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Pressemitteilung

Konjunkturumfrage 2020/2021: Metall- und Elektroindustrie in der Krise

(Köln) - Die Stimmung in der Metall- und Elektroindustrie in Köln und Umgebung ist zum Jahreswechsel 2020/2021 weiterhin stark eingetrübt. Dies zeigen die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage des Arbeitgeberverbandes kölnmetall unter 28 Betrieben mit insgesamt 11.632 Beschäftigten.

"Die aktuelle Stimmung ist angespannt. Die Umfrage spiegelt klar wider, in welch schwieriger Lage sich unsere Unternehmen derzeit befinden. Es ist ein Kampf an mehreren Fronten gleichzeitig: Der laufende Transformationsprozess, die Rezession, der Brexit und COVID‑19 - jeder Punkt ist für sich genommen schon eine Herkulesaufgabe", fasste Wolfgang Reß, Hauptgeschäftsführer von kölnmetall, das Stimmungsbild zusammen. Unklar sei auch, wie stark der verschärfte Lockdown sich auf die Unternehmen auswirken werde. "Unsere Industrie ist widerstandsfähig, aber weitere Belastungen verträgt sie nicht", so Reß.

Mit Blick auf die anlaufende Tarifrunde appellierte er daher in Richtung IG Metall: "Die Krise, die 2019 schon begonnen hat, ist noch lange nicht vorbei. Standortsicherung und der Erhalt von Arbeitsplätzen müssen weiter die höchste Priorität haben." Der nächste Tarifabschluss dürfe die Unternehmen nicht überfordern - "weder in der Höhe noch was die Komplexität der gefundenen Regeln angeht", mahnte Reß.

Derzeit beurteilen die Hälfte der befragten Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht. Was die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate angeht, erwarten rund 71 Prozent eine gleichbleibend (schlechte) Entwicklung. Allerdings hoffen 21,4 Prozent auf eine Verbesserung der Geschäfte.

50 Prozent der befragten Firmen müssen aktuell eine unbefriedigende inländische Auftragslage beklagen, ein Viertel bewertet diese als immerhin befriedigend. Die aktuelle Auftragslage aus dem Ausland wird von sogar 52 Prozent der Unternehmen als schlecht eingestuft, nur 8 Prozent bewerten die Nachfragesituation als gut.

Mit einer Verbesserung der Auftragslage im Inland in den nächsten sechs Monaten rechnen 25 Prozent aller befragten Firmen. Fast 68 Prozent erwarten dagegen keine Veränderung der unbefriedigenden Situation, weitere 7 Prozent befürchten sogar eine Verschlimmerung. Was die Erwartungen an die Auftragslage aus dem Ausland im kommenden Halbjahr angeht, rechnen 28 Prozent in den kommenden sechs Monaten mit einer Besserung. Weitere 68 Prozent erwarten eine gleichbleibende Entwicklung und 4 Prozent eine Verschlechterung.

Wenig Grund zu Optimismus bietet die aktuelle Ertragslage: Nur circa 7 Prozent der Unternehmen können von guten Erträgen berichten, eine schlechte Ertragssituation beklagen dagegen knapp 54 Prozent der Metallfirmen. Der Ausblick auf das kommende Halbjahr zeigt ein gemischtes Bild: So rechnen 18 Prozent mit einer weiteren Verschlechterung, weitere 18 Prozent hoffen auf eine Besserung. Das Gros der Unternehmen erwartet dagegen eine unveränderte Fortsetzung der überwiegend schlechten Ertragssituation.

Die Beschäftigungsentwicklung in den letzten sechs Monaten ist positiv zu bewerten und zeigt, dass die Unternehmen trotz Rezession an ihren Kernmannschaften festhalten: 63 Prozent der Unternehmen hielten im abgelaufenen Halbjahr unverändert an ihrer Belegschaft fest, bei 21 Prozent wurden sogar Neueinstellungen vorgenommen. Dagegen müssten 16 Prozent der Unternehmen Personal entlassen.

Wie dramatisch die Corona-Pandemie sich auf die Unternehmen auswirkt, zeigt sich auch an der drastisch gestiegenen Kurzarbeit. In 84 Prozent der befragten Firmen wurde kurzgearbeitet. Mehrarbeit kam nur bei einer Minderheit vor.

In den kommenden sechs Monaten wollen 64 Prozent der Firmen der schwachen Konjunktur zum Trotz ihren Personalbestand nicht verändern, weitere 21 Prozent wollen sogar Neueinstellungen vornehmen. Ein Personalabbau steht dagegen bei 14 Prozent der Befragten ins Haus. Mit Kurzarbeit rechnen 43 Prozent im nächsten Halbjahr, nur knapp 4 Prozent werden aller Voraussicht nach Mehrarbeit anordnen.

Trotz der sich weiter eintrübenden konjunkturellen Aussichten wollen auch 2020 viele Unternehmen an ihrem Ausbildungsengagement festhalten. Drei Viertel aller Befragten wollen in diesem Jahr die Zahl der Ausbildungsplätze unverändert lassen, weitere rund 11 Prozent planen sogar eine Steigerung.

Die Investitionsbereitschaft 2021 bleiben angesichts des wirtschaftlichen Umfelds auf niedrigem Niveau: Nur knapp 18 Prozent wollen die Inlandsinvestitionen ausweiten, dagegen wollen fast 36 Prozent weniger an deutschen Standorten investieren. Betrachtet man die Situation an ausländischen Standorten, so wollen rund 24 Prozent aller Befragten ihre Investitionen dort erhöhen. Gleichzeitig wollen rund 35 Prozent ihre Auslandsinvestitionen verringern.

Quelle und Kontaktadresse:
kölnmetall Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie Köln e.V. (AGV)
Saskia Dieke, Leiterin Politik und Kommunikation
Herwarthstr. 18-20, 50672 Köln
Telefon: (0221) 579040, Fax: (0221) 5790455
E-Mail: verband@koelnmetall.de
Internet: www.koelnmetall.de
(dvf, sf)