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Pressemitteilung

Handelsblatt negiert Urheberrecht

(Bonn) - Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat heftige Kritik am Versuch des Handelsblattes geübt, freien Journalisten eine honorarfreie Abtretung von Nutzungsrechten abzuverlangen. Dieses Ansinnen entziehe den Freien die Existenzgrundlage, sagte der DJV-Bundesvorsitzende, Prof. Dr. Siegfried Weischenberg am 9. August. Hauptberuflich freie Journalisten seien wirtschaftlich darauf angewiesen, ihre Beiträge mehrfach zu verwerten, zumindest wenn diese nicht exklusiv und damit gegen entsprechendes Honorar verkauft würden, sagte der DJV-Bundesvorsitzende.

Das Handelsblatt legte seinen freien Mitarbeitern einen vermeintlich harmlosen Formbrief vor. Bei Unterzeichnung des Schreibens treten die für das Handelsblatt tätigen freien Journalistinnen und Journalisten die Nutzungsrechte für ihre Beiträge umfassend an die Zeitung ab. Einbezogen sind damit sämtliche Multimedia- und Datenbankrechte. Eine zusätzliche Honorierung für die Beitragsverwertung in elektronischen Medien ist nicht vorgesehen. Als blanke Ironie bezeichnete Weischenberg den Zusatz des Handelsblatt-Schreibens, der Brief solle die immer wieder "diskutierte Frage der Veröffentlichungsrechte klären". Vielmehr würden statt der gewünschten Klärung die Rechte freier Journalisten mit Füßen getreten.

Der DJV fordert Chefredaktion und Geschäftsführung des Handelsblattes auf, das Formschreiben umgehend zurückzuziehen und bereits unterschriebene sog. Zweitschriften des Formbriefs an die Unterzeichner zurückzugeben. Es müsse statt dessen eine differenzierte Rechteübertragung und Honorierung für die Beiträge freier Journalisten in den Print- und Elektronischen Medien des Handelsblattes vereinbart werden, verlangte Weischenberg. Dabei müsse den freien Journalisten auch nachvollziehbar erläutert werden, welche Nutzungsrechte zu welchem Zweck benötigt werden.

"Das Vorgehen des Handelsblatts zeigt, dass es höchste Zeit für die erwartete Reform des Urheberrechtsgesetzes ist" sagte der DJV-Bundesvorsitzende. Die Rechte freier Publizisten und Künstler müssten dringend verbessert werden, um einen derartigen Umgang mit ihrem geistigen Eigentum künftig verhindern zu können.


Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Journalisten-Verband e.V.
Bennauerstr. 60, 53115 Bonn
Telefon: 0228/201720
Telefax: 0228/2017233
E-Mail: djv@djv.de
Internet: www.djv.de
(dvf)