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Pressemitteilung

Spürbare Fortschritte beim Gewässerschutz

(Frankfurt) - Die Funde von Pflanzenschutzmitteln in Flüssen und Seen sind deutlich weniger geworden. Zu dieser positiven Entwicklung haben schnell abbaubare neue Wirkstoffe und moderne Pflanzenschutzmittel beigetragen, die schon mit Aufwandmengen von wenigen Gramm pro Hektar wirken.

Der Schutz der Oberflächengewässer spielt bei der Entwicklung neuer Produkte weiterhin eine wichtige Rolle. Allerdings braucht die Pflanzenschutzindustrie langfristig verlässliche Vorgaben von Politik und Behörden, um zielgerichtet forschen zu können. Darauf wies Friedrich Dechet, Umweltreferent im Industrieverband Agrar, auf der Tagung "Pflanzenschutz und Gewässerschutz" hin, die auf Initiative der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft kürzlich in Berlin stattfand.

"Produkte mit niedrigen Aufwandmengen können zwangsläufig nicht in großen Mengen in die Gewässer geschwemmt werden," erläuterte Dechet. Neue Zubereitungen der Pflanzenschutzmittel bewirken, dass sie besser an den behandelten Pflanzen haften; ein nachfolgender Regenguss kann sie deshalb nicht so leicht ab- und ins nächste Gewässer einwaschen. Die Saatgutpillierung, bei der das Pflanzenschutzmittel dem Saatkorn als Hülle mitgegeben wird, macht es von vornherein unmöglich, dass Wirkstoffe wie beim Sprühen verweht oder abgeschwemmt werden. Allerdings gibt es Zielkonflikte bei der Wirkstoffentwicklung, die Kompromisse fordern. Beispielsweise werden Substanzen, die sich fest an die Bodenteilchen anlagern, nicht so leicht ausgewaschen. Gerade die feste Bindung bremst jedoch den Abbau des Pflanzenschutzmittels.

Nicht nur die physikalischen Stoffeigenschaften spielen eine Rolle bei der Entwicklung gewässerschonender Pflanzenschutzmittel. Neue Wirkstoffe werden immer auch darauf geprüft, ob sie Organismen wie Algen, Wasserflöhe oder Fische gefährden. Ist dies der Fall, bedeutet es meist das Aus für eine neue Substanz.

"Die forschungsintensive Pflanzenschutzindustrie braucht langfristig verlässliche Rahmenbedingungen, wenn sie weitere Fortschritte beim Gewässerschutz erreichen soll," betonte Dechet. Nur eine von 20 000 chemischen Verbindungen, die auf ihre Eignung als Pflanzenschutzmittel getestet werden, bringt es zur Marktreife. Das aufwändige Prüfverfahren für die Zulassung führt dazu, dass das frühestens nach acht Jahren der Fall ist. "Wenn in dieser Zeit unvorhersehbare neue Anforderungen an die Wirkstoffeigenschaften hinzukommen, wird der Entwicklungsaufwand so hoch, dass auch vielversprechende neue Moleküle nicht weiter verfolgt werden können", kritisierte Dechet.

Der Landwirt spielt eine wichtige Rolle beim Schutz der Gewässer. Wenn er seine Flächen möglichst lange im Jahr durch Einsaaten oder Pflanzenreste bedeckt hält, verhindert er Bodenerosion und die damit verbundene Abschwemmung von Pflanzenschutzmitteln. Er kann die Abdrift reduzieren, indem er Düsen einsetzt, die grobe Tropfen erzeugen, oder indem er am Feldrand mit vermindertem Druck arbeitet. Auch durch unbehandelte Reihen am Feldrand kann er vermeiden, dass Pflanzenschutzmittel in benachbarte Gewässer geschwemmt oder verweht werden.

Eigens angelegte und gepflegte Randstreifen können zusätzlich den Austrag von Pflanzenschutzmitteln vermindern, vor allem, wenn dort gleichzeitig Hecken angepflanzt werden. Allerdings bedeutet das Flächenverlust und Mehrarbeit für den Landwirt. "Man sollte darüber nachdenken, ob das Anlegen solcher Schutzbiotope nicht wie eine Flächenstilllegung betrachtet und finanziell gefördert werden kann", meinte Dechet.

Viel für den Gewässerschutz tun kann der Landwirt, indem er seine Feldspritze nicht auf dem Hof, sondern auf dem Feld befüllt und reinigt. Damit vermeidet er, dass bei diesen Arbeiten Spritzbrühe in die Kanalisation und von dort in die Flüsse gelangt. Die vergangenen Jahre haben allerdings gezeigt, dass eine sehr intensive Beratung nötig ist, um die Landwirte dazu zu motivieren. Kritisch zu sehen ist in diesem Zusammenhang, dass die Zahl der Beratungskräfte für die Landwirtschaft immer weiter zurückgeht.



Quelle und Kontaktadresse:
Industrieverband Agrar e.V.
Karlstr. 19-21, 60329 Frankfurt
Telefon: 069/25561281
Telefax: 069/236702
E-Mail: schmid.iva@vci.de
Internet: www.iva.de
(dvf)