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Pressemitteilung

Nationalpark Eifel ein Papiertiger / NABU NRW bemängelt katastrophale Missstände

(Düsseldorf) - Der NABU Landesverband NRW bemängelt die katatstrophalen Missstände im Nationalpark Eifel. „Seit fast drei Jahren hat Nordrhein-Westfalen einen Nationalpark, der zurzeit aber eher den Eindruck eines Papiertigers macht“, sagt Birgit Beckers, stellvertretende Vorsitzende des NABU NRW. Denn einen kompletten Nationalparkplan, der Kernzonen festlegt, in denen der Schutz der Natur absoluten Vorrang hat, gäbe es noch nicht. Die Kommunen und Kreise Aachen, Düren und Euskirchen hätten gegen die Empfehlungen der anerkannten Naturschutzverbände, gegen die naturschutzfachlichen Gutachten der Landesanstalt für Ökologie, sogar gegen einen Erlass des Umweltministeriums einen Wegeplan durchgedrückt, der allen fachliche Bewertungen widerspräche. Und die Bundesforstverwaltung würde weiterhin jährlich 150 Rothirsche mitten in der Kernzone des Nationalparks erlegen.

„Zustände, die mit dem ursprünglichen Nationalparkgedanken und den festgelegten Naturschutzzielen nicht vereinbar sind“, so Beckers. Denn seit dem 1.1.2005 dürfe der ehemalige Truppenübungsplatz Vogelsang von jedermann betreten werden. Offiziell nur auf Wegen die im Wegeplan dafür festgehalten sind. „Nur daran halten sich längst nicht alle und auf Drängen der Kommunen wurden auch Wege freigegeben, die die Ruhezonen für den Rothirsch zerschneiden“, erklärt die stellvertretende Landesvorsitzende des NABU. Dies führe zu massiven Störungen der Tiere, insbesondere auf den großen Freiflächen rund um die Burg Vogelsang - mit der Folge, dass sich die Rothirsche schon heute kaum noch blicken ließen. Die weiterhin jährlich erfolgende Jagd würde ihren Teil dazu beitragen, dass sich das Rotwild in die Wälder zurückzöge. Beckers: „Dies steht auch im krassen Gegensatz zu den ursprünglichen touristischen Zielen der Region, denn die Möglichkeit auf den großen Freiflächen des ehemaligen Truppenübungsplatzes tagsüber ungestört Rothirsche beobachten zu können, sollte als touristische Attraktion vermarktet werden.“

Als ob das alles noch nicht genug wäre, soll nun an der Ostgrenze des Nationalparks Eifel, direkt angrenzend an die Freiflächen des Truppenübungsplatzes, eine Umgehungsstraße für die Ortschaft Dreiborn gebaut werden. „Sollten diese Pläne tatsächlich umgesetzt werden, bleiben Rotwilderlebnis und Naturschutz wohl auf der Strecke“, so Beckers. Der NABU NRW warne die Kommunen davor, mit ihren singulären Interessen den Erfolg des Nationalparks und damit den Aufschwung des Tourismus in der Region zu gefährden. „An die Landesregierung appelliert der NABU, diesem Treiben ein Ende zu setzen und den ersten nordrhein-westfälischen Nationalpark zu dem zu machen, was er sein sollte – ein Schutzgebiet für Mensch und Natur.“

Quelle und Kontaktadresse:
Naturschutzbund Deutschland, Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V.
Pressestelle
Merowinger Str. 88, 40225 Düsseldorf
Telefon: (0211) 159251-0, Telefax: (0211) 159251-15
E-Mail: info@nabu-nrw.de
Internet: www.nabu-nrw.de
(dvf, bl)