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Pressemitteilung

Keine Jagd auf Kormorane und Gänse / NABU NRW fordert absolute Jagdruhe an Gewässern

(Düsseldorf) – Der Naturschutzbund NABU NRW fordert die Landesregierung auf, sich in dieser Woche im Kabinett eindeutig gegen den von Umweltminister Uhlenberg vorgelegten Entwurf einer Kormoranverordnung mit der darin enthaltenen generellen Freigabe des Kormoranabschusses auszusprechen und auch die Landesjagdzeitenverordnung zur Freigabe der Jagd auf weitere Gänsearten sofort zurückzuziehen. „Wer in diesen Zeiten den Abschuss von Kormoranen und die Jagd auf Gänse freigibt, wie möglicherweise das NRW-Landeskabinett, handelt unverantwortlich!“, sagt Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU. Angesichts der Ausweitung der Vogelgrippe, die über kurz oder lang auch NRW erreichen wird, müsse eine absolute Jagdruhe an den Gewässern herrschen, fordert der NABU.

Die Berührung mit abgeschossenen Tieren sei risikoreich und das Verscheuchen nicht getroffener aber möglicherweise infizierter Vögel durch die Schüsse führe dazu, dass sie an andere Orte vertrieben und damit den H5N1-Virus weiter verbreiten würden. Genau das Gegenteil von Jagdausweitung müsse nun beschlossen werden: Es gilt, die Tiere großräumig zu schonen, um unnötige Beunruhigungen und das Aufscheuchen der Vögel zu verhindern und den direkten Kontakt mit abgeschossenen, angeschossenen und möglicherweise infizierten Tieren zu vermeiden. Das kann nur durch eine ganzjährige Jagdverschonung aller Wasservögel sichergestellt werden. Allen Jägern wird der dringende Rat gegeben, sich weiteren Abschüssen von Wasservögeln konsequent zu verweigern, um sich und gegebenenfalls auch ihre Hunde nicht selbst in die Gefahr einer Ansteckung zu bringen.

Heftig kritisiert der NABU auch die anhaltenden Forderungen der Anglerverbände nach einer Freigabe der Jagd auf Kormorane. Immer wieder würde dies mit einer Überpopulation des Kormorans und massiven Schäden an natürlichen und eingesetzten Fischbeständen begründet. „Da scheuen sich die Fischereiverbände auch nicht, die europaweiten Kormoranbestände und den von ihnen gefressenen Fisch hochzurechnen und dann diese Zahlen mit den von Anglern und Fischern in Deutschland entnommen Fischmengen zu vergleichen – so geschehen in einem gemeinsamen Positionspapier der Landesanglerverbände der neuen Bundesländer“, erklärt Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW.

Dass der Kormoran europaweit mehr Fisch fresse als die Berufs- und Angelfischerei hier in Deutschland entnehme, sei nicht weiter überraschend und schon lange kein Grund, hier die Freigabe der Jagd zu fordern. Tatsächlich würde der bundesweite Kormoranbestand von circa 20.000 Brutpaaren rund 20.000 t Fisch erbeuten, während die Fischerei nach eigenen Angaben zwischen 60.000 und 65.000 t Ertrag erziele –also das dreifache dessen, was der Kormoran benötige. Die rund 900 nordrhein-westfälischen Brutpaare kämen gerade auf 900 t Fisch und das seien zumeist Weißfische, die für Angler nicht von Interesse sind. „Allerdings stimmen wir mit den Fischereiverbänden darin überein, dass die eigentliche Ursache für die ´relative Fischarmut` unserer Gewässer auf den Verlust der Strukturvielfalt an Bächen und Flüssen, die Gewässerverschmutzung durch Landwirtschaft und Industrie und die hohe Verbauungsrate zurückzuführen ist“, so Tumbrinck. Hier müsse man ansetzen, um das Problem zu lösen.

Quelle und Kontaktadresse:
Naturschutzbund Deutschland, Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V.
Pressestelle
Merowinger Str. 88, 40225 Düsseldorf
Telefon: (0211) 159251-0, Telefax: (0211) 159251-15
E-Mail: info@nabu-nrw.de
Internet: www.nabu-nrw.de
(dvf, sk)