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verbaende.com
21.10.2011 15:21

Die unterschätzte Kompetenz: Umgang mit Medien im Beruf


Was im privaten Umgang noch funktioniert und richtig ist, stößt im beruflichen Umgang schnell an Grenzen: Medienkompetenz, also der Umgang mit Medien aller Form – analog und digital – ist wie Schreiben und Lesen eine Grundtugend des Berufs. Doch zunehmend spezialisierte Instrumente, immer ausgereiftere Software, gleichsam aber auch besonders die zunehmende „Digitalisierung der Arbeit“ machen die „weichen“ Faktoren wie Urteilsfähigkeit und Bewertung des Inhalts sehr viel wichtiger, als sie in der Vergangenheit genommen wurden. Informationen im Internet zu finden und in ein Excel-Diagramm zu gießen, ist handwerklich keine schwerwiegende Herausforderung. Die richtigen Informationen zu googeln und sie auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen wohl schon eher.
„Die Förderung von Medienkompetenz einschließlich IT-Kompetenzen ist für die meisten Projekte lediglich ein Nebenprodukt, das für die Projektziele von keiner großen Bedeutung ist. Wenn diese Kompetenzen im Vorfeld thematisiert wurden, dann ging es dabei meist um die Klärung der Voraussetzungen, die potenzielle Teilnehmer erfüllen müssen“, schreiben die Autoren einer aktuell veröffentlichten Studie zum Thema „Medienkompetenz“. Dabei beschränke sich Medienkompetenz im alltäglichen beruflichen Umfeld auf die allseits geforderten Kenntnisse in Microsoft Office: „Hinsichtlich der Medienkompetenz, die bei den Projektteilnehmern vorausgesetzt wird, konzentrieren sich die meisten Projekte auf Kenntnisse von PC und Internet. Dazu zählen etwa grundlegende Kenntnisse, die für die Erstellung einer Tabellenkalkulation oder für das Bedienen eines Mailprogramms erforderlich sind“. Dabei gehen die technisch-handwerkliche Fähigkeit aber vor der – notwendigen – Urteils- und Sachkompetenz: Hauptsache eine schöne Grafik in Excel, ob die Daten korrekt korreliert sind oder die Grafik tatsächlich Aussagekraft besitzt, rückt dabei leider (!) in den Hintergrund.

„Wichtig ist also zum Beispiel“, dass Nutzer, gerade im beruflichen Umfeld, „in der Lage sind, gemeinsam in Foren oder virtuellen Arbeitsgruppen zu lernen oder sehr bewusst in Medien-Informationsquellen zur recherchieren und die Herkunft der Quelle adäquat zu beurteilen“.

Die Autoren der Studie sind sicher, dass die künftigen Anforderungen an die Medien- und IT-Kompetenz „viele Berufe vor neue Herausforderungen“ stellen werden. „Über grundlegende Anwenderkenntnisse hinaus müssen Fachkräfte in Zukunft zum Beispiel über die Fähigkeit verfügen, ihr Wissen zu teilen oder Informationsangebote hinsichtlich ihrer individuellen und betrieblichen Folgen zu beurteilen“. Mit anderen Worten: Nicht nur muss gelernt werden, Computer und Software handwerklich richtig zu bedienen, sondern auch vernünftige Ergebnisse damit zu produzieren. In welche Richtung die „Medienkompetenzschulung der Zukunft“ sich entwickeln wird, wenn die Anforderungen an die Mitarbeiter zum souveränen Umgang mit IT und Medien weiter steigen, ist noch nicht klar. Mit dem Nachwachsen der digital natives sickern auch die seit früher Kindheit erlernten Kompetenzen im Umgang mit Computern und Internet ins berufliche Umfeld ein. Auch wird der pflichtmäßige Erwerb ausreichender Medienkompetenz in der Freizeit oder an Schulen und Ausbildungsinstitutionen nicht ausgeschlossen.

Das Essener MMB-Institut hat für diese Studie 52 Förderprojekte aus dem Programm „Neue Medien in der beruflichen Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) daraufhin untersucht, welche Rolle das Thema Medienkompetenz hier spielt und welche Maßnahmen zur Erfassung und Förderung von Medienkompetenz ergriffen wurden. Ausgangspunkt und Anstoß für diese Untersuchung waren erste Ergebnisse zum Stand der Medienkompetenz in dem Förderprojekt „Mediencommunity 2.0“, an dem MMB als Partner mitwirkt. Insgesamt wurden für diese Bestandsaufnahme 60 Verantwortliche aus 51 Projekten einzeln befragt. (tr)

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