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Pressemitteilung

Einzelhandel will Elektro-Altgeräte freiwillig zurücknehmen

(Köln) - Der Handel ist bereit, sich freiwillig an der Rückführung von Elektro-Altgeräten zu beteiligen. Dies erklärten in Goch auf Einladung des Einzelhandelsverbands Kleve der Bundesverband Technik (BVT), der Bundesverband Bürowirtschaft (BBW) und der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE).

Karl-Josef Baum, Vorsitzender des HDE-Umweltausschusses warnte aber: "Eine Verpflichtung zur Rückführung von Elektro-Altgeräten würde jedoch die Handelsunternehmen vor kaum lösbare Probleme stellen." Die EU in Brüssel plant zur Zeit die Hersteller zur Behandlung und Verwertung der Altgeräte zu verpflichten. Darüber hinaus sollen neben den Kommunen auch die Handelsunternehmen zur Rücknahme von Altgeräten verpflichtet werden. Diese ist wie die Handelsverbände überzeugend darlegen konnten aus Kapazitäts-, Personal- und Kostengründen insbesondere im innerstädtischen Handel nicht möglich. Eine Auffassung, die auch von den Bundesländern mitgetragen wird.

Die Verbände wiesen darauf hin, dass von dem Richtlinienentwurf alle Elektro- und Elektronikgeräte, von der elektrischen Zahnbürste bis hin zum Gefriergerät, erfasst würden. Für eine Rücknahme dieser Geräte würden vielen Handelsunternehmen, insbesondere den City-Fachgeschäften, sowohl die erforderlichen Flächen- als auch Personalkapazitäten fehlen. Ferner würden mit einer Rücknahmeverpflichtung auf den Handel unkalkulierbare Sicherheits- und Hygienerisiken zukommen. Josef Thonnet, Radio- und Fernsehfachhändler: "Wenn der Handel Altgeräte freiwillig zurücknimmt, brauchen die Unternehmen die Sicherheit, dass ihre damit verbundenen Kosten gedeckt werden können." Erfahrungen mit der Rücknahme von Haushaltsgroßgeräten hätten gezeigt, dass die heute üblicherweise erhobene Entsorgungspauschale kaum ausreiche, um die anfallenden Kosten zu decken. Darüber hinaus urteilte Herford, dass die in Europa von Umwelt- und Verbraucherverbänden vorgetragene Forderung nach Einführung eins Pfands auf Elektro- und Elektronik-Altgeräte völlig weltfremd sei. Sie würde das Geld der Konsumenten in Milliardenhöhe über Jahre hinweg binden.

Die Forderungen des Handels finden nicht nur beim Bundesrat, sondern auch in Brüssel Unterstützung. So erklärte Karl-Heinz Florenz, Europaabgeordneter und Berichterstatter: "Die Forderungen des Handels nach Freiwilligkeit bei der Rücknahme sind verständlich. Die Richtlinie wird in ihrer derzeitigen Form Auswirkungen auf den Handel haben, insbesondere auf den Mittelstand. Wir müssen daher bemüht sein, den mittelständischen Händlern Ausweichmöglichkeiten zu bieten. Es muss jedoch weiterhin garantiert sein, dass der Konsument über ortsnahe Rückgabemöglichkeiten eine bequeme und ökologisch sinnvolle Möglichkeit zur Entsorgung seiner ausgedienten Elektronikaltgeräte bekommt."

Für die Handelsverbände ist es bedauerlich, dass die nachdrücklich vorgetragene Forderung des Handels nach einer lediglich freiwilligen Einbindung bislang auf europäischer Ebene kein Gehör fand. Florenz verspricht aber sich dafür einzusetzen, dass zumindest Kleinstelektroaltgeräte nicht unter die Rücknahmeverpflichtung fallen und im übrigen die erwartete Kostenbelastung für den Handel abzumildern. Ungeachtet dessen werden die Handelsverbände sowohl national als auch auf europäischer Ebene die Argumente des Handels vortragen und eine freiwillige Rücknahmeregelung einfordern.


Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband Bürowirtschaft e.V. (BBW)
Frangenheimstrasse 6
50931 Köln
Telefon: 0221/9408330
Telefax: 0221/9408390
E-Mail: bbw@einzelhandel.de
Internet: www.bbw-online.de
(dvf)