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Pressemitteilung

Chancen und Probleme des Handwerks in der Internet-Ökonomie

(Gelsenkirchen) - Welche Chancen bietet das Internet künftig dem Handwerk und (wie) können Wissenschaft und Hochschulen helfen, diese Chancen zu nutzen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Vortragsveranstaltung am Institut Arbeit und Technik (IAT/Gelsenkirchen) mit dem E-Business-Experten Prof. Dr. Dr. Ralf Reichwald von der Technischen Universität München.

Führungskräfte aus Verbänden des Handwerks, Wirtschaft, Arbeit, Politik und Wissenschaft diskutierten die Chancen und Probleme kleiner und mittlerer Unternehmen sowie des Handwerks in der Internet-Ökonomie. Die Initiatoren der Runde - Dr. Thomas Köster vom Nordrhein-westfälischen Handwerkstag und IAT-Präsident Prof. Dr. Franz Lehner – wollen damit die Diskussion zwischen Wissenschaft und Handwerk anstoßen und so den Auftakt für eine nachhaltige Intensivierung der Beziehungen zwischen Wissenschaft und Handwerk schaffen.

Wie Reichwald erläuterte, sind die Kosten für Information und Kommunikation in den letzten 25 Jahren durch die „revolutionäre Innovation des Internet“ so drastisch gesunken, dass die Strukturen von Unternehmen jeder Größe sich ändern, nicht nur neue Absatz- und Beschaffungswege, sondern ganz neue Angebote und Märkte entstanden sind.

Für das Handwerk bedeutet das, dass der kleine Betrieb, der heute vor Ort enge Beziehungen zum Kunden pflegt und nur in einem Gewerk tätig ist, in der „Vision 2010“ zum Komplettanbieter wird, der vernetzt in Service-Webs mit anderen Handwerksbetrieben z. B. alle Leistungen rund um den Hausbau aus einer Hand anbietet.

Die Zukunftspotentiale der Internettechnologie für das Handwerk sieht Reichwald in der Vernetzung, die Koordinationsprobleme etwa auf einer Baustelle via Internet überwindet. Traditionelle Vorteile des Handwerks wie Qualität und Flexibilität, gute Kundenbeziehungen und maßgeschneiderte Lösungen für den Kunden können mit Hilfe der Internets - etwa einen guten Web-Auftritt und Maßanfertigung von Produkten - ausgebaut werden. Viele Unternehmen sind bereits auf einem guten Weg in dieser Richtung, rund 40 Prozent der Handwerksbetriebe in NRW verfügen über eine eigene Homepage – wenn auch noch nicht mit der weitreichenden Nutzung, wie sie Reichwald vorschlägt.

Um die gewaltigen Chancen, die in der Internettechnologie für Mittelstand und Handwerk stecken, erschließen zu können, wünscht sich Dr. Thomas Köster Hilfe von Wissenschaft und Hochschulen, etwa in Form einer „Zukunftswerkstatt“. „Wir brauchen einen intensivierten Dialog mit der Wissenschaft, um die großen Chancen der Klein- und Mittelbetriebe auch tatsächlich nutzen zu können“ so Köster. Helfen könnten hier auch die vielen Start-Ups im Umfeld von Universitäten, etwa Studenten, die sich per Computer und Internet von zu Hause aus selbstständig machen und eine enge Kooperation mit dem Handwerk eingehen könnten.

Diese Gründungen von Kleinunternehmen, die Dienstleistungen im Bereich Information und Kommunikation für Handwerksbetriebe erbringen, sollen gefördert werden, so ein Anliegen der Gesprächsrunde im IAT. Auch die Rektorin der Universität-GH Essen, Prof. Dr. Ursula Boos-Nünning, und der Rektor der Ruhr-Universität Bochum, Prof. Dr. Dietmar Petzina, haben dazu ihre Unterstützung zugesagt. Die Gespräche sollen weitergeführt und intensiviert werden. Ein weiteres Vorhaben ist die Entwicklung dualer Studiengänge, die eine Ausbildung im Handwerk mit einem Universitätsabschluss verbinden. Im Rahmen eines „Sonderentwicklungsbereiches“ in Form eines langfristigen Forschungsprojektes will man systematisch die Möglichkeiten von Internet und Mobilfunk für das Handwerk ausloten und umsetzen.


Quelle und Kontaktadresse:
Institut Arbeit und Technik
Munscheidstraße 14
45886 Gelsenkirchen
Telefon: 0209/17070
Telefax: 0209/1707110
E-Mail: braczko@iatge.de
Internet: www.iatge.de
(dvf)