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Pressemitteilung

Erneuerbare Energien statt "Krieg um Öl" / Irak-Krise ist auch ein Offenbarungseid des fossilen Zeitalters

(Paderborn) - Es bestehen wenig Zweifel, dass eine militärische Eskalation des Irak-Konfikts zu einer humanitären und friedenspolitischen Katastrophe führen kann. Nach Auffassung des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE) werden bislang die Fragen nach den Kriegsursachen und damit zugleich nach den Möglichkeiten einer nicht-militärischen Konfliktlösung von Vielen nicht glaubwürdig zu Ende gedacht.

Dabei ist der Zusammenhang zwischen den im Irak vorhandenen Ölquellen und dem Interventionsdruck offensichtlich. Die extreme Abhängigkeit von fossilen Ressourcen hat 1999 sogar dazu geführt, dass die NATO die Sicherung der Versorgungswege für "lebenswichtige Ressourcen" formell ihrem Zielkatalog zugefügt hat.

Mit einem möglichen Irakeinsatz soll nun der Zugang zu den aktuell zweitgrößten Erdölreserven der Welt gesichert werden. Dabei werden Tausende von Menschenleben und eine dauerhafte Destabilisierung der Region riskiert.

Angesichts dessen verbietet sich eigentlich eine ökonomische Argumentation. In diesem Fall sprechen aber auch alle wirtschaftlichen Argumente gegen den Krieg um Öl: Die von US-Kongress und UN geschätzten Militärkosten für Intervention und Besatzung belaufen sich über einen Zeitraum von 10 Jahren auf 560 Mrd. Dollar und damit umgerechnet auf 38,4 Dollar pro Barrel irakischem Erdöl (Vergleich OPEC-Preisband: 22 bis 28 Dollar ). Eine aktuelle Studie beziffert die gesamten ökonomischen Schäden alleine für die USA sogar auf bis zu 1.900 Milliarden Dollar .

Nur eine Abkehr von der fossilen Energie- und Rohstoffwirtschaft kann den Druck, den Zugang zu fossilen Ressourcen notfalls militärisch zu sichern, entscheidend vermindern. Um Ressourcenkonflikte zu vermeiden, fordert der BEE von der internationalen Staatengemeinschaft ein verstärktes Engagement im Bereich der Friedens- und Entwicklungspolitik. Dazu gehört der konsequente Ausbau der erneuerbaren Energien. Diese bieten weltweit Chancen: Industriestaaten ebenso wie wenig entwickelte Länder können sich aus der Abhängigkeit des fossilen Brennstoffimports befreien und zugleich mit dezentraler Wertschöpfung die wirtschaftlichen Bedingungen vor Ort verbessern. Die Nutzung der erneuerbaren Energien ist langfristig ein wesentlicher und zugleich bezahlbarer Beitrag zur Friedenssicherung.

Der BEE appelliert daher an die Bundesregierung, den eingeschlagenen Weg der Förderung erneuerbarer Energien national und weltweit konsequent weiterzugehen, auch um damit eine glaubwürdige Alternative zur kriegerischen Auseinandersetzung um Öl aufzuzeigen.

Der Bundesverband Erneuerbare Energie vereinigt als Dachverband 25 Spartenverbände und Initiativen mit über 15.000 Mitgliedern im Bereich der regenerativen Energienutzung. Die erneuerbaren Energien Sonne, Wasser, Wind, Erdwärme und Biomasse decken ca. 8 Prozent des Strom- und knapp 4 Prozent des Wärmebedarfes in der Bundesrepublik. Mit neuen Technologien können sie erhebliche Mengen konventioneller Treibstoffe ersetzen. Insgesamt beschäftigt die Branche in Deutschland bei einem Umsatz von 8 Mrd. Euro etwa 130.000 Menschen.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband Erneuerbare Energie e.V.
Teichweg 6
33100 Paderborn
Telefon: 05252/939800
Telefax: 05252/52945
E-Mail: info@bee-ev.de
Internet: www.bee-ev.de/
(dvf)