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verbaende.com
18.08.2011 14:40

„Organisierte Zivilgesellschaft“ beschäftigt mehr als 2,3 Millionen Menschen / Dritter Sektor stellt jeden zehnten Arbeitsplatz


Eine aktuelle Studie belegt, dass die so genannte „organisierte Zivilgesellschaft“, das sind Vereine, Verbände oder Stiftungen einen jährlichen Umsatz von 89 Mrd. Euro generieren. Damit trugen die gemeinnützige Organisationen 2007 mit 4,1 Prozent erheblich zur gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung bei. Die Studie stellt fest, dass „der Dritte Sektor damit in etwa so groß wie die deutsche Bauwirtschaft ist und halb so groß wie der öffentliche Sektor“. So die wesentlichen Ergebnisse einer gemeinsamen Studie der Bertelsmann Stiftung, des Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und Fritz Thyssen Stiftung.
Auch aus Arbeitnehmersicht sind die in der Studie als NPO (Non-Profit-Organisationen) zusammengeführten Organisationen nicht weniger relevant: jeder zehnte sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer in Deutschland arbeitet hier. Weiter kommen zu diesen 2,3 Millionen Arbeitsplätzen etwa 300.000 geringfügig Beschäftigte, was besonders „Organisationen ohne Erwerbszweck“ in den neuen Bundesländern zum lokalen Jobmotor macht. „Im Durchschnitt entfallen 9,2 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Stellen auf den Dritten Sektor. Alle ostdeutschen Bundesländer liegen bei mindestens 10 Prozent, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern bei über 12 Prozent und Berlin bei 14 Prozent“, so die Studie.

Bei der Abgrenzung des „Dritten Sektor“ für die Studie machen die Autoren deutlich, dass ihrer Ansicht alle Organisationen, die sich neben Staat und Wirtschaft an der Produktion öffentlicher Güter und Dienstleistungen beteiligen, gehören. Das seien Stiftungen, Vereine, Verbände und andere Non-Profit-Organisationen mit den Themenschwerpunkten Gesundheit, Soziales, Bildung, Sport, Kultur.

„In der Arbeitsteilung zwischen Staat, Wirtschaft und Drittem Sektor übernehmen zivilgesellschaftliche Organisationen unverzichtbare Leistungen, die von Öffentlichkeit und Politik eine stärkere Wahrnehmung und Anerkennung erfordern“, so Holger Krimmer, Projektleiter beim Stifterverband.

Die Studie zieht den Schluss, dass die Zivilgesellschaft eine wichtige Säule der Demokratie und der Wirtschaft sei. „Über die Hälfte aller Organisationen, die gesellschaftliche Interessen bündeln und kommunizieren und damit staatliche Politik und gesellschaftliche Willensbildung miteinander verzahnen, sind Akteure der Zivilgesellschaft. Wichtige Tätigkeitsfelder sind laut Daten des Statistischen Bundesamtes Organisationen der Bildung, Wissenschaft und Forschung, Verbraucher- und Jugendorganisationen sowie Berufs- und Arbeitnehmervereinigungen“, formulieren die Autoren. (TR)