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04.11.2011 09:25

EU-Initiative: Verantwortungsvolleres Unternehmertum für mehr Wachstum in Europa


Ende Oktober stellte die EU-Kommission ein Maßnahmenpaket vor, welches für mehr soziale Verantwortung der Unternehmen, mehr Transparenz multinationaler Konzerne sowie vereinfachte Rechnungslegungsvorschriften für KMU sorgen soll. Ziel der Kommissäre: Verantwortliches Unternehmertum unterstützen und ausbauen, was ein größeres und tragfähigeres Wirtschaftswachstum bedeuten könne und untermauert die Anstrengungen der Kommission, vor allem in Zeiten knapper Kassen den Privatsektor in gesellschaftliche und ökologische Belange einzubinden. Die vorgelegte Initiative soll der „Sozialwirtschaft“, so nennt die EU diesen neu entstehenden in die Gesellschaft eingebundenen Sektor, erleichtern, Potenziale auszuschöpfen.
Nicht nur verbindet die EU-Kommission damit die Hoffnung, einer weiteren Verschränkung von Privatwirtschaft und den gesellschaftlichen Belangen, auch versucht sie damit die soziale Verantwortung von Unternehmen zu stärken. Daraus würden Verbraucher Vertrauen schöpfen und der Beitrag der Unternehmen zum Wohlstand der Gesellschaft erhöht werden. Ferner schlägt die Kommission vor, die Transparenz zu erhöhen und ein tragfähiges Handeln multinationaler Unternehmen zu fördern. Unternehmen, die in der Mineralgewinnung und Forstwirtschaft tätig sind, sollten hinsichtlich der von ihnen weltweit entrichteten Steuern, Abgaben und Bonuszahlungen mehr Transparenz an den Tag legen.

Schließlich schlägt die Kommission vereinfachte Rechnungslegungsvorschriften für KMU vor, mit denen diese möglicherweise bis zu 1,7 Mrd. EUR pro Jahr einsparen können. Mit den Vorschlägen soll auch der Aufwand für die Berichtspflichten für börsennotierte Unternehmen, einschließlich KMU, verringert werden, was zu weiteren Kosteneinsparungen führen dürfte.

Vizepräsident der EU-Kommission Antonio Tajani erklärte dazu: „Dieses Maßnahmenpaket liegt im Interesse der Unternehmen und der europäischen Gesellschaft insgesamt. Es verringert den Verwaltungsaufwand kleiner und mittlerer Unternehmen und legt die mittel- und kurzfristigen Bedingungen für eine starke, dynamische und soziale Marktwirtschaft fest.“

„Die Sozialwirtschaft ist einer der Bereiche unseres Binnenmarkts, in dem noch ungenutztes Potenzial steckt“, so das für den Binnenmarkt zuständige Kommissionsmitglied Michel Barnier. „Das soziale Unternehmertum ist ein gutes Beispiel für ein Unternehmenskonzept, das sowohl verantwortlich handelt als auch zu Wachstum und Arbeitsplätzen beiträgt. Wir müssen sicherstellen, dass alle Unternehmen – nicht nur die Sozialwirtschaft – ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft im weitesten Sinne ernst nehmen. Daher möchte ich, dass große multinationale Unternehmen – vor allem die in der Forstwirtschaft und in der Mineralgewinnung tätigen Unternehmen – transparenter sind, was ihre weltweiten Zahlungen angeht.“

László Andor, Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration hierzu: „Sozial verantwortliches unternehmerisches Handeln entstammt dem Bewusstsein, dass es in der Krise nicht nur um Wirtschaft und Finanzen, sondern auch um Ethik geht. Werte wie Solidarität, Tragfähigkeit, Integration und Integrität werden von Unternehmen nicht immer hochgehalten. Ich denke, unsere Volkswirtschaften haben darunter gelitten. Daher können die Sozialwirtschaft und die soziale Verantwortung von Unternehmen deutliche Zeichen setzen und zu den Zielen der Strategie 'Europa 2020', mehr Arbeitsplätze und Wachstum zu schaffen, beitragen“. (tr/cl)

Download Maßnahmenpaket: http://ec.europa.eu/internal_market/social_business/docs/COM2011_682_de.pdf