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Pressemitteilung

Das Jobwunder nicht abwürgen / Unternehmerverband warnt vor Abschaffung der sachgrundlosen Befristung / Vor allem Berufsanfänger und -rückkehrer profitieren / Betriebe wollen langfristige Bindungen knüpfen

(Duisburg) - Wasser predigen und selbst Wein trinken - diesen Vergleich zieht Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes, beim Thema "Sachgrundlose Befristung" heran. Diese einzuschränken, plant gerade die Große Koalition. "In der Metall- und Elektro-Industrie liegt der Anteil an befristeten Arbeitsverhältnissen bei gerade einmal vier Prozent. Im staatlichen Hochschul- und Wissenschaftsbereich ist hingegen fast jeder zweite Mitarbeiter befristet beschäftigt, im gesamten öffentlichen Dienst fast jeder zehnte." Hauptkritikpunkt des Arbeitgebervertreters ist also, dass die Große Koalition neue Bürokratie und Einschränkungen für die Wirtschaft erzeugt, ohne das Kernproblem - die hohe Befristungsquote im öffentlichen Dienst - anzugehen.

Abseits dieser Kritik erläutert Wolfgang Schmitz, warum die sachgrundlose Befristung nicht nur für Unternehmen, sondern auch die Arbeitnehmer Vorteile hat.

"Sachgrundlose Befristungen in der Industrie weiter einzuschränken, geht schlichtweg an der Wirklichkeit der Unternehmen vorbei. Im derzeitigen Konjunkturabschwung bringt das die Unternehmen zudem völlig unnötig in Bedrängnis", so Schmitz. So seien flexible Beschäftigungsformen wichtig, um auch bei unsicherer Auftragslage noch Personal einzustellen. "Es geht also nicht um Hire`n`Fire, sondern um Flexibilität, um Auftragsspitzen und eben auch -dellen zu meistern." Zudem seien befristete Beschäftigungsverhältnisse ein probates Instrument, um andere Ansprüche der Arbeitnehmer erfüllen zu können. "Ich finde es gut, dass man sich heute Auszeiten nehmen kann - etwa um Angehörige zu pflegen oder in Elternzeit zu gehen. Die Arbeit im Betrieb muss aber trotzdem gemacht werden", verdeutlicht Schmitz.

Und auch für Arbeitnehmer bringt dieses Arbeitsmarktinstrument Vorteile, erläutert der Hauptgeschäftsführer: "Befristete Arbeitsverhältnisse helfen, Arbeitslosigkeit zu verhindern oder zu beenden. Sie ermöglichen soziale Teilhabe, die anderenfalls ausbliebe. Und sie sind für Ungelernte, Berufsanfänger und -rückkehrer eine gute Möglichkeit, sich im neuen Arbeitsverhältnis zu beweisen." Zudem steigen die Übernahmechancen in unbefristete Beschäftigung seit Jahren: Laut einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit erreichte die Übernahmequote im vergangenen Jahr mit 44,2 Prozent den höchsten Stand seit der ersten Messung 2009. "Ein befristeter Vertrag ist also keine Sackgasse, in der die Menschen in prekärer Beschäftigung oder in einer unsicheren sozialen Lage verharren. Vielmehr ist sie ein Sprungbrett in das Berufsleben", erläutert Schmitz.
Statt befristete Arbeitsverträge pauschal zu verteufeln, fordert Wolfgang Schmitz anzuerkennen, dass sie erheblich zum Jobwunder der vergangenen Jahre beigetragen haben. "Auch die geringe Erwerbslosenquote junger Menschen in Deutschland - europaweit gehören wir hier zu den Spitzenreitern - ist darauf zurückzuführen", betont Schmitz.
Laut Koalitionsvertrag will die Regierung den Anteil sachgrundloser Befristungen bei Firmen mit mehr als 75 Mitarbeitern auf 2,5 Prozent der Beschäftigten beschränken und die Höchstdauer dieser Befristungen von 24 auf 18 Monate verkürzen. Derzeit ist ein Referentenentwurf in Arbeit, der im Herbst fertig sein soll.

Quelle und Kontaktadresse:
Unternehmerverband - Die Gruppe e.V.
Pressestelle
Düsseldorfer Landstr. 7, 47249 Duisburg
Telefon: (0203) 993670, Fax: (0203) 355714
E-Mail: presse@unternehmerverband.org
Internet: www.unternehmerverband.org
(dvf, df)