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Pressemitteilung

Run auf Öko-Schweine

(Gräfelfing) – Schweinebraten, Schinken und Schnitzel aus Öko-Landbau sind derzeit begehrt wie nie. Der Run hat Gründe: Zum einen verwenden Bauern, die nach den Naturland Richtlinien wirtschaften, keinerlei Masthilfsmittel oder Fütterungsantibiotika. Die Tiere werden artgerecht gehalten, bekommen Öko-Futter, und Massentierhaltung d.h. ohne Bindung an die Fläche, ist verboten. Zum anderen entdecken immer mehr Verbraucher, dass ihnen Öko-Fleisch einfach besser schmeckt. Ein Naturland Betrieb wurde für seine zukunftsweisende Schweinehaltung jetzt sogar mit einem Bundespreis ausgezeichnet.

„Schweinmastskandale, wie sie gegenwärtig die konventionelle Landwirtschaft erschüttern, sind bei uns kein Thema,“ erklärt Gerald A. Herrmann, Geschäftsführer von Naturland in Gräfelfing. „Unsere Bauern halten sich an konsequente Richtlinien und werden genau kontrolliert.“ Auch wenn sich das Anbieter aufgrund der gestiegenen Nachfrage wünschen: Beschleunigen lässt sich die Aufzucht von Öko-Schweinen nicht. Der Kreislauf der Natur bestimmt das Tempo. Gerald A. Herrmann: „Das Angebot kann nur vergrößert werden, wenn mehr Bauern auf den anerkannt Ökologischen Landbau umstellen. Und wenn Verbraucher bereit sind, auf Dauer etwas mehr für Fleisch auszugeben, das von artgerecht und ökologisch aufgezogenen Tieren stammt – ohne bedenkliche Futtermittelzusätze!“ Die Sicherheit für den Verbraucher: Die Art, wie Öko-Bauern ihre Schweine halten, ist exakt geregelt.


Ringelschwänze kupieren verboten

Die Ferkel dürfen sechs Wochen bei der Mutter säugen, mehr als doppelt so lange wie bei konventionell gehaltenen Tieren. Die jungen Schweine dürfen sowohl ihre Eckzähne als auch ihre Ringelschwänze behalten. Abkneifen und kupieren ist verboten. In vielen konventionellen Ställen, vor allem bei Massentierhaltung, werden Ringelschwänze kupiert und die kleinen spritzen Eckzähne der Ferkel abgeschliffen. Mehr Ruhe sollten diese Maßnahmen in den Stall bringen, Stress reduzieren. Ohne die spitzen Eckzähne wird die Muttersau garantiert nicht gestört und um zu verhindern, dass sich die Tiere aus Langeweile die Schwänze ihrer Stallgenossen als Spielzeug aussuchen, werden diese kurzerhand abgeschnitten.


Stroh für den Spieltrieb

In der Ökologischen Tierhaltung sind solche Maßnahmen nicht nur verboten, sie sind auch schlicht überflüssig. Reizarme Umgebung, dichte Buchtenbelegung und Stress – die wichtigsten Faktoren für Kannibalismus – sind im Öko-Stall keine Gefahren. Nach den Naturland Richtlinien müssen die Sauen Zugang zum Freien und/ oder Weidegang haben. Schweine sind soziale und verspielte Tiere, und das beachten Öko-Bauern. Auf den Liegeflächen liegt Stroh zum Kauen und Spielen, und zum Toben bleibt genügend Platz in großzügigen Aktivitätsbereichen. Ställe mit vollständig perforierter Bodenfläche (Vollspaltenböden, Käfige, Flatdecks) sind nicht zugelassen. Ställe müssen ausreichend Licht und ein gutes Raumklima bieten. Die Ferkel können sich mindestens 14 Tage in Einzelhaltung an ihre Mutter gewöhnen, bevor sie mit anderen gleichaltrigen Ferkeln und ihren Müttern zusammen in „Mutter-Kind“-Gruppen spielen dürfen


Öko-Futter als Basis

Die Grundlage der Tierernährung sind selbsterzeugte Futtermittel des Betriebes, die Zahl der Tiere richtet sich nach der vorhandenen Fläche des Hofes. Mindestens 50% des Futters muss vom eigenen Betrieb stammen. Zugekaufte Futtermittel müssen ebenfalls von einem Ökobetrieb stammen. Lediglich im Fall nicht ausreichender Verfügbarkeit dürfen bei Schweinen maximal 15 % Eiweißfuttermittel aus konventioneller Erzeugung eingesetzt werden (ausschließlich Sonnenblumen-, Lein- und Rapssamen, -kuchen u. –expeller, Treber, Kartoffeleiweiß, Bierhefe, Milchprodukte, Maiskleber). Masthilfsmittel und Fütterungsantibiotika sind verboten. Tiermehl, Fischmehl oder importiertes Soja haben Öko-Schweine bei Naturland noch nie bekommen. Stattdessen fressen sie Ackerbohnen, Erbsen und Kartoffeleiweiß. Leguminosen wie Ackerbohnen und Erbsen binden den Stickstoff aus der Luft und sind auf dem Öko-Hof ein wichtiger Bestandteil der Fruchtfolge (Betriebskreislauf).


Stressfeste Schweine

Die Mast eines Öko-Schweins dauert ca. sechs Monate. Das Endgewicht liegt bei etwa 115 kg, das bedeutet ein Schlachtgewicht von gut 90 kg. Was die Rassen angeht, so werden auf dem Öko-Hof im Durchschnitt die gleichen Schweinerassen bevorzugt wie auf konventionellen Höfe, da die Anforderungen die der Markt stellt (Fettgehalt, Maserung etc.) die gleichen sind. Eine Besonderheit gibt es bei bayerischen Naturland Bauern: Ihre Schweine sind alle reinerbig stressstabil. Dadurch bleibt das Fleisch beim Braten saftig und in Form. Die Qualität wird also nochmals erhöht.


Förderpreis für Naturland Hof

Ein Naturland Betrieb wurde soeben besonders geehrt: Er erhielt von Bundesverbraucherministerin Renate Künast den „Förderpreis Ökologischer Landbau“. Paul und Christine Knoblach im bayerischen Bergrheinfeld bekamen den Bundespreis für ihre Leistung in der ökologischen Weidehaltung von Mastschweinen. Familie Knoblach integriert die Schweinhaltung in ihre Fruchtfolge. Die Tiere leben im Freien auf großen Weideflächen, geschützt von einem transportablen Elektrozaun und von versetzbaren Hütten ohne Fußboden. Jedes Tier hat 160 Quadratmeter Platz. Nach der Saison wird die Weide als Acker genutzt. Erst nach sechs Jahren dürfen wieder Schweine auf dieses Stück Land. Die langen Intervalle bei der Weidenutzung und die Freilufthaltung sind artgerecht, halten die Tiere gesund und sind rentabel.


Quelle und Kontaktadresse:
Naturland - Verband für naturgemäßen Landbau e.V.
Kleinhaderner Weg 1
82166 Gräfelfing
Telefon: 089/8980820
Telefax: 089/89808290
E-Mail: naturland@naturland.de
Internet: www.naturland.de
(dvf)