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11.01.2012 10:15

Im Süden lernt es sich am besten: Deutscher Lernatlas misst Lernbedingungen in allen 412 Kreisen und kreisfreien Städten


Deutschland und Italien haben einiges gemeinsam. Nun auch das Nord-Süd-Gefälle im Bildungsbereich. Wo in Italien der Norden dem Süden den Rang abläuft, sind es in Deutschland die südlichen Länder und Landkreise, die den norddeutschen Schülern den Rang ablaufen. Das sind die Ergebnisse des Deutschen Lernatlasses, der die Lernbedingungen in allen 412 Kreisen und kreisfreien Städten untersuchte.
"Kreise und kreisfreie Städte in Bayern und Baden-Württemberg bieten in Deutschland die besten Lernbedingungen. Dahinter folgen etwa gleichauf Regionen in Sachsen, Rheinland-Pfalz und Hessen. Mecklenburg-Vorpommern ist Schlusslicht der Flächenstaaten. Bei den Stadtstaaten liegt Hamburg vor Berlin und Bremen", so kurz lassen sich die Ergebnisse des Lernatlas vorstellen, den die Bertelsmann Stiftung in Gütersloh herausgibt. "Wo lebenslang gelernt wird, sind die Menschen glücklicher, das Zusammenleben sozial gerechter und die Gesellschaft wohlhabender. Der Deutsche Lernatlas zeigt uns, wo die Voraussetzungen für lebenslanges Lernen am besten sind", erklärt Jörg Dräger, für Bildung zuständiges Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, auch die Korrelation von "Lernbedingungen" im Umfeld und "Bildungsstand" in der Bevölkerung. "Der Deutsche Lernatlas verdeutlicht, dass Lernen mehr ist als Schule." Da Menschen am Arbeitsplatz, als Mitglieder in Vereinen oder politischen Organisationen, in der Familie, in der Freizeit und im Gemeinwesen lernen, haben die Autoren der Studie auch Kennzahlen für berufliches, soziales und persönliches Lernen zusammengetragen.

In Deutschlands Metropolen lernt es sich in München am besten. Bei den mittleren und kleineren kreisfreien Städten liegen Erlangen und Bamberg an der Spitze. In den ruralen Regionen schneiden die Kreise Würzburg, Main-Spessart und Miesbach am besten ab.

Die Studie fassen zusammen: "20 Jahre nach der deutschen Einheit zeigt sich bei den Lernbedingungen in Deutschland weniger ein Unterschied zwischen Ost und West, sondern vielmehr ein deutliches Süd-Nord-Gefälle: Deutschlands Lernhauptstädte und beste Lernregionen liegen vor allem in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen". Was allein den Bereich des "schulischen Lernens" anbelangt, schneidet auch Thüringen sehr gut ab. Wenig überrascht leider, dass im Osten der Republik Nachholbedarf beim "Sozialen Lernen" gesehen wird, denn viele Regionen in den neuen Bundesländern hinken beim sozialen Engagement hinterher.

Dass gute Lernumfelder nicht unbedingt von der ökonomischen Lage einer Region abhängen, zeigen die Überraschungssieger des Deutschen Lernatlas: Städte wie Dresden, Jena, Kaufbeuren und Rosenheim, aber auch die Landkreise Trier-Saarburg oder Amberg-Sulzbach. Sie gehören trotz ungünstigerer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zu den überdurchschnittlichen Lernregionen, so der Deutsche Lernatlas. (tr/cl)