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Pressemitteilung

Tierschutzbericht 2005: Tierschutz-Ruck in Deutschland nötig

(Bonn) - Bundesministerin Renate Künast hat ihren Tierschutzbericht 2005 vorgelegt. Er ist zugleich eine Bilanz des Erfolges und die Verpflichtung, die Agrarwende weiter voranzutreiben. Der Deutsche Tierschutzbund hofft, dass endlich ein Tierschutz-Ruck durch Deutschland geht. Der endgültige Durchbruch für den Tier- und Verbraucherschutz darf nicht durch politischen Lagerkampf aufgehalten werden.

„Die rot-grüne Bundesregierung hat sich engagiert für den Tierschutz eingesetzt. Aus dem Tierschutzbericht ist aber auch herauszulesen, dass wir von einem humanen Umgang mit den Tieren noch weit entfernt sind. Wir freuen uns daher, dass die Bundesregierung mit dem Bericht auch das Bekenntnis abgibt, dass die Verbesserung des Tierschutzniveaus eine Daueraufgabe ist“, bilanziert Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, den heute vorgelegten Bericht. Apel setzt zugleich darauf, dass nun ein Tierschutz-Ruck durch Deutschland geht.

Der Tierschutzbericht offenbart neben Erfolgen auch Gründe für Stillstand. Dies zeigt u.a. die aufgeregte Debatte über die Zukunft der Legehennenhaltung und der Schweinehaltung in Deutschland. Einerseits beweist die Diskussion, dass erfreulicherweise das Thema Tier- und Verbraucherschutz auf der politischen Agenda an Bedeutung gewonnen hat. Andererseits offenbaren die Widerstände der Bundesratsmehrheit, dass das Thema für den politischen Lagerwahlkampf missbraucht wird. So wurden beispielsweise für die rund 40 Mio. Schweine in Deutschland noch keine Verbesserungen erreicht.

Es gibt in Deutschland Herausforderungen, bei denen der Deutsche Tierschutzbund auf ein unvermindertes Engagement der Ministerin setzt: Millionen von Mastkaninchen werden qualvoll in Drahtgitterkäfigen gehalten. Jährlich werden rund 40 Mio. Hähnchenküken zerschreddert, weil sie für die Legehennehaltung „nicht zu nutzen sind“. Aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes sind dies zwei exemplarisch genannte Bereiche, in denen das Tierschutzgesetz deutlich missachtet wird und der Gesetzgeber dringend zum Handeln aufgefordert ist.

Das in einem jahrzehntelangen Kampf erreichte Staatsziel Tierschutz und damit einhergehende Verpflichtungen in der Tierhaltung werden im Tierschutzbericht eher als Allgemeinplatz erwähnt. Das fehlende Verbot der Pelztierhaltung und die weiter aufgeschobene Novellierung des Jagdrechts zeigen auch, dass Bundesministerin Renate Künast im eigenen Regierungslager noch Überzeugungsarbeit leisten muss.

Im Bereich der Tierversuche bleibt festzustellen, dass die Förderung der Alternativmethoden, bei denen kein Tier leidet, noch weiter verstärkt werden muss. Mit 2,1 Millionen Versuchstieren auf nationaler und 10,7 Millionen auf europäischer Ebene kann sich kein Tierschützer abfinden.

Auf europäischer Ebene ist die deutsche Bundesministerin Impulsgeberin für eine neue Agrarpolitik. Sie hat erheblichen Anteil daran, dass die Agrarförderung nach und nach auf tier- und naturgerechte Bewirtschaftung ausgerichtet wird. Das war auch der ausschlaggebende Grund für die diesjährige Verleihung der europäischen Tierschutzmedaille am 25. April 2005 an Renate Künast. Ihrer Initiative ist es beispielsweise zu verdanken, dass der EU-Agrarrat den Schutz der Tiere beim Transport in Einzelbereichen erweitert hat. Der Wermutstropfen: Die dringend nötige Reduzierung der Transportzeiten ist an den Mehrheitsverhältnissen gescheitert.

„Die qualifizierte Mehrheit, die auf EU-Ebene für Veränderungen nötig ist, bleibt ein harter Brocken, bei dessen Beseitigung Renate Künast besonders gefordert ist. Im Europa der 25 wird es sicher noch schwieriger Fortschritte zu erzielen. Den berechtigten Befürchtungen, dass Stillstand im Tier-, Natur- und Verbraucherschutz regiert bis die neuen EU-Mitglieder aufgeholt haben, muss begegnet werden. Die Bundesregierung muss weiter aktiv werden um dem Tier- und Verbraucherschutz auch auf europäischer Ebene zum Durchbruch zu verhelfen“, bilanziert Apel die europäische Lage auf Grundlage des Tierschutzberichts.


Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Tierschutzbund e.V.
Baumschulallee 15, 53115 Bonn
Telefon: 0228/604960, Telefax: 0228/6049640
E-Mail: presse@tierschutzbund.de
Internet: www.tierschutzbund.de
(dvf)