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Pressemitteilung

Handwerk unterstützt Ost-Erweiterung der EU

(Berlin) – "Zur Osterweiterung der Europäischen Union gibt es aus der Sicht des Handwerks keine Alternative, sowohl aus politischen als auch aus wirtschaftlichen Gründen." Dies stellte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Dieter Philipp, bei einer gemeinsamen Konferenz von Handwerksorganisation, Europäischer Kommission und Vertretern der Republik Polen im Haus des Deutschen Handwerks in Berlin fest. Es kommt jetzt darauf an, so Philipp, die Handwerksbetriebe bei der Nutzung der wirtschaftlichen Chancen gezielt zu unterstützen und noch vorhandene Ängste vor der Konkurrenz aus den mittel- und osteuropäischen Ländern abzubauen.

Philipp betonte, dass die Erweiterung mit Augenmaß betrieben werden muss. Im Fall eines ungeregelten Zustroms ausländischer Arbeitnehmer und Dienstleister - vor allem in den werkstattungebundenen Bereichen - drohen Gefahren für Arbeitsplätze im Handwerk. Daher sind mehrjährige, flexible Übergangsfristen im Bereich der Freizügigkeit von Arbeitnehmern und Dienstleistungen erforderlich.

Ein notwendiger Schritt zur Abfederung der EU-Osterweiterung für Arbeitsplätze und Wirtschaft in den grenznahen Regionen Ost ist der Beschluss zur Fortführung der Investitionszulage mit einer Präferenzregelung. Philipp: "Unverständlich ist aber, dass die von der Osterweiterung besonders betroffenen Handwerksbetriebe, vor allem die Bau- und Ausbaubetriebe bei der Förderung ab 2002 außen vor bleiben sollen." Der ZDH-Präsident mahnte hier eine Gleichstellung mit dem Verarbeitenden Gewerbe an.

Das Handwerk sieht in der EU-Ost-Erweiterung erhebliche wirtschaftliche Potentiale. Mit Hilfe von Öffnungsklauseln sollte laut Philipp eine kontrollierte Zuwanderung von Fachkräften und Auszubildenden aus den mittel- und osteuropäischen Ländern nach Deutschland ermöglicht werden. Damit könnte der in vielen Bereichen des Handwerks zunehmende Mangel an Fachkräften reduziert und die Integration vertieft werden.

Besondere Bedeutung erlangt die Bildung von Unternehmenskooperationen, die Förderung von Auslandsinvestitionen und die Verstärkung der Partnerschaften zwischen Wirtschaftseinrichtungen. Philipp forderte eine bessere institutionelle Abstimmung zwischen EU, Bund und Ländern für mehr Transparenz bei der Außenwirtschaftsförderung. Auch müssen die Förderprogramme an die Strukturen und Bedürfnisse der kleinen und mittleren Unternehmen angepasst werden.

Daneben gilt es, die bestehende Lücke bei der Förderung von Joint Ventures auf europäischer Ebene schnell zu schließen. Erfolgversprechend ist zudem die Unterstützung beim Aufbau von Kompetenzzentren beiderseits der Grenzen. Diese Zentren beraten die Handwerksbetriebe und erteilen spezifische Informationen zu den Rahmenbedingungen auf den Märkten in Mittel- und Osteuropa. In den Grenzregionen erfordert die Integration nicht zuletzt eine Infrastrukturoffensive.

Im Rahmen der sogenannten Sensibilisierungskampagne der Europäischen Kommission will sich der ZDH gemeinsam mit anderen Spitzenverbänden der Wirtschaft engagieren und in Kooperation mit der Handwerksorganisation so einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung und Vertrauensbildung im Handwerk leisten.


Quelle und Kontaktadresse:
Zentralverband des Deutschen Handwerks e.V. (ZDH)
Mohrenstr. 20 /21
10117 Berlin
Telefon: 030/206190
Telefax: 030/20619460
E-Mail: info@zdh.de
Internet: www.zdh.de
(dvf)