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verbaende.com
10.10.2011 11:55

Journalisten und Web 2.0 / Wahrnehmung und Nutzung sozialer Medien unter Journalisten


Fast jeder Journalist nutzt Soziale Medien auf die ein oder andere Weise. Jedoch unterscheiden sich die Nutzung und Bewertung deutlich von Nation zu Nation. Der typisch britische Journalist ist sehr aktiv sozial medial vernetzt, die Deutschen und Schweden haben weniger Vertrauen in Soziale Medien als der Brite. Das ergab eine Studie von Cision aus England.
"Wenn uns die jüngste Untersuchung von Cision eine Sache lehrt, ist es, dass Journalisten in ganz Europa soziale Medien mittlerweile in vollem Umfang angenommen haben und verschiedenste soziale Kanäle für eine Vielzahl von Zwecken verwenden - mindestens auf wöchentlicher Basis, ungeachtet der Medien für die sie schreiben oder des Landes, in dem sie sich befinden", fassen die Autoren der Studie

Die Wikipedia, wohl eines der beliebtesten Social Media Tools, wird von allen Journalisten mindestens einmal in der Woche genutzt. Allerdings in den verschiedenen Ländern mit einem unterschiedlichen Fokus. Während deutsche und finnische Journalisten die online Enzyklopädie zur Verifikation von Stories verwenden, begreifen Journalisten aus Groß-Britannien die Wikipedai als Quelle für Ideeen zur Recherche.

"Diese auffallenden Unterschiede in der Nutzung von Wikipedia werden in der Herangehensweise der Journalisten an fast alle zur Diskussion stehenden Medien und Kommunikationskanäle widergespiegelt", zeigen die Autoren auf. Für den Angelsachsen ist Twitter deutlich wichtiger als für Finnen, obwohl diese die zahlenmäßig größte Gruppe regelmäßiger Social-Media-Nutzer ausmachen. Die Studie zeigt auf, dass wie bisher auch, Unternehmenswebseiten und traditionelle Informationsquellen eine große Rolle in der journalisten Arbeit spielen. Soziale Medien ergänzen diese bestehenden Kanäle und Möglichkeiten, ersetzen sie aber nicht. Mit Blick darauf, dass 71 Prozent der Journalisten soziale Medien zum Netzwerken und zur Kontaktpflege nutzen, überrascht es ein wenig der vorsichtige Umgang von PR-Fachleuten im Web 2.0. Bei ihnen überwiegen "traditionelle" Methoden wie E-Mail, Pressemitteilungen oder persönliche Treffen. Nur 14 Prozent der Journalisten sagten, dass PR-Fachleute sie über soziale Netzwerke oder Mikroblogs wie Twitter anfragen oder informieren.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick
  • In einer typischen Woche nutzen 96 Prozent aller Journalisten Wikipedia, sozialen Netzwerken wie Facebook als Blogs.
  • Europäische Journalisten nutzen soziale Medien und traditionelle Tools in unterschiedlicher Art und Weise. Soziale Netzwerke und Blogs (ebenso Mikroblogs wie Twitter) dienen der Veröffentlichung ihrer Arbeit und für entsprechende Werbung, während klassische Medien (BBC, CNN), persönliche Kontakte, PR-Daten oder Pressemitteilungen als Quellen- und Ideen-Lieferanten dienen.
  • Insgesamt ergänzen soziale Medien die vorhandenen Mittel und Kommunikationsmöglichkeiten, ersetzen aber nicht die bestehenden Tools, die die Journalisten bei ihrer Arbeit bereits anwenden

Die Agentur Cision Europe führte gemeinsam mit der Canterbury Christ Church University die Umfrage über die Nutzung und Wahrnehmung sozialer Medien unter Journalisten in vier europäischen Ländern durch: Vereinigtes Königreich, Deutschland, Schweden und Finnland. Insgesamt wurden 1.560 im Zeitraum vom 8. Juni 2011 bis zum 15. Juli 2011 vollständig beantworteten Umfragen ausgewertet. Es ergab sich folgende Länderverteilung: Vereinigtes Königreich (667), Deutschland (189), Finnland (448) und Schweden (256). Insgesamt lag die Rücklaufquote bei 4,2 Prozent. (TR)