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Pressemitteilung

Benchmarkstudie zur Informationsgesellschaft: Deutschland erhöht das Tempo

(Berlin) - Der BITKOM Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. hat in Berlin seine neue Studie „Wege in die Informationsgesellschaft“ vorgestellt. Sie zeigt, dass sich Deutschland zurzeit mit einer bislang nicht gekannten Dynamik entwickelt. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 35 Millionen neue Kommunikationsanschlüsse im Bereich Mobilfunk, Festnetz und Internet geschaltet. Davon entfallen allein 24 Millionen auf die Mobilkommunikation. Das ist ein auch international einzigartiger Rekordwert.

Mehr als 10 Millionen Deutsche gingen im vergangenen Jahr erstmals online. 7 Millionen PCs wurden verkauft, wodurch die Zahl der Ende 2000 installierten PCs gegenüber dem Vorjahr um knapp 2 Millionen auf etwa 28 Millionen anstieg. Die Zahl der Mobilfunkteilnehmer hat sich mit 48 Millionen gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. In der Verbreitung von ISDN ist Deutschland seit jeher führend, beim Einsatz der neuen Technologie DSL, die einen High-Speed-Internet-Zugang und große Bandbreiten ermöglicht, liegt Deutschland innerhalb Europas auf Rang eins. „Diese positive Entwicklung bringt uns auf dem Weg in die Informations- und Kommunikationsgesellschaft einen großen Schritt voran“, freut sich BITKOM-Präsident Volker Jung. Bereits im Jahr 2002 wird es nach Angaben Jungs in Deutschland mehr mobile als stationäre Internet-Terminals geben. Jung: „Auf dem Weg ins mobile Internet ziehen wir an allen Wettbewerbern einschließlich den USA klar vorbei.“ Diese Entwicklung dürfe nun nicht durch zusätzliche Gebühren und Abgaben oder die starren Regelungen des Betriebsverfassungsgesetzes gebremst werden.

Mobile Business treibt den Markt
Insbesondere die Mobilkommunikation und die neuen Telekommunikationsdienste im Umfeld von Mobile Business treiben den Markt für Informations- und Kommunikationstechnik (ITK) in Europa. Jung: „Wenn das Internet mit mobilen Anwendungen zusammenwächst, explodieren die Märkte. Dies zeigen vor allem die sprunghaft steigenden Umsätze im Mobile Business.“ Im mobilen elektronischen Handel wurden im vergangenen Jahr europaweit mehr als 2,5 Milliarden DM umgesetzt, in Deutschland waren es 483 Millionen DM. Bis 2003 kann in fast allen europäischen Ländern von jährlichen Wachstumsraten von ca. 200% ausgegangen werden. Bei mobilen Technologien und Anwendungen liegt die besondere Stärke der europäischen und der deutschen Industrie. Die aus den USA stammenden Slogans "Information at your fingertips" oder "Information everywhere, anyhow, anytime" werden nach Ansicht Jungs nun von der deutschen und europäischen Informations- und Kommunikationsgesellschaft umgesetzt. „Das mobile Internet der kommenden Jahre wird die Handschrift Europas tragen“, ist sich Jung sicher. „Das neue Internet liegt im ‚alten’ Kontinent.“

Neue Abgaben und Gebühren bremsen Investitionsneigung
Die ITK-Branche hat in Deutschland im Jahr 2000 innerhalb der Volkswirtschaft weiter an Gewicht und Bedeutung gewonnen. Dennoch werden die bestehenden Potentiale nicht vollständig ausgeschöpft. Der Anteil der ITK-Umsätze am Bruttoinlandsprodukt wuchs zwar im Jahr 2000 von 5,3% auf 5,7%. In der Spitzengruppe USA und Schweden werden aber bereits Werte zwischen 8 und 9% erzielt. Die Pro-Kopf-Ausgaben für Information und Kommunikation lagen im vergangenen Jahr in Deutschland bei 2.737 Mark. In der Schweiz und den USA wurde bereits die Marke von 5.000 Mark überschritten. Die Mittel, die zur Ersteigerung der UMTS-Frequenzen aufgewendet werden mussten, fehlen jetzt für Investitionen in die Netzinfrastruktur und neue Dienste. Vor diesem Hintergrund sollten laut BITKOM alle weiteren Maßnahmen unterbleiben, die eine dynamische Verbreitung neuer Informations- und Kommunikationsmedien behindern könnten. Hierzu zählen urheberrechtliche Abgaben auf PCs, Drucker und Handys ebenso wie Rundfunkgebühren im Internet. Auch die geplante Elektroaltgeräte-Richtlinie ist aus Sicht des BITKOM verbesserungswürdig.

Des weiteren ist nach Ansicht Jungs dafür zu sorgen, dass PCs auf die Schulbänke und das Internet in die Klassenzimmer kommen. Hierzu schlägt der BITKOM vor, die Anschaffung von Schüler-PCs steuerlich genauso zu behandeln, wie die Anschaffung von Lehrer-PCs. Zumindest mobile Schüler-PCs, die in das jeweilige Schulnetz eingebunden werden können, müssen als Sonderausgaben steuerlich voll anerkannt werden.

Geht es nach BITKOM, so sollten zudem Unternehmen ihre Mitarbeiter mit Home-PCs ausstatten können, ohne dass hierfür ein geldwerter Vorteil zu versteuern ist. In Schweden hat ein entsprechendes Programm zu einer rasanten Verbreitung von PCs geführt.

Scharfe Kritik am Betriebsverfassungsgesetz
Mehr Branchennähe forderte Jung beim Betriebsverfassungsgesetz. Dessen Novellierung sollte der ITK-Wirtschaft mehr Flexibilität statt neuer, starrer Regelungen bringen. Die ITK-Branche müsste nach Berechnungen des BITKOM zusätzlich zwischen 600 und 940 Mitarbeiter für eine Tätigkeit im Betriebsrat freistellen. In der Wirtschaft insgesamt würden 16.000 bis 18.000 Mitarbeiter zusätzlich freizustellen sein. Jung: „In einer Zeit, in der wir um jeden Mitarbeiter kämpfen und mit der Greencard intensiv um Spitzenkräfte aus aller Welt werben, ist das die falsche Politik zu falschen Zeit. Die geplante Reform streut ohne Not Sand ins Getriebe der sich momentan gut entwickelnden Informations- und Kommunikationswirtschaft.“

Die ITK-Branche unterscheidet sich von allen anderen Wirtschaftssektoren u.a. dadurch, dass der Organisationsgrad sowohl in Gewerkschaften als auch in Arbeitgeberverbänden weit unter dem Schnitt liegt. Die Dynamik der Branche verträgt sich nach Ansicht Jungs nicht mit den steifen Regeln des neuen Betriebsverfassungsgesetzes.

Von den politischen Entscheidungsträgern erwartet Jung, dass künftig auch die Sachlage der Informations-, Kommunikations- und Neuen Medienwirtschaft in diesen Fragen berücksichtigt wird. Jung: „Schließlich ist es unsere Branche, die das wirtschaftliche Wachstum im Wesentlichen trägt. Es darf einfach nicht sein, dass wir diesen Firmen ein Korsett überstülpen, das niemand will und niemand braucht.“

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM)
Ansprechpartner für die Presse:
Elke Siedhoff
Tel.: 030/27576-110 , Fax -400
eMail: e.siedhoff@bitkom.org
Albrechtstraße 10
10117 Berlin
Telefon: 030/27576-0
Telefax: 030/27576-400
E-Mail: info@bitkom.org
Internet: www.bitkom.org
(dvf)