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Pressemitteilung

Alarmierendes Ergebnis: Jeder dritte Lehrer fühlt sich ausgebrannt

(Bonn) - Fast jeder dritte der knapp eine Million Lehrer in Deutschland fühlt sich beruflich ausgebrannt. Ein weiteres Drittel sieht sich verkannt und hält sich für überfordert. Das ist das Ergebnis einer alarmierenden Studie des Potsdamer Psychologie-Professors Uwe Schaarschmidt, die am 2. November 2000 beim DBB-Lehrerkongress in Berlin vorgestellt wurde.

Bei dem Kongress, der den Auftakt eines gemeinsamen Forschungsprojektes „Lehrerbelastung“ der Universität Potsdam und des DBB darstellte, wies der Stellvertretende DBB-Bundesvorsitzende Peter Heesen darauf hin, dass Lehrer durchschnittlich mit 57 oder 58 Jahren aus dem Beruf ausscheiden. Angesichts der besorgniserregenden Zahl krankheitsbedingter Frühpensionierungen sei eine Prüfung der Arbeitsbelastung notwendig. Als Kernproblem nannte Heesen in diesem Zusammenhang vor allem die Klassengröße mit in der Regel über 30 Schülern, von denen viele schlecht erzogen seien. Probleme stellten auch veränderte Familienstrukturen, wachsender Medienkonsum, Alkohol, Drogen und Gewalt dar.

In seiner Studie „Stress im Klassenzimmer“ kam Schaarschmidt noch zu dem Ergebnis, dass der Leidensdruck der Lehrer in den neuen Bundesländern besonders groß ist. Außerdem sei ein Nord-Süd-Gefälle auszumachen. In Bayern und Baden-Württemberg sei die Welt für viele noch in Ordnung.

Der DBB will die Fortsetzung von Schaarschmidts Studie, die vom Ansatz her die Lehrerbelastung nicht länger fast ausschließlich auf die Arbeitszeit abstellt, in den nächsten beiden Jahren unterstützen. DBB-Chef Erhard Geyer nannte als Motive des DBB und seiner Lehrergewerkschaften für diesen Schritt unter anderem die Tatsache, dass Bildung und Weiterbildung für die zukünftige wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes und die persönliche und berufliche Entwicklung jedes einzelnen entscheidend sind.

Aus diesem Grunde gelte es Missstände im Bildungswesen offen zu legen: So würden Schulen – nicht nur an sozialen Brennpunkten – zunehmend mit Erziehungsproblemen konfrontiert, die eigentlich eher ins Elternhaus gehörten. Die Ausstattung der Schulen sei unzureichend, die Klassenfrequenz für individuelle pädagogische Betreuung viel zu groß und das Durchschnittsalter der Lehrer zu hoch. Geyer forderte qualifizierten und motivierten Nachwuchs für die Schulen, den die Haushaltspolitiker in Bund und Länder nicht länger durch „Dumping-Gehälter“ für künftige Lehrer verprellen dürften.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Beamtenbund e.V. (DBB)
Peter-Hensen-Str. 5-7
53175 Bonn
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(dvf)