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Pressemitteilung

Anhaltend positiver Trend auf dem Bauelemente-Markt - Prognose für 1999 übertroffen, deutliche Steigerung in 2000 erwartet

(München/Frankfurt am Main) - Die Bauelemente zeigen den Weg: 1999 verzeichnete der deutsche Bauelementemarkt ein Wachstum von 10 Prozent auf ein Gesamtvolumen von 14,6 Mrd. €. Damit wurde selbst die optimistische Prognose, die bei 9 Prozent gelegen hatte, noch übertroffen. Als Frühindikator für die Entwicklung der Anwenderbranchen weist die Entwicklung dieses Marktes auch für andere Märkte unverkennbar nach oben. Wie Dietmar Harting, Präsident des Zentralverbandes der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) e.V. und Vorsitzender des Fachverbandes Bauelemente der Elektronik im ZVEI, mitteilte, stehen die Zeichen für die Bauelemente auch weiterhin gut: Für 2000 wird mit einem deutlichen Zuwachs in Höhe von 17 Prozent gerechnet.

Die Aktiven Bauelemente (Halbleiter, Bildröhren und Flachdisplays) konnten ihren Inlandsmarkt um 14,5 Prozent auf 8,8 Mrd. € ausweiten. Das sehr gute Weihnachtsgeschäft mit Computern und Mobiltelefonen hat dem letzten Quartal 1999 dabei noch einmal einen deutlichen Schub gegeben. Da die Aktiven Bauelemente rund 60 Prozent des gesamten Bauelemente-Aufkommens ausmachen, wirkte sich besonders diese hohe Zuwachsrate positiv auf das Gesamtergebnis aus.

Die Passiven Bauelemente (Widerstände, Kondensatoren, Induktivitäten, HF-Bauelemente) weisen im Inlandsmarkt ein Wachstum von 5,8 Prozent auf und erzielten damit 1999 ein Marktvolumen von knapp 1,5 Mrd. €. Das Wachstum in diesem Bereich bewegt sich deutlich über dem mittleren Trendverlauf der letzten Jahre, der bei gut zwei Prozent liegt. Treiber war hier vor allem der Boom in der Mobilfunkbranche, die nun die bedeutendste Abnehmergruppe repräsentiert.

Elektromechanische Bauelemente (Schalter, Steckverbinder) verzeichneten - wie bereits im Januar berichtet - ein Plus von 3,3 Prozent auf 2,5 Mrd. €. Diese relativ niedrige Zuwachsrate des Inlandsmarktes hat ihren Grund in einer verringerten Nachfrage der Kfz-Elektronik, die über 40 Prozent des Marktes für diese Produktgruppen darstellt.

Der deutsche Leiterplattenmarkt wuchs 1999 um 4,3 Prozent auf knapp 1,5 Mrd. €. Dieser Markt ist seit zehn Jahren von einer besonders dynamischen Entwicklung geprägt. So ist beispielsweise der Anteil der Datentechnik, der 1990 noch bei einem Viertel des Marktvolumens lag, mittlerweile auf 6 Prozent abgesunken. Umgekehrt ist die Nachfrage in der Kfz-Elektronik von etwa 10 Prozent auf deutlich über 20 Prozent angestiegen.

Bei den Elektronischen Baugruppen wurde auf Grund der zusätzlichen Wertschöpfung über der Summe aller Bauelemente und Leiterplatten ein Marktvolumen von 19 Mrd. € erreicht.


Bauelementemärkte in Europa und der Welt
Auf €-Basis gerechnet, verlaufen die Entwicklungen des deutschen und europäischen Bauelementemarktes mit einem Wachstum von jeweils rund 10 Prozent nahezu parallel. Anders sieht es aus, wenn der europäische Markt in US-$ betrachtet wird: Europa verzeichnet dann nur noch ein Plus von 6,5 Prozent auf 59 Mrd. US-$.

