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Pressemitteilung

Deutschland verbietet krebserzeugende Dämmstofffasern

(Bonn) - Im nationalen Alleingang hat Deutschland das Vermarkten und die Verwendung krebserzeugender biopersistenter Dämmstofffasern im Hochbau mit Wirkung vom 1.6.2000 verboten. In der Vergangenheit wurden diese Fasern hauptsächlich zur Dämmung und Isolierung von Gebäuden verwendet. Bereits seit mehreren Jahren wird in den EU-Beratungen biopersistenten Dämmstofffasern eine krebserzeugende Wirkung unterstellt, die insbesondere durch die bei der Verarbeitung entstehenden Stäube hervorgerufen wird. Die EU-Kommission sah sich jedoch lediglich dazu veranlasst, auf die vorgelegten wissenschaftlichen Fakten mit einer bloßen Kennzeichnung biopersistenter Dämmstofffasern zu reagieren.

Die Bundesregierung trat in den EU-Beratungen der Auffassung der EU-Kommission entgegen und forderte zum Schutz der Beschäftigten und der Verbraucher ein Verbot der krebserzeugenden Dämmstofffasern. Dazu Bundesarbeitsminister Riester: "Das Verbot als Maßnahme des vorsorgenden Gesundheitsschutzes der Beschäftigten ist sozialpolitische Pflicht aber auch volkswirtschaftliche Notwendigkeit."

Die betroffenen Hersteller der Dämmstofffasern in Deutschland reagierten vor dem Hintergrund der wissenschaftlichen Ergebnisse und der Haltung der Bundesregierung prompt. Sie entwickelten innerhalb kurzer Zeit ungefährliche Dämmstofffasern, die sich im menschlichen Körper rasch auflösen und damit ihre krebserzeugende Wirkung verlieren. Ferner gründeten sie eine RAL-Gütegemeinschaft, um durch freiwillige Selbstbindung einen bundesweit einheitlichen Arbeits- und Verbraucherschutz zu gewährleisten. Durch die inzwischen erfolgte nahezu vollständige Umstellung der Produktion auf die innovativen Ersatzprodukte haben sich diese innerhalb kurzer Zeit auf dem deutschen Markt durchgesetzt.

Obwohl diese fortschrittlichen Produkte inzwischen auch außerhalb Deutschlands vermarktet werden, schlossen sich die EU-Kommission und andere Mitgliedstaaten dem deutschen Vorgehen bisher noch nicht an. Da in Folge dessen mit weiteren Importen krebserzeugender Dämmstofffasern aus den europäischen Nachbarstaaten zu rechnen ist, entschied sich die Bundesregierung konsequenterweise dazu, in einem nationalen Alleingang die krebserzeugenden Fasern zum Schutz der Beschäftigten und der Verbraucher zu verbieten. Durch das deutsche Vorgehen werden für die kommenden EU-Beratungen Vorgaben gesetzt, die für die EU-Kommission und die anderen Mitgliedstaaten als Maßstab gelten werden.


Quelle und Kontaktadresse:
Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA),
Referat Z a 6 (Information, Publikation, Redaktion),
Postfach 500, 53105 Bonn
E-Mail: info@bma.bund.de
Internet: www.bma.de
(dvf)