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Pressemitteilung

Unfallstatistik der Polizei Berlin: "Kein Grund zur Entwarnung"

(Berlin) - Fußgänger und Radfahrende bleiben besonders gefährdet. Abbiegefehler von Kfz-Fahrenden sind weiterhin Hauptunfallursache. Berliner Senat und Bezirke sind trotz Mobilitätsgesetz meilenweit von "VisionZero" entfernt. Die heute veröffentlichte Unfallstatistik für das vergangene Jahr zeigt: 147.306 Verkehrsunfälle gab es 2019 in Berlin. In 17.797 Fällen wurden dabei Menschen verletzt, 40 davon mit Todesfolge. Die Zahl der Radunfälle nahm leicht ab von 7.971 auf 7.854. Bei 5.469 der Radunfälle wurden Radfahrende verletzt, davon in 670 Fällen schwer und in sechs Fällen mit Todesfolge. Die Zahl der Verletzten ging somit im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück, ist aber höher als in den vier Jahren zuvor. Besonders gefährdet sind nach wie vor Menschen zu Fuß und auf dem Fahrrad, zusammen bilden sie einen Anteil von 75 Prozent der Verkehrstoten. In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden bereits fünf Radfahrende getötet.

"Im letzten Jahr gab es in Berlin weniger Verkehrstote. Doch die Zahl der Verletzten ist höher als in nahezu allen Vorjahren. Deshalb gibt es keinen Grund zur Entwarnung, Radfahren in Berlin ist noch nicht sicherer geworden. Das Mobilitätsgesetz verpflichtet Senat und Bezirke zur Vision Zero. Davon sind wir jedoch meilenweit entfernt. Städte wie Helsinki und Oslo machen es längst vor: Null Verkehrstote sind möglich. Die notwendigen Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit sind alle bekannt: Weniger Autos, Verkehr entschleunigen, gefährliche Kreuzungen entschärfen - Berlin muss endlich handeln", fordert Frank Masurat, zuständig für Politik im Vorstand des ADFC Berlin.

Die Hauptunfallursache von Autofahrenden gegenüber Radfahrenden bleiben Fehler beim Abbiegen. Während ihre Zahl im letzten Jahr leicht zurückging, nahm die zweithäufigste Unfallursache gegenüber Radfahrenden erneut zu, das unter "Dooring” bekannte unachtsame Öffnen der Autotür. Die häufigsten Unfallursachen von Radfahrenden, fehlerhaftes Einfahren in den fließenden Verkehr und Benutzung der falschen Fahrbahn bzw. des Gehwegs nahmen wie bereits in den Vorjahren ab.

"Die meisten schweren Unfälle mit Radfahrenden passieren an Kreuzungen, oft, weil die Einmündungen schlecht einsehbar sind. Die vielen Abbiegeunfälle zeigen: Wir brauchen eine Infrastruktur, die Fehler verzeiht, Sicherheitstechnik wie elektronische Abbiegeassistenten in Lkw und mehr Kontrollen des Abbiegeverhaltens seitens der Polizei. Das Traurige ist: Leider handeln die Verantwortlichen meist erst, wenn jemand stirbt", sagt Daniel Pepper, zuständig für Verkehrssicherheit im Vorstand des ADFC Berlin.

Die Unfallstatistik der Polizei zum Download: https://www.berlin.de/polizei/aufgaben/verkehrssicherheit/verkehrsunfallstatistik

Quelle und Kontaktadresse:
Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V. - Landesverband Berlin (ADFC)
Pressestelle
Yorckstr. 25, 10965 Berlin
Telefon: (030) 448 47 24, Fax: (030) 44340520
E-Mail: pressemitteilungen@lists.adfc-berlin.de
Internet: www.adfc-berlin.de/
(dvf, ds)