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Pressemitteilung

Deutscher Tierschutzbund zur Entscheidung der Innenministerkonferenz zu gefährlichen Hunden

(Bonn) - Die Innenministerkonferenz in Düsseldorf hat am 5. Mai über Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden entschieden. Demnach soll zunächst genauer definiert werden, welche Hunde gefährlich sind. Für besonders aggressive Zuchtlinien sollen Zuchtverbote möglich sein, einzelne gefährliche Hunde müssen kastriert bzw. sterilisiert werden. Halter sollen ihre Sachkunde und Zuverlässigkeit in Prüfungen nachweisen, und Kommunen können für bestimmte Rassen erhöhte Hundesteuern erheben.

"Die von der Innenministerkonferenz beschlossenen Maßnahmen sind zwar ein erster Schritt in die richtige Richtung, da man die Argumente des Tierschutzes zum Teil aufgegriffen hat. Dennoch bleibt die tatsächliche Realisierung wirklich problemlösender Maßnahmen weiterhin offen," kritisiert Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. "Die jetzt ausgesprochenen Empfehlungen zeigen, dass ein bundeseinheitliches Heimtiergesetz, wie es der Deutsche Tierschutzbund bereits seit Jahren fordert und mit dem die bestehenden Gesetzeslücken hinsichtlich Zucht, Haltung, Erziehung, Import und Handel mit Hunden geschlossen werden könnten, dringend notwendig ist", so Apel.

Selbstverständlich soll die Bevölkerung vor wirklich gefährlichen Hunden geschützt werden. Es ist jedoch nicht hinnehmbar, dass durch Verbote oder andere Beschränkungen Hundehalter dazu gezwungen werden, ihre Tiere abzugeben, ohne dass vorab geklärt wird, wer für diese Tiere dann verantwortlich ist. Die Folgen sollen als zusätzliche Last dem ehrenamtlichen Tierschutz aufgebürdet werden. Doch die Tierheime sind schon jetzt mit Hunden überfüllt. Ohne wesentlich höhere Förderung kann der ehrenamtliche Tierschutz keine zusätzlichen Aufgaben mehr übernehmen. Der Deutsche Tierschutzbund erwartet von den Politikern auf kommunaler und Landesebene, dass diese die Verantwortung für den Verbleib der betroffenen Hunde übernehmen.

"So ist es besonders bedauerlich, dass von den Innenministern keine Aussage zur Unterstützung der Tierheime getroffen wurde, die bereits jetzt vor allem durch die Übernahme so genannter Kampfhunde stark überlastet sind. Die Erhebung einer erhöhten Steuer für bestimmte Hunderassen wird auch zukünftig dazu führen, dass noch mehr Hunde in den Tierheimen abgegeben werden. Diese Mehrbelastung kann ohne zusätzliche Unterstützung von öffentlicher Seite nicht mehr geleistet werden", so Apel.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Tierschutzbund e.V. / Bündnis Tierschutz, Thomas Schröder, Baumschulallee 15, 53115 Bonn, Tel: 0228-604960, Fax: 0228-6049640
E-Mail: presse@tierschutzbund.de
Internet: www.tierschutzbund.de
(dvf)