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17.11.2014 10:18

Konvergenz im Kommunikationssektor: Fernsehen ist Nachrichtenquelle Nummer 1


Da hatte Altkanzler Gerhard Schröder schon ganz recht: Bild, BamS, Glotze: Der Bürger informiert sich über das Tagesgeschehen und Nachrichten am liebsten über die Tagesschau, googelt und, auf dem dritten Platz, liest die Bild-Zeitung.

Das sind akkumulierte Ergebnisse eines kürzlich im Auftrag der Rundfunkkommission der Länder veröffentlichten Gutachtens, dass die Folgen des Zusammenwachsens einzelner Medien, wie Fernsehen und Internet, Radio und Zeitung, erfassen soll. Diese mögliche Konvergenz im Kommunikationssektor stellt die klassischen – also linearen Medien und damit vornehmlich das Radio und Fernsehen – fraglos vor Herausforderungen.

Um für die Rundfunkanstalten zu regulatorischen Vorschlägen zu gelangen, untersucht das Gutachten einige Kommunikationsstudien der letzte Jahre. Neben der Studie zu den „Informationsrepertoires der deutschen Bevölkerung" aus dem Jahre 2012 unter anderem auch den Reuters Institute Digital News Report 2014 und den TNS convergence monitor.

Und fest steht, dass Internet gewinnt an Meinungsmacht: „Dass das Internet zu einem wesentlichen Faktor für die politische Meinungsbildung geworden ist, zeigt sich insbesondere bei den 14- bis 29-Jährigen: Für sie ist die Bedeutung des Internets deutlich größer als für die anderen Altersgruppen und stellt für 30 Prozent dieser Altersgruppe die wichtigste Informationsquelle dar. Es fällt auf, dass mit Google und Facebook auch solche Angebote dazu gehören, die selbst keine politischen Inhalte anbieten", schreiben die Autoren des Gutachtens.

Das zeigt sich, in weniger ausgeprägter Form, auch für die anderen Alterskohorten, wenn festgestellt wird, dass die Nutzung von Nachrichten über mehrere verschiedene Verbreitungswege und Endgeräte der Normalfall wird. „So nutzen 63 Prozent derer, die sich mit dem Smartphone informieren, dabei Nachrichten von maximal zwei verschiedenen Endgeräten zur Informationsgewinnung. Insgesamt wird ein konvergentes Nutzungsverhalten deutlich: Mehr als 80 Prozent der deutschen Bevölkerung mit Internetzugang nutzen für nachrichtliche Informationen regelmäßig mindestens zwei der unterschiedlichen Gattungen TV, Radio, Print, Online; über die Hälfte sogar drei". Das heißt, die Tagesschau im Fernsehen bis der Kaffee aufgebrüht werden muss und nach einer halben Stunde schaue ich den Rest der Sendung auf dem Smartphone während das Kind badet.

Und doch bleibt Fernsehen auch nach Ergebnissen der Reuters-Studie wichtigster und glaubwürdigster Informationslieferant, wenn über die Hälfte aller Befragten das Fernsehen zur Informationsgewinnung als hochrelevant ansehen. „Insgesamt nutzen 88 % der deutschen Gesamtbevölkerung das Fernsehen als Nachrichtenquelle, 11 % sogar als exklusive Nachrichtenquelle".

Wenig überrascht, das Ergebnis des aktuellen TNS convergence monitors, der eine Parallelnutzung von Fernsehen und Internet bestätigt. „Dieses parallele Nutzungsverhalten spiegelt sich – jedenfalls gelegentlich – bei 28 Prozent der 14- bis 64-Jährigen wider. Es zeigt sich jedoch auch, dass über 90 Prozent der Fernseh-Nutzungszeit ohne Internetzugang stattfindet. Nur 12 Minuten der gesamten vermeintlich parallelen TV-Nutzungszeit (161 Min.) wird zeitgleich im Internet gesurft".

Zwar haben angesichts dieser Zahlen die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten noch etwas Zeit, sich auf den Medienwandel, der eine zunehmende Medienkonvergenz mitbringt, einzustellen. Aber die Verschränkung von Online und TV/Radio wird wohl weiter voranschreiten.