internet: www.greenpeace.de
(dvf)