Im Einzelnen sieht die Entwicklung in Europa wie folgt aus: Auf €-Basis blieben die Aktiven Bauelemente mit einem Wachstum von 11,5 Prozent hinter der deutschen Entwicklung zurück. Die Passiven Bauelemente entwickelten sich in Europa mit einem Wachstum von 6,8 Prozent etwas besser als in Deutschland, und die Elektromechanischen Bauelemente konnten in Europa mit 5,8 Prozent ebenfalls deutlich zulegen.

Der deutsche und der europäische Markt können auf Grund des überproportionalen Wachstums der asiatischen Märkte im Wachstumsvergleich nicht mit dem Weltmarkt konkurrieren. Der Bauelemente-Weltmarkt erreichte ein Volumen von 263 Mrd. € (13,8 Prozent). Auf $-Basis wurde bei einem Wachstum von 10,1 Prozent ein Weltmarkt von 283 Mrd. $ erzielt.


Strukturveränderungen in den 90er Jahren
Die Struktur der Abnehmerbranchen für den Bauelementemarkt in Deutschland hat sich in den 90er Jahren signifikant verändert. Sie wird heute durch vier in etwa gleich starke Marktsegmente repräsentiert, die zusammen weit mehr als 90 Prozent Marktanteil darstellen. Dies sind die Datentechnik (~21 Prozent), die Kfz-Elektronik (~27 Prozent), die Industrieelektronik (~21 Prozent) und die Telekommunikation (~23 Prozent). Der restliche Markt verteilt sich auf die sonstigen Konsumgüter und die Unterhaltungselektronik.

Anfang der 90er Jahre war das Bild weniger ausgeglichen: Die Unterhaltungselektronik hatte damals einen Anteil von etwa 15 Prozent am Bauelementemarkt und weist 1999 nunmehr einen Anteil von knapp 4 Prozent auf. Der Rückgang der Unterhaltungselektronik wurde durch das starke Wachstum der Datentechnik, von nahezu 15 Prozent in 1991 auf fast 21 Prozent in 1999, und den stetigen Anstieg der Kfz-Elektronik von 19 Prozent (1991) auf 27 Prozent (1999) kompensiert. Die Marktanteile der Industrieelektronik und der Telekommunikation blieben weitgehend stabil.


Prognosen für das laufende Jahr
Nach ersten Prognosen für den Bauelemente-Markt ist für dieses Jahr mit einem Zuwachs in Höhe von 17 Prozent (nach jeweils 10 Prozent in 1998 und 1999) zu rechnen. Die 17-Mrd.-€-Marke rückt damit in greifbare Nähe. Der Markt für Aktive Bauelemente könnte dabei in diesem Jahr bei einem Wachstum von 23 Prozent zum ersten Mal 10 Mrd. € übersteigen. Auch die Passiven Bauelemente werden voraussichtlich wieder ein zweistelliges Wachstum (15 Prozent) aufweisen; ihr Marktvolumen wird für 2000 auf 1,7 Mrd. € geschätzt.

Für die Elektromechanischen Bauelemente wird bei einem Marktvolumen von 2,6 Mrd. € ein Wachstum von 3,6 Prozent erwartet. Der deutsche Markt für Leiterplatten wird auf 1,6 Mrd. € geschätzt und kann somit eine Zunahme von 5,6 Prozent verzeichnen. Der Inlandsmarkt für elektronische Baugruppen wird voraussichtlich ähnlich den Bauelementen eine Zuwachsrate von etwa 17 Prozent aufweisen.

Im Bauelemente-Weltmarkt geht man für das Jahr 2000 von 325 Mrd. € aus. Erstmals wird dabei die 300-Mrd.-€-Grenze (auch in US-$) überschritten.

Quelle und Kontaktadresse:
ZVEI, Presse und Öffentlichkeitsarbeit Stresemannallee 19, 60596 Frankfurt am Main
E-Mail: faust@zvei.org
Internet: www.zvei.org
(dvf)