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Pressemitteilung

Fünf-Punkte-Strategie gegen Fachkräfte-Mangel / ZAW fordert zur Offensive im Arbeitsmarkt

(Bonn) - Der Werbeplatz Deutschland braucht ein offensives Konzept gegen den immer deutlicher spürbaren Mangel an qualifizierten Mitarbeitern. Andernfalls gerät die betriebswirtschaftlich effiziente Marktkommunikationspolitik der werbenden Firmen unter Druck. Darauf weist der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) im Zusammenhang mit den Ergebnissen seiner regelmäßigen Analyse von Stellenofferten hin. Danach sind die Arbeitsplatzangebote im ersten Halbjahr 2000 um 36 Prozent auf 6.930 gestiegen. Der Boom im Arbeitsmarkt Werbung hatte bereits im Zeitraum 1996 bis 1999 zu einer Verdoppelung der Stellenausschreibungen in den drei Arbeitgeberbereichen werbende Firmen, Werbeagenturen und Medien geführt.

Vielfältige Gründe für stark umworbene Werber
Die Ursachen für die deutlich angezogene Suche nach Talenten in der Werbebranche liegt nach ZAW-Beobachtung in Wechselwirkungen. Während insbesondere in den Bereichen neuer Medientechniken ständig zusätzliche Arbeitsplätze in Zusammenhang mit Werbung entstehen, wandern aus dem klassischen Bereich der Werbung zunehmend Werbefachexperten zur dot.com-Industrie ab. Der dadurch entstehende Mangel an qualifizierten Mitarbeitern werde durch die weiter expandierende Werbebranche zusätzlich verschärft. Dies fördere Wanderbewegungen insbesondere zwischen den Werbeagenturen. Sie klagen über den Mangel an gut ausgebildeten und erfahrenen Fachleuten für die Sektoren Internet, Text, Gestaltung und Planung. Dies gehe parallel aus einer Analyse des Gesamtverbands Werbeagenturen (GWA) hervor.

Mittelfristig werde sich laut ZAW-Einschätzung der Mangel an Fachkräften in der Werbewirtschaft noch durch den vorgezeichneten Rückgang der deutschen Bevölkerung verschärfen. So werde allein der Anteil der jungen Bevölkerung unter 20 Lebensjahren von gegenwärtig 22 Prozent auf 15 Prozent im Jahr 2040 sinken. Bereits jetzt mache sich ein Rückgang bei den Schulanfängern bemerkbar.
ZAW denkt an ein Maßnahmenbündel der Betroffenen.

Der ZAW will mit einem Fünf-Punkte-Plan der Lage im Arbeitsmarkt Werbung entgegenwirken. "Wir brauchen rechtzeitig eine Strategie, die ein Bündnis der Betroffenen in die Tat umsetzt. Damit könnte das wichtigste Kapital der Werbebranche, die Mitarbeiter, erhalten und ausgeweitet werden", sagte ein Sprecher der Dachorganisation, der 40 Verbände der werbenden Wirtschaft, der Auftraggeber von Werbung sowie der Dienstleistungsbereiche Werbeagenturen und der Medien angehören.

Für notwendig hält der ZAW unter anderem eine Analyse des Arbeitskräftebedarfs bis 2015. Untersucht werden sollten ebenso die Ausbildungsangebote in Deutschland. Erforderlich sei gleichfalls ein Kommunikationskonzept, um im Bereich der Werbewirtschaft "kontinuierliches Lernen" durch angebotene Fortbildungsprogramme zu fördern. Eine zentrale Job-Börse im Internet könnte außerdem nach Vorstellungen des ZAW - unter Einschluss erfahrener Mittler - Stellenanbieter und Werbefachkräfte schneller und effizienter zusammenführen. Darüber hinaus müsse die individuelle Beratung vor allem des Nachwuchses durch spezielle Kommunikationsprojekte intensiviert werden.

Auch Dienstleister stellen verstärkt Werbeexperten ein
Aus der aktuellen ZAW-Analyse der Arbeitsplatzangebote für Werbeberufe im ersten Halbjahr 2000 geht hervor, dass die Werbeagenturen erneut mit großem Abstand die meisten Stellenangebote ausschreiben. Im ersten Halbjahr kamen sie auf 4.820 Inserate mit einem erheblichen Plus von knapp 38 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders stark zugenommen hat in diesem Arbeitsbereich der Werbewirtschaft die Suche nach Grafikern und Mediadesignern, Kontaktern, Art-Direktoren und Textern. Auch für die Werbemittelproduktion wurden verstärkt Mitarbeiter nachgefragt. Gleichfalls intensiv war die Suche nach Experten im Bereich der Medien als Werbeträger.

Bei den Auftraggebern von Werbung fällt auf, dass die Offertenanzahl der Warenhersteller zwar um 16 Prozent auf 354 gestiegen sind. Deutlich expansiver sei aber die Ausweitung der Menge an Beschäftigten im Dienstleistungsbereich: Er steigerte seine Nachfrage nach Werbeexperten um 35 Prozent (822 Ausschreibungen). Schwerpunkte dort waren die Berufsbereiche Grafiker, Mediaexperten sowie Arbeitsplätze in der Werbeplanung.

Wie der ZAW weiter mitteilt, sind in der Werbewirtschaft gegenwärtig insgesamt 360.000 Mitarbeiter beschäftigt - rund 37.000 Fachleute in Werbeabteilungen der Anbieter (Produzenten, Dienstleister, Handel), 130.000 in der Werbegestaltung (bei Werbeagenturen, Grafik-Studios, in der Schauwerbung, Werbefotografie, Film- und Lichtwerbung) sowie 13.000 im Sektor Werbemittelverbreitung (bei Verlagen, Funkmedien, Plakatanschlag sowie Vermarktungsunternehmen). Unmittelbar abhängig von Werbeaufträgen sind darüber hinaus 180.000 Beschäftigte in Zulieferbetrieben wie beispielsweise in der Papierwirtschaft sowie in den Betrieben der technischen Medienverarbeitung.

Quelle und Kontaktadresse:
Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft ZAW e.V.
Villichgasse 17, 53177 Bonn, Telefon: 0228/820920, Telefax: 0228/357583
E-Mail: zaw@zaw.de
Internet: www.zaw.de
(dvf)