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14.11.2011 12:45

Finalisten für den Deutschen Bürgerpreis 2011 stehen fest


Die Vorentscheidung ist gefallen. In drei Kategorien des Deutschen Bürgerpreises stehen die Finalisten fest. Jeweils drei besonders vorbildliche Projekte und Einzelpersonen zum diesjährigen Thema "Bildung! Gleiche Chancen für alle." sind nominiert. "Bildung ist ein wesentlicher Schlüssel für ein erfülltes Leben. Unsere Gesellschaft schafft es noch nicht immer, allen Menschen diese Perspektive zu bieten. Insofern ist der Deutsche Bürgerpreis eine hervorragende Plattform, um beispielhaft zu zeigen, was mit freiwilligem Bildungsengagement möglich ist. Wir wollen damit viele andere Menschen zum Nachahmen animieren", sagt Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D. und als Präsidentin des Deutschen Volkshochschul-Verbandes Vertreterin der Jury.
"Wir haben viele Projekte mit Vorbildcharakter gesehen, die Menschen helfen, mit Bildung ihren eigenen Weg zu gehen. Freiwilliges Bildungsengagement stützt die Bildungsinfrastruktur vor Ort, ohne diese zu ersetzen. Sie ist ein wichtiges, ergänzendes Element, um insbesondere Heranwachsenden Perspektiven aufzuzeigen", so Gudrun Heute-Bluhm, Präsidentin des Deutschen Bibliotheksverbandes.

Die Jury nominierte folgende Projekte:

Kategorie U21

- Hausaufgaben-Tutorinnen, Burgebrach (Bayern)
Förderschüler fördern Förderschüler: Schülerinnen der neunten Jahrgangsstufe der Don Bosco-Schule, ein privates Sonderpädagogischen Förderzentrum, werden zu Tutorinnen ausgebildet, die jüngeren Schülern bei den Hausaufgaben helfen. Die jungen Mädchen lernen während der theoretischen Ausbildung und in der praktischen Anwendung fürs Leben und für die eigene Zukunft. Erste Nachahmer an anderen Schulen gibt es bereits.

- JuKi - Jugend für Kinder, Bietigheim-Bissingen (Baden-Württemberg)
Sprache als Schlüssel zu Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe: Diese Überzeugung steht hinter dem Engagement der jugendlichen JuKi-Mitglieder. Sie bieten Kindern aus bildungsfernen Familien und aus Familien mit Migrationshintergrund gezielte Sprachförderung an, indem sie beispielsweise regelmäßig in Kitas gehen. Zudem übernehmen sie Patenschaften für stark benachteiligte Kita-Kinder mit Migrationshintergrund.

- PC & Internet Know-how 4 Youngsters, Bad Windsheim (Bayern)
Sinnvoll und eigenverantwortlich mit dem PC umzugehen, sich Einsatzmöglichkeiten für Freizeit und Schule zu erschließen – und dabei potentieller Gefahren im Internet stets bewusst zu sein. In Workshops vermitteln die Juniortrainer 10- bis 14-Jährigen Themen wie Sicherheit und Computer-Know-how. Diese neue Art der Medienbildung auf Augenhöhe bietet den Teilnehmern Schutz vor Übergriffen und Überforderung durch das Web.

Kategorie Alltagshelden

- Anne wird Bürgermentorin, Gaggenau (Baden-Württemberg)
Der Mentorinnenkurs für Türkinnen vermittelt praktisches Alltagswissen und zielt darauf ab, die Teilnehmerinnen mit dem deutschen Gesellschaftssystem vertraut zu machen. Die Frauen geben das Erlernte dann an andere Familien mit Migrationshintergrund weiter. Ein Schwerpunkt des Kurses liegt auf dem komplexen deutschen Bildungssystem. Mehrere Nachfolgeprojekte zeigen den Erfolg des Projekts, bildungs- und herkunftsbedingte Unterschiede zu überbrücken.

