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verbaende.com
18.08.2011 14:42

Web 2.0, Internet und Arbeitsorganisation / Fast 100 Möglichkeiten, Ordnung zu bewahren


Die vielen neuen Möglichkeiten im World Wide Web der „zweiten Generation“, dem Web 2.0 arten manchmal in Arbeit aus: Schnell wird aus einer gemeinsamen Datenablage ein Zuständigskeitschaos, rasch verkommt der einstmals gut sortierte RSS-Reader zu einem Instrument des dauerüberfüllten information overkill, manchmal gehen wichtige E-Mails im Wust von Statusnachrichten, Erinnerungen und Facebook-Geburtstags-Mails schlichtweg unter. In solchen Zeiten wird das Web 2.0 (und nicht nur die Zwei-Nuller-Version, auch schon die ältere Schwester, das ganz „normale“ Internet) zur Arbeitsbeschaffungs-Maschinerie. Dabei sollte es doch einfacher werden.
Wie auch fast überall im Leben gilt auch hier: Das richtige Werkzeug verbringt Wunder! Um diese Wunder bei allen Online-Arbeitern zu ermöglichen, hat sich die WirtschaftsWoche in einer Ausgabe auf den Weg gemacht und „96 Tools für mehr Produktivität“ aus- und vorgestellt.

„Analysten des US-Beratungsunternehmens Basex warnen daher in einer aktuellen Studie, dass die Informationsflut durch E-Mail, soziale Netzwerke und Instant Messaging jährlich volkswirtschaftliche Schäden von 900 Milliarden Dollar verursachen - allein in den USA“, so die WirtschaftsWoche online.

Die von der Redaktion ausgewählten Tools helfen, Artikel für das Lesen auf dem iPad zu archivieren, den E-Mail-Eingang übersichtlich zu behalten und online Projekte effizient zu verwalten.

Doch alles beginnt mit einer einfachen Frage und deren möglichst einfacher Feststellung: Brauche ich alle Informationen immer zugleich, überall und in meinem Sammel-Posteingang für E-Mails? Interessant bei der Beantwortung dieser Frage dürfte zuallererst das „und“ sein – denn dieses nahezu fixe, selten hinterfragte und dadurch häufig zur Überforderung neigende „und“ macht die Krux aus! Viel des Chaos, den die einzelnen Tools abbauen helfen sollen, ist auf einen ungefilterten und nicht reflektierten Informationszugang zurück zu führen. Oder anders: Viel der alltäglichen Überforderung liegt am information overkill. Macht es wirklich Sinn, mir die Nachricht, dass sich eine neue Nachricht in meinem XING-Postfach befindet als Mail schicken zu lassen, wenn ich selbst doch täglich mein XING-Postfach konsultiere? Macht es wirklich Sinn, mit die Online-Nachrichten meiner lokalen Tageszeitung als stündlichen Newsletter in meinen E-Mail-Eingang zustellen zu lassen, wenn ich kaum morgens die Zeitung noch durchblättere, geschweige denn diese stündlichen Newsletter überhaupt öffne, wenn sie zwischen Mitgliederanfragen, wichtigen Besprechungsnotizen und anderem beruflichem Mail-Verkehr ihrem Dasein fristen?

Der Autor dieser Zeilen denkt eher nicht. Wenn ich schon morgen die Lokalzeitung nicht lese und ich noch nichtmal einen der stündlichen Newsletter regelmäßige öffne, kann ich den Newsletter abbestellen und – wenn ich Interesse und Zeit habe, Lokalnachrichten zu konsumieren – mich der entsprechenden Internetseite bedienen. Benötige ich einen wenigsagenden Hinweis in meinen Mails, dass ich eine Mail in einem anderen Postfach habe? Oder schaue ich nicht eh täglich bei XING, Facebook oder Twitter vorbei, um meine „Direktnachrichten“, „Messages“ oder „News“ zu lesen? Schließlich: Brauche ich wirklich nur einen einzigen Posteingang, in den alles zugestellt wird, egal wie wichtig es sein mag und egal in welchem Zusammenhang der Inhalt relevant sein könnte? Der Autor selbst unterhält mehrere, voneinander getrennte Posteingänge: einen für Newsletter, Mailings, Gruppenlisten, einen für XING, Facebook, Twitter-Hinweise und Nachrichten, und wieder andere Posteingänge.

Ordnung ist das halbe Leben und das beginnt mit meinen Mails. Schließlich kommen noch einige der 96 Tools der WirtschaftsWoche zum Einsatz und alle Instrumente nehmen wieder Arbeit ab anstelle dass sie Arbeit machen. Schöne neue Welt. (TR)