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verbaende.com
13.02.2014 09:57

Lobbying und Kommunikation sind wichtigste Herausforderungen für Verbände / Befragung unter Geschäftsführern von Verbänden


Verbände vertreten Interessen und sprechen für ihre Branche. Daher nimmt es nicht wunder, dass einer aktuellen Befragung zufolge, die politische Interessenvertretung und die Stärkung der externen Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit jeweils mit Abstand die größten Herausforderungen in diesem Jahr für die befragten Verbände sind. Bemerkenswert ist, dass zwar knapp zwei Drittel eine Stärkung der Kommunikation anstreben, jedoch nur jeder achte Entscheider möchte auf Social Media setzen.
Knapp die Hälfte aller befragten Verbände wird die Leistungen und Services für ihre Mitglieder ausbauen, ein wenig mehr als die Verbände, die ihre Markenpositionierung ausbauen wollen. Über alle befragten Mitglieder der DGVM hinweg rangiert die Herausforderung, geeignete ehrenamtlicher Verantwortungsträger zu finden, auf Platz fünf. Dabei sehen die überwiegend als Personenverband organisierten Befragten darin eine deutlich geringere Herausforderung, als es die als Institutionenverband konstituierten Mitglieder. „Wir haben das Thema ‚Mitgliederwerbung’ noch einmal verstärkt auf die Tagesordnung gesetzt und mit unseren Mitgliedsinnungen Ideen entwickelt, wie man noch besser als bisher abseits stehende Fachbetriebe für eine Innungsmitgliedschaft gewinnen kann“, so Christoph Silber-Bonz vom Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz e.V.  "Moderne Verbandsarbeit bleibt sehr attraktiv für Unternehmer und hauptamtliche Führungskräfte, weil man durch sie Überblick und Impulse bekommt, die sonst im Tagesgeschäft untergehen“, zeigt sich Dr. Christoph Münzer vom Wirtschaftsverband Industrieller Unternehmen (WVIB) dagegen sehr positiv gestimmt.

„Unser Verband beschäftigt sich seit zwei Jahren verstärkt mit dem Thema Demographie. Wir haben eine Kommunikationsplattform für das Ehrenamt eingerichtet, um den Erfahrungsaustausch zu fördern und bieten verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten für Ehrenamtliche an, die auch einen persönlichen Nutzen bringen. Ziele sind die Professionalisierung und Qualifizierung von bestehendem Ehrenamt und natürlich die Gewinnung von Ehrenamtsnachwuchs. Mit durchaus positiver Resonanz“, zeigt Dr. Hansjörg Weber vom Landesverband der Maschinenringe in Baden-Württemberg e.V. mögliche Perspektiven auf. Und Mitgliedergewinnung ist nicht in allen Branchen ein Problem, so war „das Jahr 2013 für uns das Jahr mit dem höchsten Mitgliederzuwachs seit langer Zeit“, freut sich Dr. Elmar Witten vom AVK - Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe. „Wir haben uns in unseren Dienstleistungen weiter professionalisiert und sehen uns immer mehr als Lösungsanbieter nicht nur für den von uns vertretenen Industriezweig, sondern vielmehr für jedes einzelne Mitgliedsunternehmen“.

Dass Verbände Kommunikatoren für ihre Mitglieder sind, steht außer Frage. Auch in eigener Sache vernetzen sie sich weiter. Deutlich höher als im Vorjahr wird der Bedarf eingeschätzt, sich international und europäisch zu vernetzen. Waren im letzten Jahr etwa mehr als ein Zehntel der Auffassung, dass die Arbeitsfelder Internationale / europäische Kontakte intensivieren und Interessenvertretung auf europäischer Ebene wichtig sind, schätzen dies für das Jahr 2014 knapp jeweils 20 Prozent aller Befragten so ein.

Jeder achte Geschäftsführer wird sich der Befragung nach intensiver mit den Instrumenten von Social Media und Web 2.0 beschäftigen. Zwar sehen zwei Drittel einen großen Anteil der verbandlichen Arbeit in der Öffentlichkeitsarbeit, setzen dort dann aber mehr auf traditionelle Instrumente und nicht auf die Möglichkeiten, die Facebook, Twitter und Co. mit sich bringen können.

Auf den Punkt bringt es wohl Michael Seitz vom Norddeutschen Baugewerbeverband, der zusammenfassend sagt: „Trotz sinkender Beiträgen aufgrund von weniger Personal in den Mitgliedsbetrieben und niedriger Zinsen sowie zugleich tendenziell steigender Kosten weiterhin eine qualitativ hochwertige und sich stetig verbessernde Betreuung der Mitglieder auf allen Feldern sicherzustellen“, sei die grundlegende Aufgabe.

Um den vielfältigen Herausforderungen angemessen begegnen zu können, sind vielleicht auch „verbandliche Formalia in Frage zu stellen“, sagt Julius Wagner vom Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Hessen e.V. „Ja, Verbandsarbeit muss auch ein bisschen sexy sein...“! (tr/cl)