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verbaende.com
09.01.2014 09:36

Die Deutschen lieben ihren Verein - Studie zur Zivilgesellschaft


17,5 Millionen Bürger engagieren sich in mehr als 600.000 Organisationen. Das sind 50.000 Organisationen mehr als noch vor 20 Jahren. Das Rückgrat des zivilgesellschaftlichen Lebens ist nach wie vor der Verein. Das ist ein Ergebnis der Studie Zivilgesellschaft in Zahlen (ZiviZ), erstmals erstellt von Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, Bertelsmann Stiftung und Fritz Thyssen Stiftung.
Ob als Übungsleiter im Sportverein, als Umweltaktivist oder als Mitglied der Studentenbewegung: Millionen Deutsche mischen sich ein und am Liebsten machen sie das in einem Verein.

Die Autoren des ZiviZ-Surveys haben erstmals genau hingeschaut, und die organisierte Zivilgesellschaft statistisch erfasst. Denn zivilgesellschaftliches Leben ist nicht nur der Sportverein um die Ecke. Zivilgesellschaftliches Leben ist auch die Musikschule im Ort, das nächste Krankenhaus oder der Kindergarten der Stadt. Das bedeutet, eine lebendige Demokratie kann es ohne Zivilgesellschaft nicht geben, stellen die Autoren heraus.

"Die Studienergebnisse liefern wertvolle Orientierungen und Ansatzpunkte für eine zukunftsorientierte Zivilgesellschaftspolitik. Jetzt liegt es an den Kommunen und Ländern und insbesondere an der neuen Bundesregierung, diese aufzugreifen und den Dialog von Forschung und Förderung weiter auszubauen", erklärt Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft.

Dabei steht sicher fest: Das freiwillige Engagement im Verein ist kein Auslaufmodell sondern der Regelfall! Allerdings nimmt die Bedeutung von Stiftungen, gemeinnützigen GmbHs und Genossenschaften in den letzten Jahren immer mehr zu.

Fast zwei Drittel der Vereine sind in den Bereichen Sport, Kultur und Freizeit zu finden. Gefolgt von den Bereichen Bildung und Erziehung, wie freie Schulen, Kindergärten oder Fördervereinen. Einen Gründungsboom gab es allerdings in den letzten Jahren vor allem bei den sozialen Diensten und im Bereich Gesundheitswesen. Hier wurde seit dem Jahr 2000 fast jeder zweite Verein gegründet.

Regional ist die Vereinsdichte sehr unterschiedlich. Vor allem im Süden der alten Republik und in den neuen Bundesländern gibt es die meisten Vereine. Spitzenreiter ist Thüringen. Hier kommen neun Vereine auf 1.000 Einwohner. Schleswig-Holstein und die Stadtstaaten bilden das Schlusslicht.

ZiviZ-Survey
Die organisierte Zivilgesellschaft ist ein vernachlässigter Bereich der statistischen Beobachtung. Das Projekt ZiviZ (Zivilgesellschaft in Zahlen) des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft zusammen mit der Bertelsmann Stiftung und der Fritz Thyssen Stiftung will diese Lücke schließen und hat den Dritten Sektor erstmals unter die Lupe genommen. Die repräsentativ erhobenen Daten über zivilgesellschaftliche Strukturen und Prozesse geben erstmals eine Orientierung für Kernfragen in dem Bereich organisierte Zivilgesellschaft. (tr)

Weitere Informationen:
http://www.verbaende.com/news.php/Studie-zur-Zivilgesellschaft-Die-Deutschen-lieben-ihren-Verein?m=93366