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Pressemitteilung

Repräsentative Umfrage: Drei Viertel der EU-Bürger für Ausstieg aus dem Tierversuch

(Köln) - Nach einer aktuellen EU-weiten Umfrage sprechen sich fast drei Viertel der EU-Bürger für einen Ausstiegsplan aus dem Tierversuch aus. 76 Prozent der Deutschen wünschen zudem, dass die EU mehr Forschungsgelder in die Entwicklung von tierversuchsfreien Verfahren investiert. Die Ergebnisse der Umfrage stützen die Forderungen der Kampagne "Ausstieg aus dem Tierversuch. JETZT!", mit der sich ein breites Bündnis aus 15 deutschen Tierschutzorganisationen für einen Masterplan für den Ausstieg aus dem Tierversuch einsetzt.

Einer aktuellen repräsentativen EU-weiten Umfrage zufolge sprechen sich fast drei Viertel der EU-Bürger für verbindliche Ziele und Fristen für die Abschaffung von Tierversuchen aus (1). 66 Prozent fordern sogar, dass die EU sofort alle Tierversuche beenden sollte. Darüber hinaus sind 70 Prozent der Erwachsenen in der EU der Meinung, dass der vollständige Ersatz von Tierversuchen durch tierversuchsfreie Methoden Priorität haben sollte. In Deutschland ist die Zustimmung für höhere Investitionen in tierleidfreie Verfahren mit 76 Prozent sogar noch höher.

Die Zahlen decken sich mit den Ergebnissen einer im März 2017 in Deutschland durchgeführten repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa (2). Danach lehnt der überwiegende Teil der Deutschen Tierversuche ab. Fast 70 Prozent wünschen einen Ausstiegsplan aus Tierversuchen, wie ihn die Niederlande 2016 vorgelegt haben.

"Die Ergebnisse der Umfragen zeigen deutlich, dass die Menschen in der EU und in Deutschland einen Wandel im Umgang mit den Tieren wünschen. Dies ist ein klares Signal für die Politik, den lange überfälligen Paradigmenwechsel mit einem konkreten Ausstiegsplan einzuleiten", fordert Christina Ledermann, Vorsitzende des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte.

"Der Ausstieg kann nur funktionieren, wenn humanbasierte tierversuchsfreie Verfahren endlich angemessen gefördert werden. Doch obwohl sich EU- und deutschlandweit eine eindeutige Mehrheit dafür ausspricht, fördert die Bundesregierung tierversuchsfreie Verfahren, verglichen mit der tierexperimentellen Forschung, absolut unzureichend. Die Niederlande setzten sich bereits 2016 mit dem Komplex Ausstiegsplan auseinander. Nun ist Deutschland an der Reihe, den Willen der eigenen Bürger endlich umzusetzen. Ziel sollte sein, dass die EU weltweit führend in der tierversuchsfreien Forschung wird", erklärt Dipl. Biol. Julia Radzwill, wissenschaftliche Mitarbeiterin von Ärzte gegen Tierversuche.

Unter der Federführung der Vereine Ärzte gegen Tierversuche und des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte startete zu Jahresbeginn ein Bündnis aus insgesamt 15 Tierschutz- und Tierrechtsvereinen die gemeinsame Kampagne "Ausstieg aus dem Tierversuch. JETZT!". Die Verbände fordern von der Bundesregierung eine Gesamtstrategie für einen Systemwechsel vom grausamen, wissenschaftlich fragwürdigen Tierversuch hin zu einer modernen, humanrelevanten Forschung des 21. Jahrhunderts. Dabei ist eine Umschichtung der Fördergelder dringend erforderlich. Zudem bedarf es umgehender Sofortverbote, konkreter Zielvereinbarungen mit Ausstiegsdaten und schnellerer Anerkennungsverfahren für tierversuchsfreie Systeme.

Quelle und Kontaktadresse:
Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Pressestelle
Goethestr. 6-8, 51143 Köln
Telefon: (02203) 9040990, Fax: (02203) 9040991
E-Mail: info@aerzte-gegen-tierversuche.de
Internet: www.aerzte-gegen-tierversuche.de/
(dvf, sf)