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verbaende.com
24.05.2012 09:13

Erste Ergebnisse der Vorab-Befragung der DHBW zum Stand des Verbandsmanagements: "Auf allen Ebenen differenzieren"


Anfang Mai klingelten bei einigen Verbandsmanagern die Telefone. Studierende Forscher des Verbandsmanagements der Dualen Hochschule Baden-Württemberg am Campus Heilbronn (DHBW) befragten die Geschäftsführer zum Thema „Zukunft des Verbandsmanagements“.
Diese kurzen Interviews dienen den Forschern als Vorab-Befragung. Durch die offenen Fragen und die Gespräche sollen Themen und Herausforderungen erkannt werden, um eine große Verbände-Befragung zu ermöglichen. Die Duale Hochschule wird dabei von der DGVM unterstützt, die schon an der Ausarbeitung des Studienganges zum Verbandsmanagement in Heilbronn beteiligt war und seitdem eine enge Kooperation mit der Hochschule unterhält.

Die Detail-Auswertung läuft derzeit noch, doch es liegen jetzt erste Ergebnisse der Vorab-Befragung vor: Im Mittelpunkt der Telefoninterviews standen Fragen nach der derzeitigen Lage und den Herausforderungen für die Verbände, der Rolle und Einbindung des Ehrenamts, der Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation sowie den aus Sicht der Verbandsmanager notwendigen Kompetenzen für eine professionelle Verbandsarbeit.

Die derzeitige Lage
Klar macht die Kurzauswertung, dass die Lage der beteiligten Verbände sehr unterschiedlich ist, „sowohl was die dominierenden Themen als auch was die Entwicklungsrichtung angeht“, schreiben die Forscher. Erfreulich ist dabei aber, dass nur einer der befragten Geschäftsführer die Lage seines Verbandes als „allgemein angespannt“ beschreibt. Die Mitgliederentwicklung wird als eher „sehr gut oder stabil“ bezeichnet, nur in zwei Fällen sehen die befragten Manager einen Rückgang oder eine kritische Situation. Finanzfragen stehen bei einigen Verbänden auf der Agenda, wobei die Finanzen dennoch – trotz zurückgehender Einnahmen – eher als „positiv“ oder „stabil“ gewertet werden. Allerdings berichten die Forscher, dass immer wieder „bei der Lagebeschreibung von einer Alterung von Mitgliedern, weniger ehrenamtlich Engagierten und weniger Spendern“ zu hören war.

Herausforderungen und Lösungsansätze
Wichtig ist für die meisten Befragten der Bereich der Mitgliederarbeit: Mitglieder gewinnen, binden und positiv beeinflussen wird von einem Drittel der Befragten als essentiell angesehen, vor allem mit Blick auf kommende Veränderungen. Das betrifft auch eine verbesserte interne Kommunikation und die Einbindung sozialer Medien sowie die Frage, ob sich daraus auch neue Veranstaltungsformen wie beispielsweise Web-Konferenzen entwickeln lassen.

Politik und Interessenvertretung bilden den zweiten Schwerpunkt. In unterschiedlichem Maße, nach Mitgliedern und dem jeweiligen Arbeitsfeld unterschieden, gilt es, die Rahmenbedingungen zu beeinflussen und den betroffenen Verbänden (wieder) mehr Gehör zu verschaffen. Weiter sehen sich die Geschäftsführer vor die Aufgabe gestellt, Strukturen und Entscheidungsvorgänge zu optimieren und Nachwuchs zu engagieren und zu binden.

Wo könnten aber konkrete Lösungsansätze schlummern? Ohne, dass in dieser ersten Kurz-Befragung detaillierte Konzepte angeboten würden, stehen zum Beispiel die jeweiligen Beitragsmodelle auf dem Prüfstand. Gleichzeitig wird über ein weiter verbessertes Fundraising sowie die Senkung der Kosten nachgedacht sowie der intensivierten Kommunikation vor allem nach innen.

Neben diesen Schwerpunkten treten aber auch „viele klassische Daueraufgaben in einer neuen Form und mit höherer Dynamik auf“, befinden die Forscher. Zudem verändern sich die „Rahmenbedingungen aus Politik, Rechtsprechung, Wirtschaft, Gesellschaft und Technologie“ für viele Verbände nachhaltig und grundlegend. Noch breiter erscheinen die Maßnahmen, die von den befragten Geschäftsführern ins Auge gefasst werden. „Von den Potentialen über Strategien bis zu verstärkten persönlichen Besuchen, von der Beeinflussung von Gesellschaft und Politik bis zur Gründung eines Fördervereins reichen die individuellen Herangehensweisen“. Anschaulich fasst es ein Geschäftsführer zusammen: „Der Verband muss auf allen Ebenen differenzieren“. (tr)