- Dorfakademie Höhenland, Höhenland (Brandenburg)
Demografischem Wandel durch Wiederbelebung der Dorfgemeinschaft entgegenwirken: Die Gemeinde Höhenland gründete dafür 2005 ihre eigene Dorfakademie. 28 Dozenten mit verschiedenen beruflichen Hintergründen engagieren sich und ermöglichen allen Kindern der näheren Umgebung einen leichten Zugang zu vielfältigen Bildungsangeboten. Aber auch für Erwachsene bietet die Dorfakademie informative Seminare und Veranstaltungen an.

- MärchenKinder Regensburg, Regensburg (Bayern)
Grundschulkinder mit Migrationshintergrund lesen in Kindergärten Märchen vor, die sie vorher unter Anleitung der ehrenamtlichen Projektmitarbeiter einüben. Die Engagierten kümmern sich dabei um die Organisation der "Auftritte". Die kleinen Vorleser verbessern ihre Deutschkenntnisse, begeistern andere Kinder spielerisch für die deutsche Sprache und sind Vorbilder in den Augen ihres jungen Publikums. Schon die Jüngsten werden so auf kreative Weise an das Ehrenamt herangeführt.

Kategorie Engagierte Unternehmer

- Peter Krämer, Marine Service GmbH, Hamburg
Bildung ist der Schlüssel zu allem: Unter diesem Motto gründete Peter Krämer gemeinsam mit UNICEF und der Nelson-Mandela-Stiftung 2004 das Projekt "Schulen für Afrika", durch das bisher rund 900 Schulen und 116.000 Lehrerfortbildungen finanziert und rund 5,5 Mio. Kindern der Schulbesuch ermöglicht wurde. Gut die Hälfte seiner Zeit widmet der seit Studentenzeiten engagierte Unternehmer gemeinnützigen Projekten.

- Stephan Richtzenhain, Simeonsbetriebe GmbH, Minden (Nordrhein-Westfalen)
Der Unternehmer hat 2007 die Initiative "Bildungspartnerschaften für Mindener Kinder" ins Leben gerufen. Das Geld aus den Förderbeträgen der Bildungspartner – rund 40 Geschäfte, Unternehmen und Privatpersonen – ermöglicht Kindern aus einkommensschwachen Familien während der gesamten Grundschulzeit den Besuch von Ganztagsschulen. Hier werden sie kontinuierlich betreut und erhalten regelmäßige Mahlzeiten.

- Hermann Schünemann, Carl Ed. Schünemann KG, Bremen
So früh wie möglich Leselust wecken: Mit "Das erste Buch" hat der Verleger ein Buchprojekt von Kindern für Kinder ins Leben gerufen. Über 3.000 Schüler der dritten Klasse im Raum Bremen machen jedes Jahr mit. Sie schreiben Geschichten und malen Bilder zu verschiedenen Themen. In den vergangenen zehn Jahren wurden mehr als 160.000 "Erste Bücher" gestiftet. Eingebunden in den Unterricht der ersten Klassen animieren sie die Kinder zum Lesenlernen.

Deutscher Bürgerpreis wird von der Initiative "für mich. für uns. für alle.", die als deutschlandweites Bündnis zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements angetreten ist. Die Initiative wurde im Jahr 2003 von Bundestagsabgeordneten, den Städten, Landkreisen und Gemeinden Deutschlands sowie den Sparkassen ins Leben gerufen und vereint mittlerweile rund 60 lokale und regionale Initiativen bundesweit. Die Entscheidungen fällte eine 26-köpfige Fachjury. Die Jury setzt sich zusammen aus Vertretern der Partner der Initiative "für mich. für uns. für alle." sowie prominenten Vertretern aus den Führungsspitzen des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung, des Deutschen Volkshochschul-Verbandes und des Deutschen Bibliotheksverbandes zusammen. (tr/cl)