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19.03.2015 13:26

Neue Hochschulinitiative für die mittelständische Wirtschaft


Die am 17. März in Berlin offiziell vorgestellte „Hochschulallianz für den Mittelstand“ (HAfM) möchte das Potential von Hochschulen für angewandte Wissenschaften bundesweit kommunizieren. Die Idee eines akademischen Studiums, das sich eng an den Bedürfnissen der mittelständischen Wirtschaft orientiert, sei richtig und derzeit so aktuell wie nie, sagte Prof. Dr. Hans-Hennig von Grünberg, Vorsitzender der Hochschulallianz für den Mittelstand. Gebot der Stunde sei es daher, die finanziellen Voraussetzungen zu schaffen, um die Studierendenströme verstärkt in die Richtung von Hochschulen für angewandte Wissenschaften zu lenken.

Derzeit gebe es an Hochschulen für angewandte Wissenschaften rund 850.000 Studierenden im Vergleich zu 1,6 Millionen an den Universitäten. „Über eine Ressourcenumverteilung muss es in den kommenden Jahren gelingen, den Anteil der Studierenden an Hochschulen für angewandte Wissenschaften signifikant zu erhöhen, sonst laufen wir Gefahr, den Fachkräftemangel insbesondere im Mittelstand deutlich zu verschärfen“, erklärte von Grünberg.

Thomas Sattelberger, ehemaliger Personalvorstand der Deutschen Telekom und Mitglied im Beirat der neuen Hochschulallianz, pflichtete ihm bei: „Wir haben in Deutschland nicht nur ein Missverhältnis zwischen akademischer Bildung und beruflicher Ausbildung, sondern auch zwischen akademischer Forschung und konkreter Anwendungsforschung für den Mittelstand. Die Hochschulen für angewandte Wissenschaften als natürlicher Partner des Mittelstands integrieren diese Elemente. Sie erfüllen daher für den Wirtschaftsstandort Deutschland eine entscheidende Funktion: Sie versorgen die mittelständische Wirtschaft mit Fachkräften. Und sie tragen durch ihren Know-how-Transfer zur Innovationskraft der mittelständischen Wirtschaft bei. Ihre Fähigkeit, regionale Entwicklungs-Cluster zu bilden, ist von kaum zu überschätzender Bedeutung“, so Sattelberger.

Weiteres Ziel der Hochschulallianz ist die Sichtbarmachung der Hochschulen für angewandte Wissenschaften auf europäischer Ebene. Große, von der Europäischen Union aufgelegte Forschungsförderprogramme wie „Horizon 2020“ zielten auf den anwendungsorientierten Bereich – und seien wie geschaffen für Hochschulen für angewandte Wissenschaften. „Hier müssen wir als anwendungsorientierte Hochschulen deutlich mehr Präsenz zeigen, nicht zuletzt auch, um den deutschen Mittelstand voranzubringen“, sagte von Grünberg.

Derzeit kostet der Bachelor-Abschluss an einer Universität den Steuerzahler durchschnittlich 27.400 Euro; an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften hingegen nur 13.600 Euro. „Diese unterschiedliche Finanzierung ist nicht mehr zeitgemäß: Unsere Studierenden brechen seltener ihr Studium ab, kommen besser auf dem Arbeitsmarkt unter und haben in der Regel auch bessere Einstiegsgehälter“, so von Grünberg. Die HAfM ist ein Zusammenschluss von derzeit bundesweit sieben Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Die Hochschulen eint der Grundsatz, jungen Menschen ein arbeitsmarktbezogenes und anwendungsnahes wissenschaftliches Studium zu ermöglichen und zugleich den Wissenstransfer in die regionale Wirtschaft zu stärken.

Die HAfM plant, weitere Hochschulen aufzunehmen. Für die Aufnahme ist nicht der Hochschultyp entscheidend, sondern die Anwendungsorientierung in Forschung und Lehre und der Mittelstandsbezug der jeweiligen Hochschule. Die Mitgliedshochschulen fühlen sich den kleinen und mittelständischen Unternehmen ihrer Region als Rückgrat der deutschen Wirtschaft verpflichtet. Sie eint außerdem der Gedanke, dass eine Vernetzung untereinander besser geeignet ist, Antworten auf drängende Fragen in der bildungspolitischen Debatte zu geben.

Die Gründungsmitglieder der Allianz:

  • Hochschule Niederrhein, vertreten durch den Präsidenten Prof. Dr. Hans-Hennig von Grünberg
  • Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, vertreten durch den Präsidenten Prof. Dr. Hartmut Ihne
  • Hochschule Koblenz, vertreten durch den Präsidenten Prof. Dr. Kristian Bosselmann-Cyran
  • Technische Hochschule Mittelhessen, vertreten durch den Präsidenten Prof. Dr. Günther Grabatin
  • Technische Hochschule Nürnberg, vertreten durch den Präsidenten Prof. Dr. Michael Braun
  • Hochschule Bremerhaven, vertreten durch den Präsidenten Prof. Dr. Dr. h.c. Josef Stockemer
  • Hochschule Magdeburg-Stendal, vertreten durch die Rektorin Prof. Dr. Anne Lequy

Weitere Informationen unter www.hochschulallianz.de

Kontakt:
Hochschulallianz für den Mittelstand
Andreas Moegelin, Pressesprecher in Berlin
E-Mail: andreas.moegelin@hochschulallianz.de
Tel.: 0176 47 32 40 40