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Pressemitteilung

Freie Tankstellen sind brutalem Verdrängungswettbewerb ausgesetzt

(Bonn) - Das von der DEA Mineralöl AG eingeführte Payback-Rabattkartensystem hat in der Tankstellenbranche der Bundesrepublik einen bis dato noch nicht dagewesenen Preiskampf ausgelöst, durch den kleine und mittlere Kraftstoffanbieter in akute Existenznot geraten sind.

Der bft - Bundesverband Freier Tankstellen e.V. - teilt mit, dass die Markenanbieter seit nunmehr 5 Wochen ihre Kraftstoffe weitflächig an Tankstellen billiger anbieten, als sie sie dem mittelständischen Handel in der Großhandelsstufe abgeben. Dies erfüllt nach Ansicht des bft eindeutig den Tatbestand der verbotenen Diskriminierung und obendrein den des verbotenen Verkaufs unter Einstandspreis nach dem geltenden Kartellrecht. Freie Tankstellen können ihre Kraftstoffe in dieser Situation oft nur deutlich teurer als Markentankstellen anbieten, wodurch erhebliche Absatzverluste zu verzeichnen sind. Fast nirgendwo in Deutschland werden zur Zeit kostendeckende Margen erwirtschaftet.

Der bft hat das Bundeskartellamt um Hilfe angerufen. Das Amt hat inzwischen die Mineralölgesellschaften zur Auskunft über ihre Kalkulation der Kraftstoffpreise aufgefordert. Der Hilferuf an Bundeswirtschaftsminister Müller, mäßigend auf die Mineralölkonzerne, insbesondere auf die DEA einzuwirken, ist bisher ohne Reaktion geblieben, obwohl die Situation keinen Aufschub zulässt.

Der Preiskampf der Mineralölkonzerne wird innerhalb weniger Wochen dazu führen, dass der mittelständische Mineralölhandel in seiner Substanz erheblich zur Ader gelassen wird. Die Folge wird eine bruchartige Strukturveränderung der Tankstellenlandschaft zum Nachteil der Freien Tankstellen und damit der Angebotsvielfalt sein. Der Verbraucher wird nach der Strukturbereinigung die Zeche mit höheren Benzinpreisen in Deutschland zahlen.

Dieser Preiskrieg kostet das hauptverantwortliche Unternehmen DEA nach Schätzungen des bft ca. 30 Millionen, die Branche ca. 500 Millionen DM pro Monat. Da die DEA eine Gesellschaft ist, die zu einem erheblichen Anteil im Besitz der öffentlichen Hand ist, kann das Verhalten der Unternehmensspitze nur als unangemessen und unverantwortlich beurteilt werden.

Der bft fordert alle Verantwortlichen in der Branche auf, diesen wettbewerbswidrigen und ruinösen Preiskrieg sofort zu beenden und erwartet von der Politik wirksame Hilfe gegen den offensichtlichen Missbrauch der Marktmacht durch die Mineralölkonzerne. In dieser Situation ist es nicht mit Worten getan, es ist mittelstandspolitisches Handeln gefordert!

Quelle und Kontaktadresse:

Axel Graf Bülow, Bundesverband Freier Tankstellen e.V., Ippendorfer Allee 1 d, 53 127 Bonn, Tel 0228 910 29 – 0, Fax: 0228 910 29-29
E-Mail:
Internet: www.bft.de
(dvf)