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Pressemitteilung

Bei Klima, Pflege und Digitalisierung an arme Menschen denken

(Berlin/Bamberg) - Die Klima-Demonstrationen, die Pflege-Debatte und die Diskussionen um Digitalisierung zeigen deutlich die aktuell drängendsten Fragen der Menschen. Sie haben Angst vor unberechenbaren Umweltveränderungen, digitaler Ausgrenzung und vor Armut im Alter. "Wir brauchen in Deutschland eine gerecht ausbalancierte Klima- und Sozialpolitik, eine Reform der Pflegeversicherung und eine digitale Teilhabe für alle Menschen", fordert Caritas-Präsident Peter Neher heute zum Abschluss der Delegiertenversammlung der Caritas in Bamberg.

Pflegeversicherung weiterentwickeln
"Bei den älteren Menschen wächst die Sorge, dass im Pflegefall das Geld nicht reicht und sie dann auf Sozialhilfe angewiesen sind. Es darf nicht sein, dass Pflegebedürftige aus finanziellen Gründen schlecht versorgt sind", unterstreicht Neher. Deswegen fordere der Deutsche Caritasverband eine Weiterentwicklung der Pflegeversicherung zu einer echten Teilkaskoversicherung mit begrenzter Eigenbeteiligung an der stationären und ambulanten Pflege. Leistungen müssen den Bedarf der Menschen decken und die Angehörigen entlasten.

Klimaschutz und Soziales
Die Dimension des Klimawandels ist nicht nur für viele Menschen in Krisenregionen spürbar, auch für Menschen hier in Deutschland. "Soziale Probleme entstehen da, wo höhere Energiepreise die ohnehin finanziell schwierige Situation von Geringverdienenden verschärfen", so Neher. Es könne nicht sein, dass Menschen im Wohngeldbezug gezwungen sind umzuziehen, wenn sie die höheren Mietkosten nach einer energetischen Sanierung ihrer Mietwohnung nicht mehr zahlen können. Ähnliches gelte für die Überlegungen zur Mobilität und zum Verkehr: "Armen Menschen hilft keine höhere Bezuschussung zur Anschaffung von Elektroautos. Das sind geldwerte Vorteile für Besserverdienende. Für Grundsicherungsempfänger wären kostenlose ÖPNV-Tickets ein Ausgleich", fordert Neher.

Keine Verlierer der Digitalisierung
In Deutschland gibt es über zehn Millionen Menschen, die von der Digitalisierung ausgeschlossen sind. Manche sind freiwillig offline. Doch viele fühlen sich abgehängt und außen vor, drohen ins digitale Abseits zu geraten. Die Caritas unterstützt es, dass diese Menschen nicht zu Verlierern werden. "Wir brauchen eine breite Bildungsoffensive, die Menschen die Kompetenzen im Umgang mit digitalen Angeboten vermittelt. Wenn beispielsweise mehr Vorgänge der öffentlichen Verwaltung online erledigt werden sollen, brauchen Menschen aller Altersgruppen die Fähigkeiten und das Wissen dazu", unterstreicht Neher. Ohne digitale Teilhabe sei keine soziale Teilhabe der Menschen möglich.
Das Statement des Präsidenten finden Sie hier.

Vom 15. bis 17. Oktober haben rund 170 Delegierte aus dem gesamten Bundesgebiet über zentrale sozial- und verbandspolitische Fragen diskutiert. Der Delegiertenversammlung, dem höchsten Beschlussorgan des Deutschen Caritasverbandes (DCV), gehören Vertreter der Diözesan- und Orts-Caritasverbände, aus Fachverbänden und Ordensgemeinschaften an.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Caritasverband e.V. - Berliner Büro
Pressestelle
Reinhardtstr. 13, 10117 Berlin
Telefon: (030) 2844476, Fax: (030) 28444788
E-Mail: pressestelle@caritas.de
Internet: www.caritas.de/
(dvf, df)