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Pressemitteilung

11.01.2001 11:46
Greenpeace e.V.

Gentechnik in der Landwirtschaft birgt neue Gefahren

(Hamburg) - Die Bundesregierung will neue Wege in der Agrarpolitik gehen. Die designierte Ministerin Renate Künast sieht ihre Hauptaufgaben in der Rückgewinnung von Vertrauen in sichere Lebensmittel und der langfristigen wirtschaftlichen Absicherung der Landwirtschaft durch eine Umgestaltung zu mehr naturnaher Produktion.

Die zukünftige Landwirtschaftsministerin will sich nicht vor den Lobbies der Agrarindustrie verstecken. Dem Verbraucherschutz will sie Vorrang einräumen vor den Belangen einzelner Interessengruppen. Neben der Verantwortung für die Landwirtschaft wird dem neuen Ministerium auch die Zuständigkeit für die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände und die Stiftung Warentest zugeschoben, die bislang beim Wirtschaftsministerium lag.

Bundeskanzler Schröder drohte den Bauern schon mit einer "Schmälerung ihres Einflusses". Dieser Kampfansage sieht Bauernpräsident Gerd Sonnleitner noch gelassen entgegen. Er sehe zwar keinen Anlass für einen grundlegenden Richtungswechsel in der Landwirtschaft, bislang habe der Bauernverband aber mit jedem Minister gut zusammengearbeitet.

Diesmal geht es jedoch an die Substanz: Die über Jahrzehnte mit Subventionen gepäppelte Agrarindustrie soll wieder "naturnaher" wirtschaften und gesunde Lebensmittel produzieren. Höhere Preise müssten dafür in Kauf genommen werden. Greenpeace begrüßt die grundsätzliche Neuausrichtung, fordert jedoch, nicht auf halbem Weg stehen zu bleiben.

"Wer den Umbau der Agrarindustrie fordert, muss auch die Gentechnik auf dem Acker, im Futter und in Lebensmitteln verhindern. Es geht nicht nur darum, BSE-Tests an Rindern zu organisieren. Nachdem die Bundesregierung und ihre Vorgänger das Risiko BSE viel zu spät bekämpft haben, droht jetzt der gleiche Fehler bei der Gentechnik," kommentiert Christoph Then, Gentechnik-Experte bei Greenpeace, die Vorhaben der Bundesregierung.

"Die Gentechnik würde die Landwirtschaft weiter in die falsche Richtung treiben, sie hätte die vollkommene Industrialisierung der Erzeugung von Lebensmitteln zur Folge," so Then weiter.



Quelle und Kontaktadresse:
Greenpeace e.V.
Große Elbstr. 39
22767 Hamburg
Telefon: 040/306180
Telefax: 040/30618100
E-Mail: mail@greenpeace.de
Internet: www.greenpeace.de
(dvf)